Ich WILL aber…

Hui, wenn ein Satz so anfängt, höre ich schon gar nicht mehr hin…

Es ist erstaunlich, inwiefern sich unsere Gesellschaft von den Grundbedürfnissen entfernt hat. Es geht so oft nicht mehr ums BRAUCHEN oder gar WÜNSCHEN, sondern ums WOLLEN. Um jeden Preis.

Das fängt schon im Kindesalter an. Ich überhörte einmal – es war kurz vor Weihnachten – zwei Mädchen um die 10 Jahre über ihre Weihnachtsgeschenke sprechen. Da hieß es: „Also ich hab meinem Vater gesagt, ich will ein iphone und einen Laptop. Und was sagt der? Entweder oder!“… ob die Forderungen selbst berechtigt waren, sei dahingestellt.

Sehnsüchte sind jedem zu gönnen. Ich finde, jeder sollte das Leben genießen und sich seine Träume erfüllen können, wie dieser bemerkenswerte Mensch aus Berlin.

Jeder sollte das Werkzeug und die Möglichkeiten bekommen können um selbstbestimmt, frei, gesund, in Selbstverantwortung und Frieden leben zu können. Entsprechend sollte man auch möglichst so leben, dass man keinem anderen ein Bein stellt – auf dem steinigen Weg zu mehr sozialer Verantwortung und Gerechtigkeit. Das hat für mich mit bewusstem Einkauf genausoviel zu tun wie die Achtung vor Mensch und Natur und einem respektvollem Umgang mit Ressourcen.

Doch dieses HABENHABENHABEN… manchmal frage ich mich, wer realitätsferner ist: sie… oder ich.

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One response to this post.

  1. Posted by Meike on April 5, 2014 at 6:25 pm

    Puh, als dreifach- Mutti kommt mir das sehr bekannt vor! 😉 Allerdings leben wir in einer Welt, in der die Wirtschaft, sowie die Werbung einen enormen Einfluss, insbesondere auf Kinder ausübt. Und das ist so gewollt. Kinder und Jugendliche haben mehr Geld zur Verfügung, als je zuvor. Ich habe folgenden Dialog in einem Elektrofachmarkt, in dem ich jahrelang gearbeitet habe, mitbekommen: Mutter- (läuft gehetzt in den Laden) komm, wir müssen für Papa einen Fernseher kaufen, der liegt ja im Krankenhaus kann nicht aufstehen und da hängt ja keiner an der Wand. Kind: (Junge, ca. 10/11 Jahre alt) Boh, guck mal! ne Playstation! Mutter: NEIN! Papa braucht einen Fernseher! Junge: NÖRGEL, NÖRGEL, NÖRGEL! Die beiden liefen aus meinem Hörkreis, denn ich hatte Kunden, zu beraten. Später sah ich, wie die Mutter, mit der Playstation auf den Armen, aber ohne Fernseher, mit einem diabolisch- grinsendem Sohn aus dem Laden lief. Ich habe mir damals geschworen: 1. Meine Kinder werden niemals so egoman erzogen, dass sie ihre eigenen Ansprüche über die ihrer Eltern stellen (insbesondere eines kranken Vaters) 2. Meine Kinder sollen Empathie erlernen. 3. Ich lasse mich nicht von meinen Kindern manipulieren. Tja. Das alles versuche ich jeden Tag umzusetzen. Es ist mir teilweise gut gelungen, aber diese „konsumgeilheit“ ist geblieben. Ich weiß nicht, ob die Kinder wirklich „kritisch Konsumieren“ können, wir erklären ihnen unseren Lebensstil gern, sie Leben ja auch nach mit uns. Ich dachte, wenn ich ihnen alles erkläre, ihnen ein gutes Vorbild bin, wird das schon. Im großen und ganzen haben wir gute Jungs! Aber trotzdem konnte ich unsere 9-jährigen Zwillinge nicht davon abbringen, ihr Taschengeld zu sparen und in ein günstiges Handy zu Investieren….. Ich sah das als Rückschlag. Mein Mann meinte, dass es schon Ok ist, wir Leben sonst Elektro -Medien Technisch echt hinterwäldlerisch. 😉 Deine Worte im letzten Absatz versuchen wir genauso Umzusetzen. Und, wir versuchen es weiter! Liebe Grüße!

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