Archive for Mai 2013

Lustiger Lyrebird

Manchmal freue ich mich einfach, was die Natur für einen prächtigen Humor hat. Ein Prachtexemplar von einem Vogel ist der australische Leierschwanz oder Lyrevogel. Dieser schafft es auf erstaunlichste Art und Weise, die Geräusche in seiner Umgebung nachzuahmen.

Dieses Vögelchen aus dem Zoo von Adelaide kann sogar ganz prächtig Bauarbeiten nachmachen.

Wissenswertes rund um den faszinierenden Piepmatz – zugleich eine der ältesten bekannten Spezies dieser Erde – könnt ihr hier nachlesen.

Schwangerschaftsmassageöl selber machen

Schon früh in der Schwangerschaft wird einem von allen Seiten her geraten, dass man die stets wachsende Babykugel immer eincremen oder einölen soll. Ich bin Streifenfrei geblieben. Veranlagung, Bewegung, Ernährung und viel Wasser trinken spielen zwar denke ich eine wesentlich größere Rolle, aber es ist auch sehr nett, seinem Baby und sich die Aufmerksamkeit zu gönnen.

Ich hatte im Verlauf der Schwangerschaft einmal dieses unsägliche Malvenöl von Alverde: klebt und stinkt furchtbar nach Kaugummi, bäh! Dann doch lieber selber mischen.

Ihr braucht:

50 Gramm Zitrusöl (stärkt die Gefäßwände)
50 Gramm Lavendelöl (beruhigend)
50 Gramm Kamillenöl (beruhigend)
50 Gramm Calendulaöl (heilend)

Alle Zutaten zusammen in eine Flasche geben. Vor dem Gebrauch schütteln. Eine ausführliche Anleitung zur Massage als Vorbeugemittel gegen Dehnungsstreifen an Brust, Bauch und Po findet ihr hier.

Tipp: wer lieber eine Salbe mag, erhitzt das Öl im Wasserbad mit 4 Gramm Bienenwachs, bis dieses vollkommen geschmolzen ist, füllt es in Gläser um und lässt es mehrere Stunden durchhärten.

Massagebutter selber machen

LUSH Cosmetics hat zwar ein tolles Image und eine wahnsinns-Marketingstrategie, aber auch entsprechende Preise. Ausserdem ist LUSH nicht gerade, was es scheint – mehr Infos hier – und ich werde nicht mehr dort kaufen.

Schade eigentlich, denn die Massagebutter hatte was. Also selber machen! Geht flott von der Hand und ist ein tolles Mitbringsel: zu Geburtstagen, zum Muttertag oder als Trostgeschenk für Liebeskranke.

Ihr braucht:

50 Gramm Kakaobutterchips
20 Gramm geriebenes Bienenwachs
50 Gramm Vorzugsöl*
Evtl. 20 Tropfen ätherisches Öl
Form (z.B. eine Silikonform oder eine Muffinform mit Papier ausgelegt)

Die Kakaobutterchips, das Bienenwachs und das Vorzugsöl in einem Wasserbad unter ständigem rühren erhitzen, bis die Kakaobutter und das Bienenwachs sich völlig aufgelöst haben. Das Gemisch darf nicht kochen! Anschließend vom Feuer nehmen, nach Belieben ätherisches Öl untermengen und in die Förmchen gießen. Mindestens 4 Stunden aushärten lassen.

Ab ca. 37 Grad fangen sie wieder an zu schmelzen. Sie sollten daher an einem trockenen, kühlen Ort aufbewahrt werden (nicht auf der Fensterbank…).

*Je nachdem, was es für eine Massagebutter werden soll, kombiniert ihr auch die Öle.

Entspannung: Lavendel, Rose
Erfrischung: Zitrone, Pfefferminz
Empfindliche Haut: Calendula, Sanddorn oder Kamille
Bei Muskelkater und Schmerzen: Arnica, Rosmarin

Mischungen für Damen sind z.B. Rosenöl mit ätherischem Sandelholzöl, Sanddornöl mit ätherischem Vanilleöl, Lavendelöl mit ätherischer Pfefferminze.

Mischungen für Herren sind zum Beispiel Zitrusöl mit ätherischem Sandelholzöl, Pfefferminzöl pur oder Arnicaöl mit ätherischem Rosmarinöl.

Tipp: auch als Lotionbar toll!

Wunderbares Wollwachs

Wollwachs – vor allem als Lanolin bekannt – ist eine wirklich tolle Sache, auf die ich unerklärlicherweise erst vor ein Paar Monaten gestoßen bin.

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Eine Freundin empfahl es mir wegen den antiseptischen und wundheilenden Wirkungen als Brustwarzensalbe beim Stillen. Das Zeug hat wunderbar als Solches funktioniert! Ich habe auch nur 10 Gramm davon in der Stillzeit verbraucht, kann man sich in der Apotheke in Kleinstmengen abfüllen lassen.

Ganz ohne Chemie, Bleichmittel, Paraffin oder andere Zusätze nennt sich die goldgelbe, leicht wollig duftende Masse adeps lanae anhydricus und ist zum Beispiel hier zu kriegen (allerdings leider in Plastik verpackt).

Wo Wollwachs herkommt und was es noch alles für feine Wirkungen zeigt, könnt ihr hier nachlesen. Ich nutze es in der Wundschutzcreme für meinen Sohn, als Lippenbalsam und für besonders rauhe Hände, um Wollsachen zu behandeln und als Trennmittel zum basteln… Vaseline adé!

Dammmassageöl selber machen

Ich bin zwar nicht mehr schwanger, habe aber sehr von meiner regelmäßigen Dammmassage vor der Geburt profitiert und relativ problemlos ein Baby mit riesigem Kopf zur Welt gebracht. Schaut mal hier, warum man’s machen sollte.

Man kommt sich dabei zwar etwas albern vor, aber viele Hebammen schwören darauf und ich kann es nur empfehlen. Die Kräuter und Blüten bekommt ihr in Naturkostläden, sind aber in Reinform auch als Tees zu finden.

Ihr braucht:

50 Milliliter Weizenkeimöl
1 Teelöffel getrocknete Rosenblüten
1 Teelöffel getrockneter Salbei
1 Teelöffel getrocknetes Johanniskraut

1. Methode – wenn man 3 Wochen Zeit hat:

Das Öl in einen Topf geben und leicht erwärmen. Die Kräuter und Blüten in das Weckglas geben und mit dem warmen Öl übergießen. Das Gemisch mit einem Holzlöffel rühren und darauf achten, dass alle Kräuter mit Öl bedeckt sind. Das Glas verschließen und 3 Wochen an einen durchgängig warmen Ort stellen (Fensterbänke werden Nachts zu kalt). Anschließend das Öl durch ein Küchentuch abseihen und in eine kleine Flasche füllen.

2. Methode – wenn man 2 Stunden Zeit hat:

Das Öl, die Blüten und Kräuter in das Glas geben. In einen mit heißem Wasser gefüllten Topf (= Wasserbad) stellen und auf niedrigster Stufe 2 Stunden durchziehen lassen (nicht kochen). Alle halbe Stunde mit einem Holzlöffel durchrühren und nachsehen, ob noch genug Wasser im Topf ist. Anschließend das Öl durch ein Geschirrtuch abseihen und in eine kleine Flasche füllen.

Diese Anleitung zur Dammmassage ist sehr gut, wie auch das Öl (vorsicht, teuer! Weleda Dammmassageöl kostet für 50 Milliliter knapp 9 Euro und das Selbstgemachte funktioniert ebenso gut).

Jede Epoche hat ihren Gestank

Vor allem wenn ich Bahn fahre, schwappen mir regelrechte Dunstwellen entgegen – abgestandenes Bier, Maschinenöl, Ruß, Kabel- und Polstergeruch, Zigaretten, manchmal Urin.

Was aber noch viel heftiger ist sind die Düfte an den Menschen um mich herum: Deos und Shampoos, Fruchtbonbons und Limonade, Haarsprays und Nagellack, Döner, Duftwässerchen und Zahnpasta, Schweiß und Schminke, Aftershave und Handcreme, Haargel, Lotionen und andere Tinkturen. Verranzte Lederjacken, neue Plastiktaschen, nasse Hunde. Alle sind beduftet in einem wilden Potpourri aus Chemie und ätherischen Ölen und Eigengeruch.

Ist das schön? Seit ich meine eigene Kosmetik und eigenes Waschzeug mache finde ich es sehr angenehm, vor allem sauber zu riechen – also nach Nichts… mit einem Hauch Zitrone vielleicht. Keine absonderlichen Nivea-, Dove-, Douglas-, Gillette-, Schauma-, Duschdas- oder sonstige Duftschwaden ziehen ihre Kreise um mich herum. Ich bin schließlich ein Mensch und keine wandelnde Produktpalette.

„Jede Epoche hat ihren eigenen Gestank“ – dieses Zitat ist nicht von mir, sondern von einem höchst unterhaltsamen Radiobeitrag über Louis IVX, den ihr hier nachhören könnt.

Zahnpasta selber machen

Für diesen Post habe ich sehr lange recherchiert, da ich das Gefühl hatte, hier am meisten falsch machen zu können. Mein Zahnarzt hat mir einmal, auf meine Frage nach einer empfehlenswerten Zahnpasta, gesagt: „Das ist Nebensache. Hauptsache, Sie putzen!“ Wenn dem so ist, kann man ja vielleicht doch nicht so viel falsch machen.

Warum überhaupt Zahnpasta selber machen? Abgesehen davon, dass es einfach schön ist, zu wissen, was in der Creme drin ist, die man sich tagtäglich in den Mund schmiert, ist es auch eine Abfall- und Preisfrage (gute Zahnpasta hat seinen Preis, gerade wenn man Plastiktuben vermeiden will). Bei der Zahncreme sollte man jedenfalls nicht allzu fahrlässig sein:

http://www.bund.net/nc/service/oekotipps/detail/artikel/selbst-gemachte-zahnpasta/

Was Fluorid betrifft, gehen die Meinungen stark auseinander. Ob künstlich zugefügtes Fluor gesundheitsschädlich ist kann ich euch nicht genau sagen, ich bin kein Experte. Ich empfehle euch, „Fluorid Gift“ bei der Suchmaschine des Vertrauens einzugeben, danach entscheidet selbst. Ich für meinen Teil verzichte darauf.

Ich habe jedenfalls begonnen, mich im Netz umzusehen. Manche putzen sich nur mit Salz oder gar Kernseife die Zähne, was mir aber nicht so zuspricht (wer hat da Erfahrungen? Ich erinnere mich noch an das Zahnsalz meines Großvaters, wir Kinder haben das liebend gern genutzt aber ich weiß nicht mehr, was da ausser Salz noch drin war). Die Schneckenhausalternative lockt mich auch nicht gerade: http://vivalranger.com/wissensdatenbank/outdoor-und-suvivalanleitungen/140-zaehne-putzen

Rezepte mit Kokosöl fand ich doof, weil sich das sicher in den Rohren festsetzt und ich Produkte von weither möglichst vermeiden möchte. Ich wollte aber auch kein Pulver, sondern eine Paste haben, mit sinnvollen Inhaltsstoffen. Hier ist nun mein Rezept…!

Ich würde allerdings mittlerweile dazu raten, Zahnpuder herzustellen, weil es sich wesentlich länger hält: ersetzt den Tee durch einen Teelöffel zermörserten, getrockneten Salbei, Kamille oder Pfefferminze und hebt das Puder im Salzstreuer auf.

Ihr braucht:

20 Gramm Weiße Lavaerde
1 Messerspitze Meersalz (oder mehr, wie ihr’s mögt)
50 Milliliter stark gebrühter Salbeitee (macht Zähne weiß – denkbar wäre auch eine Kombi aus Salbei, Fenchel, Zitronenmelisse und Pfefferminz oder so)
2 Calcium/Magnesium Kombitabletten, fein zermörsert (für die Extraportion Mineralstoffe, natürlicher Aufheller)
1/2 Teelöffel gemahlene Nelken (antibakteriell) und/oder 1/2 Teelöffel Zimt (antibakteriell)
Evtl. 1 Teelöffel Natron (bei stark verfärbten Zähnen)
Evtl. 1 Teelöffel Steviapulver zum Süßen
Evtl. einige Tropfen lebensmitteltaugliches Pfefferminzöl (kühlt das Zahnfleisch, verleiht Geschmack)
1 Töpfchen, mit Wasser abgekocht

Alle Zutaten im Töpfchen zu einer homogenen Paste verrühren. Mit einem kleinen Löffel o.Ä. eine erbsengroße Portion auf die Zahnbürste geben; so verhindert man, dass Keime in die Zahncreme gelangen und sie
hält länger. Im Kühlschrank gelagert verlängert sich auch nochmal die Lebensdauer.

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Meine Kaufempfehlung sind die Zahncremes von Weleda – die sind Bio, ohne Fluorid und kommen mit vergleichsweise wenig Plastik aus, da sie in Alutuben daherkommen.

Weiße Schokolade selber machen

Weiße Schokolade ist zwar streng genommen gar keine Schokolade, aber wenn ich schon Anleitungen für Milchschokolade und Zartbitterschokolade poste, sollte das Trio komplett sein. Versucht es mal mit einem halben Teelöffel Zimt und etwas Orangenöl oder einem Teelöffel Nussmus…

Ihr braucht:

– 90 Gramm Kakaobutterchips
– 1 Teelöffel Vanilleessenz
– 2 Esslöffel Honig, Agavendicksaft oder Apfeldicksaft (je nach Belieben etwas mehr oder weniger, es geht auch 1 Esslöffel Steviapulver)
– 2 Teelöffel Trockenmilch oder Mandelmilchpulver

Die Kakaobutter im Wasserbad unter ständigem Rühren schmelzen lassen. Wer festen Honig nimmt, sollte diesen mit erhitzen. Dann die Kakaobutter vom Herd nehmen, alle anderen Zutaten untermischen und die Schokoladenmasse in Förmchen füllen. Dafür könnt ihr Silikonformen nehmen, es gehen aber auch Muffinpapierchen, oder ihr gießt es auf Backpapier und brecht es später in Stücke.

Mehrere Stunden aushärten lassen. Die Schokolade hält sich im Kühlschrank 4 Wochen.

Tipp: ihr könnt auch einzelne Tröpfchen auf ein Backpapier machen und habt dann selbstgemachte Chocolate Chips! Die Schokoladentröpfchen kann man natürlich auch in einer Milch- oder Zartbittervariante machen.

Milchschokolade selber machen

Milchschokolade selber machen ist schnell, einfach… und lecker! Wer es herber mag, schaut sich das Rezept für Zartbitterschokolade an.

Ihr braucht:

– 80 Gramm Kakaobutterchips
– 40 Gramm Backkakao
– 20 Gramm Trockenmilch oder Frischmilch oder Sahne (auch Mandelmilch ist lecker)
– 2 Esslöffel Apfeldicksaft, Agavendicksaft oder Honig (je nach Belieben etwas mehr oder weniger, es geht auch 1 Esslöffel Steviapulver)
– evtl. Backaromen, Nüsse und co.

Die Kakaobutter im Wasserbad unter ständigem Rühren schmelzen lassen. Wer festen Honig nimmt, sollte diesen mit erhitzen. Dann die Kakaobutter vom Herd nehmen, alle anderen Zutaten untermischen und die Schokoladenmasse in Förmchen füllen. Dafür könnt ihr Silikonformen nehmen, es gehen aber auch Muffinpapierchen, oder ihr gießt es auf Backpapier und brecht es später in Stücke.

Mehrere Stunden aushärten lassen. Die Schokolade hält sich im Kühlschrank 4 Wochen und schmeckt in der Oster- und Weihnachtszeit besonders gut.

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Hier mit einen Fuß aus weißer Schokolade

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Zartbitterschokolade selber machen

Hier stelle ich euch ein Schokoladenrezept vor, was mit einfachen Mitteln zu machen und gut abwandelbar ist – einfach Nüsse, Cornflakes, Cranberries oder Rumrosinen, Chili oder 1 Teelöffel Amaretto oder starken Espresso oder Vanilleessenz oder… nach Belieben untermischen oder pur genießen! Ist auch ein schönes Mitbringsel.

Schokolade ist nicht ganz so schlecht wie sein Ruf (schaut mal hier). Allerdings sollte man auf Fairetradezutaten achten und die süße Nascherei nicht zum Alltagslebensmittel werden lassen (schaut mal unter der Rubrik „Links“ nach).

Ausserdem kostet gute Schokolade mit Stevia statt Zucker gesüßt gut 3 Euro pro Tafel (Cavalier ist m.E. die einzige Steviaschokolade, die nicht nach Seife schmeckt). Da ich auf Zucker verzichte, hieß es mal wieder: selber machen!

Ihr braucht:

– 80 Gramm Kakaobutterchips
– 60 Gramm Backkakao
– 1-2 Esslöffel Apfeldicksaft, Agavendicksaft oder Honig (je nach Belieben etwas mehr oder weniger, es geht auch 1 Esslöffel Steviapulver)
– evtl. Backaromen, Nüsse und co.

Die Kakaobutter im Wasserbad unter ständigem Rühren schmelzen lassen. Wer festen Honig nimmt, sollte diesen mit erhitzen. Dann die Kakaobutter vom Herd nehmen, alle anderen Zutaten untermischen und die Schokoladenmasse in Förmchen füllen. Dafür könnt ihr Silikonformen nehmen, es gehen aber auch Muffinpapierchen, oder ihr gießt es auf Backpapier und brecht es später in Stücke.

Mehrere Stunden aushärten lassen. Die Schokolade hält sich im Kühlschrank theoretisch 4 Wochen, ist aber praktisch schon vorher weg 😉

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Tipp: ein Stück in heißer Milch aufgelöst als Trinkschokolade genießen…