Archive for April 2013

Babyöl bzw. Calendulaöl selber machen

Schon wieder ein Post zu Öl. Verzeiht. Aber wie schön wars doch, als wir endlich mit dem Kleinen aus dem Krankenhaus nach Hause kamen, wie friedlich die ersten Tage! Wir haben schon an seinem zweiten Lebenstag ein kleines Einschlafritual eingeführt: Singen, Wickeln, Babymassage, bis zum 3. Monat noch Pucken, dann Stillen, Schlafen. Das Babyöl war auch eine große Hilfe, um den klebrigen Kindspech abzuwischen und den Milchschorf sanft wegzumassieren.

Die Babymassage genießt er jetzt mit einem halben Jahr immer noch sehr (machen wir ganz einfach wie wir denken, haben da keinen Kurs besucht oder so). Wichtig ist dabei vor allem die Qualität des Öls, denn:

Bei der Babymassage dringt das Öl durch die Hautgefäße in das Gewebe des Babys ein. Das Öl ist nach einigen Minuten im Blut nachweisbar. Es ist daher wichtig das Öl für eine Babymassage sorgsam auszuwählen und auf die Qualität und nicht auf den Preis zu achten.

Quelle

Da auch sensible Erwachsenenhaut durchaus ähnlich funktioniert, achte ich sehr darauf, was ich zur Körperpflege nutze. Vor allem aber beim Baby! Also mache ich jetzt das mild pflegende Calendulaöl (was ich bisher von Weleda für knapp 10 Euro für 200 Milliliter in der Plastikflasche kaufte -pfui!) jetzt für knapp 10 Euro pro Liter selber. Eignet sich auch ganz toll zum Herstellen von Wundschutzsalbe, Ringelblumensalbe und zur entspannenden Massage für Mama und Papa 🙂

Calendula – vielen auch als Ringelblume bekannt – wirkt antiseptisch, antibakteriell, beschleunigt die Wundheilung und duftet kaum. Es ist daher für die Babypflege bestens geeignet und in vielen Wundschutzcremes zu finden.

Ihr braucht:

40 Gramm getrocknete Ringelblumenblüten (Calendula) aus dem Reformhaus
1 Liter kaltgepresstes Öl (Sonnenblumen-, Mandel- Avocado- Jojoba- Aprikosenkern- oder Sesamöl, gern auch ein Gemisch)
Ein großes Weckglas
3 Wochen Geduld oder einen Topf

1. Methode – wenn man 3 Wochen Zeit hat:

Das Öl in einen Topf geben und leicht erwärmen. Die Blüten in das Weckglas geben und mit dem warmen Öl übergießen. Das Gemisch mit einem Holzlöffel rühren und darauf achten, dass alle Blütenblätter mit Öl bedeckt sind. Das Glas verschließen und 3-6 Wochen an einen durchgängig warmen Ort stellen (Fensterbänke werden Nachts zu kalt). Anschließend das Öl durch ein Küchentuch abseihen und in Flaschen füllen.

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Sieht neben dem Rosenessig besonders schön aus!

2. Methode – wenn man 2 Stunden Zeit hat:

Das Öl und die Blüten in das Glas geben. In einen mit heißem Wasser gefüllten Topf (= Wasserbad) stellen und auf niedrigster Stufe 2 Stunden durchziehen lassen (nicht kochen). Alle halbe Stunde mit einem Holzlöffel durchrühren und nachsehen, ob noch genug Wasser im Topf ist. Anschließend das Öl durch ein Geschirrtuch abseihen und in Flaschen füllen.

Tipp: Ähnlich funktioniert die Herstellung von Rosen-, Arnica, Kamillen– oder Lavendelöl.

Wem das zu viel Aufwand ist, den kann ich nur warnen: Finger Weg von Penaten und co.! Dort lauern Mineralöl, allergieverdächtige Duftstoffe, Konservierungsstoffe etcetra…! Achtet auf die Inhaltsstoffe oder nehmt einfach Olivenöl. Dann riecht das Baby zwar etwas ungewohnt nach Pizza, aber es ist allemal besser als das meiste Zeug aus der Drogerie…!

Zahnöl-Zauber

Wenn Babys Zahnen, kann es sie ganz schön aus der Bahn werfen: rote Backen, empfindliches Zahnfleisch, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit gehören dann zum munteren Alltag.

Abhilfe schaffen gekühlte Möhrenschnitzer, Beissringe (achtet auf BPA- und Phtalatfreie Ringe ohne Gel, das könnte auslaufen) und Veilchenwurzeln (nur in Bioqualität kaufen, da Schadstoffe sich in den Wurzeln ansammeln können), unter Aufsicht der liebenden Eltern.

Soweit die Bilderbuchversion. Für die harten Fälle gibt es Dentinoxgel aus der Drogerie. Aber halt! Was ist das eigentlich?

Tinktur aus Kamillenblüten (1:5), Auszugsmittel: Ethanol 70 % (V/V) 1500 mg, Lidocainhydrochlorid 1 H2O 34 mg, Macrogol- laurylether 32 mg.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Sorbitol-Lösung 70 % (nicht kristallisierend) (Ph.Eur.), Xylitol, Propylenglycol, Carbomer 974 P, Natriumhydroxid-Lösung (10%), Polysorbat 20, Natriumedetat (Ph.Eur.), Saccharin-Natrium, Gereinigtes Wasser.

Quelle

Ein Gemisch also, was unter anderem Alkohol, Zucker und Betäubungsmittel enthält. Entsprechend kam es für mich nicht in Frage, meinem Kind sowas regelmäßig in den Mund zu schmieren. Meine Internetrecherchen haben dann homöopathische Osanitkügelchen hervorgebracht. Klingt erstmal gut. Nur, dass ich es bedenklich fand, einem weinenden Kind Zuckerkügelchen zu geben (Stichwort Konditionierung).

Zum Glück bin ich dann noch auf Zahnöl gestoßen. Hier sehen die Inhaltsstoffe schon anders aus:

Johanniskrautöl, Nachtkerzenöl, Kamille römisch, Lavendel, Nelke

Quelle

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Das Zeug ist wirklich super. Einen Tropfen aussen auf die roten Wangen einmassieren, 5 Minuten warten, simsalabim! Alles wieder gut. Das Öl ist nicht ganz günstig, dafür aber sehr ergiebig und riecht nach Lebkuchen. Am günstigsten bekommt man es meines Wissens hier (die kleine Flasche reicht). Ist auch ein schönes Geschenk für frischgebackene Eltern.

Tipp: Zahnöl könnt ihr auch selber machen, mein Rezept findet ihr hier.

Pfefferminzöl

Ätherisches Pfefferminzöl ist eine tolle Sache. Es riecht gut, man kann es in sein Waschmittel oder in Flüssigseife reinmischen, Duftlampen betreiben oder es verdünnt als Parfüm nutzen.

Pfefferminzöl ist aber auch ein kleines Wundermittel und Bestandteil meiner Hausapotheke. Man findet es in Lebensmittelqualität in Bioläden und Reformhäusern.

Ich achte auf Qualität – eine Hebamme hat mir mal den Roll-on von Primavera empfohlen, den ich ganz toll finde. Er ist zwar teuer, aber sehr ergiebig (meine Flasche hält schon 2 Jahre). Man kann es aber bestimmt auch selber machen. Ideen?

Ätherische Öle sollte man nie unverdünnt auftragen, da es zu Hautirritationen kommen kann. Bei purem, ätherischem Pfefferminzöl rate ich euch dazu, es für Erwachsene so zu dosieren: 1 Teelöffel Trägeröl (Mandel-, Oliven-, Rapsöl…) auf 1 Tropfen Pfefferminzöl, bei Kleinkindern 1 Esslöffel Trägeröl pro Tropfen. Oben genanntes Öl ist bereits verdünnt und kann von Erwachsenen unbedenklich pur verwendet werden, für Kleinkinder rate ich zur Beimischung von etwas Trägeröl (beides auf die Handflächen geben, gut verreiben, auftragen). Für Babys ist Pfefferminzöl ungeeignet – sie sind sehr empfindlich und reagieren manchmal schon auf Kleinstmengen mit Atemnot!

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Wenn ich Kopfschmerzen habe, tupfe ich es mir auf die Schläfen und reibe meinen Nacken und die Nase damit ein. Ist wirklich sehr erfrischend, auch bei Hitze oder nach einem langen Tag (Sollten die Kopfschmerzen nicht besser werden, rate ich euch zu dieser sehr wirkungsvollen Methode).

Bei Husten und verstopfter Nase wird es auf die Brust gerieben, das lindert ungemein (und macht sowas mineralölhaltiges wie Wick Vaporub überflüssig!). Bei hohem Fieber wird es auf die Füße aufgetragen, dicke Socken drübergezogen und abgewartet (allerdings erst ab 39 Grad, Fieber ist normalerweise etwas sehr Sinnvolles). Bei Übelkeit immer wieder am Fläschchen riechen.

Das Öl sollte einen natürlich nicht davon abhalten, zum Arzt zu gehen.

Häkelteppich

Vor einer ganzen Weile habe ich wunderbar bunte, weiche Wolle mit Alpaka und Leinen für einen Pullover in Nadelstärke 7-8 gekauft, allerdings im Internet. Als die Knäule dann ankamen, musste ich Folgendes feststellen:

1. Die Wolle ist nicht für einen Pullover geeignet, da sie zu schnell zerfasert
2. Sie ist zu schön zum Zurückschicken

Also habe ich mir überlegt, einen schönen weichen Teppich für unseren Junior zu häkeln. Teppiche häkeln geht schnell von der Hand, wenn man dicke Wolle nimmt. Ich hatte nur bisher keinen Anlass dazu. Die Idee dazu kam mir beim Stöbern im Internet, wo ich diese Häkelteppiche fand (für Strick- und Häkelfans oder solche, die es werden wollen, ist die Seite übrigens eine unglaubliche Fundgrube für kostenlose Anleitungen).

Letztenendes habe ich dann aber frei Schnauze vor mich hingehäkelt, in festen Maschen und Stäbchen mit Nadelstärke 6. So habe ich knapp 8 Knäuel à 50 Gramm und 80 Meter Lauflänge verbraucht.

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Allerdings schlug der runde Teppich mangels Vorlage ordentlich Wellen (grrr!). Ich habe also einfach den Überstand gefaltet und vernäht. Jetzt ist es ein Teppich mit integriertem Kissen… auch schön! Meine Großmutter pflegte zu sagen: „Man muss doch sehen können, dass es Handarbeit ist!“. Das trifft hier in jedem Falle zu 😉

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Der fertige Teppich ist bunt, schön kuschelig und auch als Decke zu benutzen, bei 30 Grad in der Maschine waschbar und dem Kleinen gefällt’s.

Ein Hoch auf die Stoffwindel!

Die Stoffwindel ist ein trauriges Beispiel für eine Sache, die zwar jeder kennt, aber vielerorts schon allein deswegen in Vergessenheit geraten ist, weil die Einweg-Werbung lauter schreit als jegliche Vernunft.

Wir sind überzeugte Stoffwindelnutzer. Kein Plastik. Keine Weichmacher. Kein Chemiegestank (bei dem Geruch einer Pampers wird mir übel!). Kein Abfall, wenig Kosten. Weiche, bunte Biobaumwolle. Keine allergischen Reaktionen oder wunde Stellen. Kein Auslaufen, die hält Nachts 12 Stunden dicht. Mein Mann sagt gerade, ich solle auch noch „explizit sagen, dass man nicht riecht, wenn die Windel vollgesch… ist!“.

Warum man überhaupt die Einwegvariante wählt ist mir wohl genauso schleierhaft wie vielen anderen die Vorstellung, mit Stoff zu wickeln. Es gäbe da aber vor allem 2 Faktoren zu berücksichtigen. Den Umweltfaktor:

Der Müllberg, den ein zweieinhalbjähriges Wickelkind hinterlässt, wäre aufgestapelt etwa 5 Meter hoch und fast 1 Tonne schwer. Und er bleibt uns mit seinem 65%igen Holzfaser- und Plastikanteil rein substanziell mindestens 55 (und bis zu 500) Jahre erhalten. Dazu kommt noch die Verpackung der Einwegwindeln (die aber wenigstens in den letzten Jahren stetig geschrumpft ist). Dennoch reicht es im Schnitt zu angeblich 5% des deutschen Müllaufkommens, in manchen Städten zu sage und schreibe 10%.

Quelle

In Österreich z.B. gibt es sogar schon eine Art der staatlichen Subventionierung für Stoffwindelnutzer, um die Müllberge im Zaum zu halten.

Bleibt noch der Kostenfaktor. Welche junge Familie freut sich nicht, wenn Gutes weniger kostet? Abgesehen davon, dass man Stoffwindeln natürlich auch gebraucht kaufen kann, kostet eine Neuanschaffung von 20 mitwachsenden Stoffwindeln, die mittlerweile wie ihre Einwegvetter zu benutzen sind, 300 Euro (die hier sind sehr zu empfehlen).

Gehen wir davon aus, dass ein Baby täglich 8 Windeln verbraucht und diese 20 Cent das Stück kosten. Das sind 1,60 Euro täglich. Da haben sich die Stoffwindeln nach einem halben Jahr schon mehr als gelohnt…

Für Neugeborene bis 2 Wochen und Frühgeborene empfehle ich trotzdem die gefaltete Mullwindel (zumindest tagsüber). Mullwindeln sind ohnehin als Spuck- und Schnuffeltücher unerlässliche Begleiter. Hier sieht man, wie sie zu falten sind.

Auf der etwas unübersichtlichen, aber gut durchdachten Seite http://www.naturwindeln.de findet man alle gängigen Stoffwindelarten, Preise, Vergleiche und Bewertungen von Imse Vimse, Totsbots, Bumgenius, Popolini…

Man kann entweder kompostierbare Vlieseinlagen (im Karton ohne Plastik) reintun, welche man waschen kann. Sollte die Windel wirklich voll sein, wird das Windelvlies im Klo entsorgt. Oder man verzichtet darauf und spült die Windel mit einer Windeldusche aus (wir haben uns für Ersteres entschieden).

Die Mullwindeln trocknen sehr schnell; dickere Stoffwindeln brauchen 2 Tage auf der Wäscheleine. Sie können zwar auch in den Wäschetrockner, aber solch ein Gerät schadet m.E. mehr als es nützt. Wer sich vor dem Windelwaschen ekelt, findet sicher einen Windeldienst wie diesen hier ganz in der Nähe.

Zum Wischen nehmen wir nur dünne Flanellwaschlappen und kaltes, frisches Wasser. Da sparen wir also auch ordentlich. Und wenn die letzte Tube Wundschutzcreme alle ist (wir haben sie zur Geburt in Massen geschenkt bekommen), wird auch diese einfach selbst gemacht.

Rosenessig selber machen

Rosenessig ist wie Sommer in der Flasche und eignet sich gut als Mitbringsel oder kleines Geschenk. Er ist für frische Salate ein Genuss, aber auch als Haarspülung oder besonders edel duftende Putzhilfe, etwa fürs Bad oder für Fenster, einsetzbar.

Ihr braucht:

15 Gramm getrocknete Rosenblüten, Rosenblätter oder Rosenknospen in Bio-Qualität (gibts im Teeladen)
1 Liter Weißweinessig oder 200 Milliliter Essigessenz verdünnt mit 800 Milliliter Wasser
1 großes Glas oder Flasche

Die Rosenblüten in das Gefäß geben, mit Essig übergießen, gut umrühren. Schon nach kurzer Zeit verfärbt sich der Essig…

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… Nun täglich einmal umrühren. Nach zwei Wochen die Blüten durch ein dünnes Geschirrtuch abseihen und den fertigen Essig in Flaschen umfüllen. Der Rosenessig ist mindestens ein Jahr haltbar. Denkbar wäre das Ganze auch mit frischen Rosenblättern oder anderen Blüten wie Lavendel.

Nussfudge

Morgen bekommen wir Nachmittagsbesuch, und da schickt es sich, irgendeine Schlemmerei anbieten zu können. Ich habe also das Netz nach blutzuckerfreundlichen Rezepten durchforstet (ich habe eine Insulinresistenz) und bin auf eine ganz wunderbare, wenn auch mächtige Nascherei gestoßen: Fudge!

Hier das Originalrezept, was ich etwas abgeändert habe: http://creatingnaturally.com/healthy-chocolate-peanut-butter-fudge/

Ihr braucht:

100 Gramm Erdnussmus (auch Gesalzenes schmeckt hier gut) oder anderes Nussmus
100 Gramm Agavendicksaft oder Honig
50 Gramm Butter oder Kokosöl
50 Gramm Kakao- oder Carobpulver
Nach Belieben Vanille, Zimt, etc.

Das Fett auf kleinster Stufe in einem Topf schmelzen lassen. Verwendet man festen Honig, sollte dieser mit erhitzt werden. Den Topf vom Herd nehmen, alle anderen Zutaten mit einem Schneebesen unterrühren, bis man eine schöne schwarze Pampe hat. Diese in Förmchen füllen (ich hab kleine Muffinförmchen benutzt; man kann die Masse aber auch einfach in eine Auflaufform gießen und später in Stücke schneiden) und mit nassen Fingern glatt streichen. Dann muss man nur noch ausharren, bis das Fudge festgeworden ist…

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Es erinnert sehr an Eiskonfekt, ist aber nussiger und nicht so süß!