Kochen fürs Baby

Eine Bekannte fragte mich neulich etwas irritiert, warum wir unserem Kind „noch nicht einmal“ Hippgläschen kaufen würden…

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Hipp ist ein Marketingwunder und vielerorts der Inbegriff für Breikost schlichthin. Sowas wie Tempo für Taschentücher oder Pampers für Windeln oder Zewa für Küchenpapier.

Doch wer so viel Geld für seine Werbung ausgibt, liefert – so meine Erfahrung – selten gute Qualität. So auch bei Hipp: in den Gläschen wurden nachweißlich krebserregende Substanzen gefunden: hier der Bericht vom Ökotest 2010.

Ich bin ausserdem ein großer Fan davon, Zutatenlisten und Nährwerttabellen anzusehen. Schaue ich mir aber allein schon den Namen mancher Hippgläser an, kräuseln sich meine Fußnägel schon ganz schaurig in den Schuhen: „Gute Nacht Milchbrei mit Schoko“?!?!? Das nennt man wohl Konditionierung…

Ausserdem geriet die Firma durch das Propagieren von zuckerigen Instantlimonaden für Kleinkinder in die Kritik und kassierte dafür 2012 den Schmähpreis „Goldener Windbeutel“: http://www.sueddeutsche.de/geld/goldener-windbeutel-verbraucher-vergeben-schmaehpreis-an-hipp-kindertees-1.1386726.

Die Dosis macht das Gift? Andere Firmen sind auch nicht besser? Doch warum sollte ich überhaupt überteuerte, dubiose Markenprodukte kaufen, wenn ich das kostengünstig, gesund und lecker in kurzer Zeit selbst machen kann…?

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Dieses Buch hat eine Kinderkrankenschwester liebevoll geschrieben, gestaltet und bebildert. Ich befolge ihre Ratschläge zwar nicht immer so genau, aber als Orientierung ist das Buch super. Viele schöne Rezepte, Tipps rund ums Baby und hilfreiche Tabellen, wann und was und wieviel ein Baby zu essen bekommen kann und z.B. auch, wie ein vegetarisch ernährtes Kind alles bekommt, was es braucht (mein Kleiner bekommt allerdings auch Fleisch).Gesunde, leckere und einfache Gerichte, welche ich aus frischen Zutaten aus dem Bioladen gern nachkoche und auf Vorrat einfrieren kann. Pastinake mit Pute, Zwiebackbrei, Heidelbeeren in Hirse, Möhre pur… Manche davon stellt sie auf ihrer Website vor: http://www.babytipps24.de/

Unterwegs gibt es manchmal auch ein Gläschen. Aber dann lieber von Holle oder Alnatura.

Tipp: Löffel nicht vergessen!

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8 responses to this post.

  1. […] lange ungenutzt bei mir in der Schublade. Als dann der Kleine auf die Welt kam und sein erstes Breichen bekommen sollte, sprangen mir die erfurter Spatzenlöffel natürlich wieder ins Auge. Doch sie […]

    Antwort

  2. […] In erster Linie ist es natürlich wichtig, Zuckerzeugs erst einmal fern zu halten und nichts Kohlenhydrathaltiges zum Dauernuckeln zu überlassen. Es ist erstaunlich, was alles in Babybrei an Zutaten zu finden ist – hier sind scharfe Augen und pingeliges Etikettenlesen gefragt (noch besser: selber kochen). […]

    Antwort

  3. Posted by Denise on Juni 28, 2013 at 1:02 pm

    Ich finde deinen Blog super 🙂

    Sagt dir eigentlich BLW (Baby Led Weaning ) etwas, also Babyernährung ohne Brei. Vielleicht wäre das ja für euch auchwas, ich fand es toll. Hier ist auch die Beschreibung zu einem tollen Buch dazu: http://www.nestling.org/einmal-breifrei-bitte-loretta-stern-eva-nagy/

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    • Hi Denise,

      Vielen Dank fürs kommentieren!

      BLW habe ich mir auch angesehen, und der Kleine bekommt auch gegarte Möhrenstückchen, Bananenstücke und andere interessante, ungewürzte Sachen von unseren Tellern, wenn er mag. Ich gebe aber dazu auch Breikost.

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  4. […] Tierfutter muss nicht teuer sein. 30. Koche und backe selbst aus einfachen Zutaten: von Babybrei über Pilzeintopf bis Zwieback. 31. Keine Spontan- oder Frustkäufe mehr: geh lieber spazieren. 32. […]

    Antwort

  5. Posted by sami on April 10, 2014 at 1:56 pm

    Man kann auch Unterwegs den selbst gekochten Brei verwenden, einfach in ein leeres Schraubglas fertig. Hab ich mit meinen Beiden Rabaukinin auch gemacht. (Meine Mama hat bei meiner Großen einmal ein gekauftes Gläschen ausprobiert, fand sie widerlich). Allerdings haben meine sehr früh angefangen zu essen was wir „Großen“ futtern. Hab mir einfach angewöhnt ohne Salz zu kochen. (Mach ich immer noch obwohl sie jetzt schon 2 und 4 Jahre sind)

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  6. Posted by Meike on Juni 5, 2014 at 7:24 am

    Hups, bei mir schon ein wenig her, (mein jüngster ist 5) aber immer noch ein brandaktuelles Thema. :/ Schade. Bei unseren großen Zwillingen, habe ich noch brav gekauft, was die Werbeindustrie uns vorgekaukelt hat. Habe mich aber bald aus Überzeugung umorientiert, ich merkte, so toll war das nicht. Ich weiß noch das erste selbstgekochte Rezept: Möhrenbrei mit Hirse und einen gekochtem Ei reingedrückt. Die Zwillies waren hin und weg. Besser vertragen haben sie es obendrein. (Speikinder) Beim unserem Jüngsten waren wir denn tiefen Entspannt. Ich habe Gemüse und Biofleisch (gibts sowieso am meisten bei uns) einfach beim Essen abgeknapst, (bevor Gewürze dran kamen) und püriert, oder gehäckselt. Hat uns fast nix gekostet. Und Gesund ist er wie ein Pferd. Habe mit meinem Kinderarzt immer mal wieder Rücksprache gehalten, er meinte, so wären er und seine Generation alle Groß geworden. Babybrei? Gab es kaum. Bin neulich beim warten in einer Arztpraxis, beim blättern in einer Broschüre über eine Studie von einem Allerlogen gestolpert, in der steht, das Kinder alles mal vom Teller probieren sollten, ruhig ab dem 4. Lebensmonat, um Allergien vorzubeugen. Die Quelle dazu habe ich bisher nicht finden können. Ein abschließender Tipp, den uns auch alle gegeben haben, den aber nie wirklich beherzigen konnten: Entspannt Euch. 😉

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  7. Posted by Andrea on Oktober 21, 2014 at 7:59 pm

    Tolle Seite! Mein ältestes Kind ist inzwischen 21 Jahre (das ging wirklich schnell), mein jüngstes 4. Damals (vor 21 Jahren) las ich das Buch von Barbara Sichtermann „Leben mit einem Neugeborenen“. Ich konnte daraus lernen: Locker zu bleiben! Und die „Empfehlungen“ der Babyindustrie und Schwangerenvermarktung zu ignorieren. Babys und Kleinkinder brauchen kaum Extras, es ist auch nicht schwierig für ein kleines Kind zu kochen. Wir haben das ähnlich wie meine „Vorkommentatorin“ Meike gemacht. Es sind vier gesunde, neugierige „Allesfresser“ draus geworden.
    Es gibt noch ein sehr schönes Kochbuch mit klasse Rezepten für Alle:
    Gisela Krahl „Schlampenküche für verspielte Mütter“.
    Ich möchte alle Eltern ermutigen sich wieder zu trauen, ihre Kinder zu stillen, zu bekochen, zu erziehen, zu pflegen,einfach unter Benutzung des gesunden Menschenverstandes. Wir können auch ja erfahrene Eltern und Großeltern oder Freunde fragen und uns austauschen. Es ist nicht schwierig und wir müssen auch nicht perfekt sein. Im richtigen Leben brennt manchmal die Suppe an, oder die Kartoffeln verkochen.
    Möglicherweise hat das aber auch eine politische Dimension, denn wenn alle Kinder ausreichend lange gestillt werden und hinterher „normales“ Essen essen, wer braucht dann noch „Hipp“,“Alete“ und Co?

    Antwort

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