Was für ein Quark!

Wir verbrauchen Unmengen an Quark: mit Kräutern und Leinöl zu Pellkartoffeln oder mit Sprossen aufs Brot, mit geriebenen Äpfeln und Zimt, mit Himbeeren und Vanille, gesüßt mit Agavendicksaft oder Apfelsaft. Oder gebacken als Quarkbrot, Brötchen oder Quiche…

Leider gibt es bei uns keinen Quark ohne dazugehöriges Plastikschälchen zu kaufen, nicht einmal im Bioladen (schade!).

Jetzt aber zurück zum Quark. Obacht: der dauert bis zu drei Tage. Entweder also Geduld mitbringen (am Wochenende nebenbei erledigen) oder doch lieber ein Rezept mit Lab verwenden, dann dauert es nur ein paar Stunden. Der eigentliche Arbeitsaufwand ist allerdings gleich (ca. 20 Minuten insgesamt). So oder so handelt es sich darum, Milch kontrolliert „schlecht“ werden zu lassen.

Ihr braucht:

1 Große Schüssel oder Topf, 1 Löffel, 1 Messbecher, 1 Kelle oder Schaumlöffel, 2-3 dünne Geschirrtücher, Fäden, Schnipsgummis und/oder Klammern

2 Liter Milch

Erst einmal müssen Topf oder Schüssel, Löffel, Messbecher und eines der Tücher mit kochendem Wasser übergossen werden, um die Arbeitsutensilien zu sterilisieren. Dann wird die Milch an einen warmen Ort (so zwischen 20 und 30 Grad, bei uns ist das die Fensterbank in der Küche) gestellt. Wenn die Masse nach 1 bis 3 Tagen eine puddingähnliche Konsistenz hat, sich vom Schüsselrand löst und die Molke sich absetzt, kann man zum testen mit einem sauberen Messer hineinschneiden. Ist der Schnitt glatt und bleibt er sichtbar, ist der Quark fast fertig…

So sieht die fertig fermentierte Milch aus...

So sieht die fertig fermentierte Milch aus…

Jetzt müssen die Tücher und der Schöpfer der Wahl mit heißem Wasser sterilisiert werden. Um den sog. Käsebruch in die Tücher zu füllen, nehme ich zunächst eine kleine Schüssel und lege ein Sieb obendrauf:

Siebkonstruktion

Siebkonstruktion

So kann die Masse ganz einfach eingefüllt werden…

Päckchen packen...

Päckchen packen…

Und zum Abtropfen aufgehängt werden (die Schüssel drunter nicht vergessen!). Dabei die Quarkmasse nicht quetschen, sonst setzt sich der Quark im Tuch fest und die Molke kommt nicht mehr hindurch. Im Zweifelsfall also einfach ein Tuch mehr nehmen.

Päckchen aufhängen

Päckchen aufhängen

Schüssel nicht vergessen!

Das ganze Getröpfel klingt sehr schön, finde ich. Wie in einer Tropfsteinhöhle. Wenn es nicht mehr tropft, ist der Quark fertig und muss nur noch aus den Tüchern herausgeklaubt werden (das Abtropfen dauert ca. 1-3 Stunden).

Wer mag, schlägt noch etwas Sahne dazu und hebt sie unter: Sahnequark! Allerdings ist er so schon wunderbar cremig. Mir persönlich ist die Molke zu bitter zum trinken, aber in der Wanne als Badezusatz nehm ich sie gern.

Fertig! Hier mit Kräutern

Fertig! Hier mit Kräutern

Guten Appetit!

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9 responses to this post.

  1. […] Lecker zu Pellkartoffeln mit Quark, auf Nudeln, im Omelette, in Aufläufen und […]

    Antwort

  2. […] habe etwas herumexperimentiert und herausgefunden: wenn man nur 2 Esslöffel Frischkäse oder Quark (kalt oder nicht ist völlig egal) in die verunglückte Pampe mit dem Pürierstab einrührt, wird […]

    Antwort

  3. Posted by Lohaslife on Mai 25, 2014 at 5:11 pm

    Prima, das werde ich auch demnächst mal versuchen 🙂 kann man dafür jede Milch nehmen? Ich wollte es schon länger mal mit der Bio-Vollmilch, nicht homogenisiert aber pasteurisiert, ausprobieren, hab aber gelesen, dass es nur mit Rohmilch funktionieren würde…

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  4. […] und immer wieder einmal aufschlagen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist (irgendwo zwischen Quark und Schlagsahne). Quirle bitte nicht […]

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  5. Posted by Fussel on August 11, 2015 at 9:39 am

    Bei der pasteurisierten Milch sind aber nicht genug Milchsäurebakterien da, um die Milch zuverlässig zu versäuern. Wenn man Glück hat, sind in der eigenen Raumluft genug, die da „reinfliegen“, wenn man aber Pech hat, sind es Fäulnisbakterien und anderes unerwünschtes Zeugs. Dann wird die Milch nicht milchsauer, sondern faul. Bärks!
    Man kann dem abhelfen, wenn man sich saure Sahne oder Schmand mit lebenden Milchsäurekulturen besorgt und die Milch damit impft. Ein wenig von der Molke /Quark im Kühlschrank aufheben und die nächste Milch damit impfen, dann kann man die Bakterien weitervermehren und braucht nicht wieder was zu kaufen.

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  6. Angeregt durch die vielen tollen Beiträge habe ich dann ja mal versucht, Dickmilch selber anzusetzen. Quark wollte ich als Anfänger noch nicht machen.

    Aber irgend etwas habe ich falsch gemacht.

    Ich habe 1 Liter pasteurisierte Frischmilch gekauft und einen Becher fertige Dickmilch. Laut Rezept sollte der Liter Milch in einer Glasschüssel mit 100 g fertiger Dickmilch angeimpft werden. Und dann noch 24 Std. bei 20 Grad Raumtemperatur stehen lassen

    Habe ich alles gemacht, aber nichts hat sich getan. Ich habe sogar die Schüssel nicht bewegt.
    Die Milch ist immer noch Milch, hat jetzt aber einen ganz leichten Geschmack wie Buttermilch. Schmeckt mir gut, war aber nicht das, was ich haben wollte. Schade sag ich da nur.

    Was kann da falsch gelaufen sein?

    Antwort

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