Das gute, alte Schnupftuch

Eine Freundin sagte mir zu Schulzeiten einmal in fast bewunderndem Ton: „Du bist die größte Rotztüte, die ich kenne!“. So fühle ich mich auch, wenn ich eine Erkältung habe (weitere Ausführungen dazu möchte ich dem werten Leser ersparen, doch mein Taschentuchverbrauch zu Grippezeiten ist beachtlich). In meinem Post bezüglich des Küchenpapiers bin ich ja bereits etwas auf die Einwegproblematik eingegangen; ein Wegwerfprodukt nach dem anderen wandert nun aus meinem Haushalt.

Bisher habe ich Recyclingtaschentücher genutzt, doch auf meinem Weg zu weniger Abfall blieb auch der Gedanke ans Stofftaschentuch nicht aus. Bei meinen Recherchen im Internet bin ich auf traurige Tatsachen gestoßen, was die Holzquellen für herkömmliche Tempotaschentücher angeht:

Die Organisation Robin Wood hat nachgewiesen, dass „Hygiene-Papier-Produkte bis zu 60 Prozent aus Eukalyptus-Zellstoff bestehen“ – denn Eukalyptus mache Produkte flauschiger. Die Marke „Tempo“ sei hier das beste Beispiel: für die Tempo Produktion würde Zellstoff aus Brasilien eingekauft. Die Folge sei, dass der ursprüngliche Regenwald nun durch Eukalyptus Monokulturen ersetzt worden sei, was die Urbevölkerung verdrängt habe. Auch klagten Menschen vor Ort darüber, dass durch die Eukalyptus Plantagen die Flüsse und Brunnen austrocknen würden. –Quelle

Ich habe also etwas auf ebay herumgesucht und 24 blümerante Taschentücher für 2 Euro und 5 Cent ersteigert. Sogar ohne Plastik verpackt und mit ordentlich Raschelpapier fürs Baby! Jetzt muss ich sie nur noch einmal waschen, um den Schrankmief herauszubekommen.

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Alles Vollgeschniefte wandert dann bei 60 Grad zur Windelwäsche – aber aufs Bügeln verzichte ich lieber. Ob mein Mann sich mit der Stoffvariante anfreunden kann ist noch unklar (ich will ihm dann auch keine Blümchen aufdrängen), er ist aber weniger die „Rotztüte“ und seltener krank… ansonsten gibt es im DM recyclete Taschentuchboxen ohne Plastik – ganz unökologisch wäre der Verzicht auf den bewährten Stofflappen also auch nicht.

Übrigens: das weiche Stofftaschentuch hilft, die typischen roten Nasen zu vermeiden (ebenso Anisbutter). Und so habe ich nie wieder zersetzte Brösel von vergessenen Taschentüchern in der Waschmaschine!

Ich freue mich an den ersteigerten Tüchern. Wer das Ganze „unhygienisch“ findet sollte vielleicht mal überlegen, ob er nicht auch gleich mit dem Knutschen aufhören sollte 😉

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9 responses to this post.

  1. […] « Das gute, alte Schnupftuch […]

    Antwort

    • Posted by s.b. on Mai 3, 2013 at 6:46 pm

      stofftaschentücher sind super! ich nehme die auch, gerade beim tränen wegwischen sind sie viel angenehmer auf der haut als papiertücher. da ich bei erkältungen auch sehr viel schleim produziere und auch nur einen begrenzten tücher-vorrat habe, steige ich in solch einer situation einfach auf (recycling-) klopapier um, vor allem, wenn ich sowieso zuhause bin. ansonsten bekommt man in der apotheke ja auch oft eine kleine packung taschentücher dazu. die hebe ich für notfälle unterwegs oder für gäste auf.

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  2. […] ist ein Marketingwunder und vielerorts der Inbegriff für Breikost schlichthin. Sowas wie Tempo für Taschentücher oder Pampers für Windeln oder Zewa für […]

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  3. […] und eine trockene, rote Nase? Schnäuzen tut weh? Taschentücher bald […]

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  4. […] Augentropfen – Getrocknete Gänseblümchenblüten – Lavendelöl – Hustenbonbons – Rescuetropfen – Taschentücher – Wichtige […]

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  5. […] und nicht schwer! 4. Dekorative Kosmetik selber machen. 5. Keine Wattestäbchen, Küchenpapier, Tempo-Taschentücher, Papierservietten, feuchte Tücher oder andere Einwegprodukte mehr kaufen. 6. Mach dir einen […]

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  6. Posted by Anja B. on März 13, 2014 at 9:50 pm

    Ich habe im letzten Jahr auch auf ebay einen Schwung Taschentücher ersteigert und ich mag sie gar nicht mehr missen.

    Meine Schwester fand es auch unhygienisch, genau wie Stoffwindeln. Ich bin überzeugt davon und das ist, was zählt …

    Zur gleichen Zeit habe ich 10 Stoffservietten für 1 Euro erstanden. Diese ersetzen das Küchenpapier für die Schmuddelschnäuzchen meiner Kinder.

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  7. […] und die Ressourcen, sondern auch deine Kinder und Kindeskinder. 15. Finger weg von Einwegprodukten: Papiertaschentücher, Küchenrolle, Windeln, Damenhygiene, Wattestäbchen. Das alles kostet Geld, wertvolle Ressourcen […]

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  8. Posted by Dora Zeppelin on März 4, 2015 at 6:06 pm

    Hallo, ich habe das Glück mit Stofftaschentüchern aufgewachsen zu sein und auch viele geerbt zu haben. Mein Freund nutzt jetzt die Herrentaschentücher von meinem Opa. Diese sind eta 2,5 Mal größer als Damentaschentücher und in Erkältungzeiten für alle sehr praktisch ;).

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