Archive for Mai 2013

Babys Goldstück

Schon vor der Schwangerschaft war mir wie so vielen klar: unser Kind bekommt keinen Schnuller….!

Soviel zur Theorie. Unser Kleiner nimmt den Schnuller zwar nur noch Nachts zum Einschlafen, aber der ursprüngliche „Notnuckel“, den wir uns vor der Geburt doch noch zugelegt haben, hat treue Dienste geleistet. Mittlerweile haben wir auch die nächste Größe besorgt.

Die Kirschkernform ist besonders für gestillte Kinder sinnvoll, damit es nicht zu Saugirritationen kommt. Ohne Plastik, BPA, Phtalate und den ganzen anderen Mist sind Schnuller aus Naturkautschuck wie von der Firma Goldi aus Italien, die in vielen Bioläden zu kaufen sind:

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Der breite, weiche Rand dient dem Baby auch noch als Beissringersatz und wird jetzt vor allem zum Spielen vor dem Einschlafen gern genommen. Auch Ökotest bewertete Goldischnuller 2004 und 2010 mit „sehr gut“ (Quelle).

Wichtig ist, den Schnuller nach Rissen und anderen Schwachstellen regelmäßig zu kontrollieren und das tägliche Abkochen des Schnullis bis zum sechsten Monat um Keime und Bakterien in Schach zu halten; danach reicht es, ihn gelegentlich heiß abzuspülen.

Sollte der Nuckel einmal klebrig, matt oder bröselig erscheinen, weil er etwa zu lange mit dem Babyöl in Kontakt geraten ist: bitte sofort kompostieren und einen neuen zulegen! Die Lebensdauer kann man erhöhen, indem man 2 Schnuller im Rotationsverfahren nutzt und der jeweils ungenutzte eine Woche durchhärten kann.

Tipp: will das Baby keinen Schnuller nehmen oder wird dieser am laufenden Band ausgespuckt hilft es, regelmäßig sanft am Schnuller zu ziehen, damit das Baby mit Saugen reagiert. Manchmal liegt es auch an der Schnullerform, dass Babys keinen Schnuller nehmen, und man muss etwas herumexperimentieren – auch mit Knoten in Spucktüchern etc. Allerdings ist so ein Nuckel kein „muss“. Jedes Kind ist anders…!

Rohrreiniger selber machen

Man versucht natürlich zu vermeiden, dass Abflussrohre voll werden und nichts mehr richtig abfließen mag. Ist der Abfluss aber einmal zu, kann man zu hochtoxischen, schweinisch teueren Spezialprodukten zweifelhaften Nutzens greifen.

Viele der Inhaltsstoffe mag ich allerdings weder im Haus noch im Abwasser haben!

So funktioniert’s günstig, umweltschonend und ohne Frust:

2 Esslöffel Natron in den Abfluss geben, mit 200 Milliliter Apfel- Kräuter- oder Weißweinessig nachgießen, sprudelzisch… eine Stunde wirken lassen, dann mit etwas Wasser nachspülen; gegebenenfalls wiederholen.

Haarspray selber machen

Haarspray ist teuer, klebrig, stinkig, hochentzündlich und ziemlich giftig, kommt in der Einwegflasche und es kommt damit für mich nicht in Frage, es zu kaufen. Besonders in der Schwangerschaft sollte Haarspray übrigens unbedingt gemieden werden: lest hier nach, warum!

Manchmal ist es aber ganz nützlich, die Haare irgendwie fester zu kriegen oder Frisuren zum Halten zu bringen. Ich mache desöfteren mal Zombies oder Vampire aus meinen Mitmenschen – dazu gibts vielleicht auch mal einen Post mit Anleitungen und ökologischen Monsterschminktipps – etwa zu Halloween.

Also muss Haarspray her. Vielleicht nutzen es ja auch einige von euch täglich und ihr seid es leid, mit Gift um euch zu sprühen. Voilà die schnelle, günstige und unbedenkliche Alternative!

Ihr braucht:

– 100 Milliliter Wasser
– 3-5 Esslöffel Zucker
– eine leere Pflanzensprühflasche mit „Nebel“ – Einstellung

Wasser zum kochen bringen. Den Zucker in die Sprühflasche füllen (3 Esslöffel für sehr feines Haar, bis zu 5 für schweres, festes Haar, hier muss jeder selbst die Dosis für sich rausfinden). Das Wasser draufgießen, schütteln. Warten, bis der Zucker sich ganz aufgelöst hat. Vor jedem Gebrauch nochmal schütteln. Das war’s!

Tipp: Wer mag, kann für Rosenduft und etwas Glanz einen Esslöffel Rosenessig untermischen (der Essigduft verflüchtigt sich schnell, der Rosenduft bleibt).

Trockenshampoo selber machen

Der Sommer naht! Es wird wärmer und Zeit, Sonnenbrille und Sonnenmilch auszupacken. Damit man auf den vielen Festivals, beim Zelten oder einfach nur bei der Umstellung auf Heilerde zum Haare waschen nicht gleich wie ein Zottelbär mit fettigem Haar herumläuft ist hier ein schnelles Rezept für selbstgemachtes Trockenshampoo. Passt in jeden Rucksack!

Ihr braucht:

3 Esslöffel zartschmelzende Haferflocken
1 Teelöffel Natron oder Speisestärke
1 Teelöffel getrocknete Kräuter nach Belieben (Rosenknospen, Rosmarin, Salbei, Lavendelblüten, Kamille…)

Alle Zutaten in einen Mörser geben und fein zerstoßen. Ihr könnt es auch in der Küchenmaschine zerhäkseln oder mit einem Nudelholz klein walzen. Fertig!

Zum benutzen einfach das Pulver großzügig im Haar verteilen, gut einkneten und ausbürsten. Es funktioniert natürlich auch ohne Kräuter, riecht dann aber nicht so gut.

Babylöffel ohne Plastik

Ich habe vor Jahren einmal in Erfurt eine Packung Babylöffel aus Plastik und eine kleine Dose Katzenfutter in einer Drogerie gekauft, um notdürftig ein Spatzenbaby zu versorgen, was aus dem Nest gefallen war. Später gabs dann ein Gemisch aus Eifutter, Beofutter und Apfelsaft, was dem Vögelchen sehr gut getan hat, aber – zurück zu den Löffeln.

Die quietschbunten Plastikteile lagen ziemlich lange ungenutzt bei mir in der Schublade. Als dann der Kleine auf die Welt kam und sein erstes Breichen bekommen sollte, sprangen mir die erfurter Spatzenlöffel natürlich wieder ins Auge. Doch sie waren mir suspekt, da aus Plastik.

Ich habe mich also an den Rechner gesetzt und bin ziemlich schnell fündig geworden: in Apotheken bekommt man wunderbare Hornlöffel, wo diese zum Abwiegen und Mischen von Zutaten eingesetzt werden. Günstiger bekommt man die Löffelchen allerdings bei ebay als „Kaviarlöffel“.

Schön, nicht?

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Nun kann ich meinem Sohnemann Pastinaken, Möhren und co. plastikfrei und dekorativ zu löffeln geben. So ein Hornlöffel darf allerdings nicht in die Spülmaschine und sollte hin und wieder mit mildem Olivenöl eingerieben werden, damit er nicht spröde wird.

Wundschutzcreme selber machen

Wenn es ums Baby geht, bin ich besonders achtsam. Ich stille, koche selber Babybrei aus reinen Biozutaten, achte auf schadstofffreies Spielzeug, nutze Stoffwindeln und lege Wert auf sinnvolle, bequeme Kleidung (kbA oder Second Hand).

Jetzt mache ich auch die Wundschutzcreme selbst. Ich wollte eine unbedenkliche Creme welche gut wirkt, sich schön verteilen lässt und keinen schmierigen oder gereitzten Babypopo hinterlässt. Ausserdem wollte ich keine aufwendigen Zutaten besorgen müssen und gerne Geld sparen.

Als Basis habe ich wegen der vielen tollen Eigenschaften Wollwachs – also Lanolin – in Bioqualität verwendet, ihr könnt aber auch Kokosöl nehmen.

Auf Zinkoxid habe ich verzichtet. Zinkoxid ist selbst ein ziemlich toxisches Zeug und gilt als wassergefährdend (Quelle); um das Gift perfekt zu machen, wird es mit Nanopartikeln versetzt. Lest hier nach. Umso trauriger finde ich, dass man Zinkoxid in jeder Wundschutzcreme findet, biologisch hin oder her. Pflegende Öle sind ein prima Ersatz!

Hier ist nun die entstandene Wundschutzsalbe ohne Methylparaben, Propylparaben, Dimethicone, Petrolatum, Paraffin, Parfum, Zinkoxid, Konservierungsstoffe oder sonstigen Quatsch zum nachrühren…! Ich muss sagen: es ist die Beste, die ich kenne – und ich habe einige getestet – weder Weleda noch Lavera noch Bübchen heilen so gut.

Ihr braucht:

– 75 Gramm Wollwachs anhydrid ohne Paraffin oder Pestizide (gibt es hier – allerdings nicht ohne Plastik – wo gibt es entsprechendes Wollwachs im Glas zu kaufen? Vermutlich brauche ich selber ein paar nette Schafe)
– 8 Gramm reines Bienenwachs oder Carnaubawachs, gerieben
– je 50 Milliliter Lavendel– und Kamillenöl und 100 Milliliter Calendulaöl
– 5 Tropfen Teebaumöl
– möglichst kleine Tiegel oder Dosen (leere Reisegrößen oder Pröbchen, Minimarmeladen- oder Honiggläser…).

Alle Zutaten im Wasserbad erwärmen und kontinuierlich mit dem Schneebesen rühren, bis das Wachs sich komplett aufgelöst hat. Die Creme darf nicht kochen!

Dann die flüssige Wundschutzsalbe in die Töpfchen und Tiegelchen füllen. Während des Abkühlens härtet sich die Creme. Sie riecht ganz toll nach Honig und sieht auch so aus, hmmmm. Bei ca. 40 Grad Celsius beginnt sie zu schmelzen, wird aber im Kühlen wieder fest. Also im Sommer nicht wundern 😉

Kleine Behälter und saubere Finger beim benutzen der Creme sind wichtig, damit sich keine Bakterien einnisten können. Nicht angebrochene Töpfchen halten sich gut 1-2 Jahre. Ich finde sie perfekt – und wesentlich besser als Weleda, Lavera und Bübchen.

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Wasserlösliche Wimperntusche selber machen

Ich gebe ja zu, dass es auch irgendwie albern ist, sich zu schminken. Gerade im Beruf ist es mir aber manchmal angenehmer, erst einmal den „Tuschekasten“ auszukramen, bevor ich losgehe.

Mascara sollte man nach 3 bis 6 Monaten entsorgen, weil sich im Gefäß und an der Bürste so schnell gefährliche Bakterien ansammeln. Aber, Hand aufs Herz, wer wirft sie weg, bevor sie leer ist?

Kosmetik ohne Plastik bekommt man zwar hier und da, es gibt auch Naturkosmetik die viel verspricht, aber ich möchte es schon genau wissen, womit ich mich da eigentlich „bemale“. Vor allem wenn man bedenkt, was da alles an Schweinkram drin stecken kann: http://www.berliner-kurier.de/panorama/auch–chanel–betroffen-krebs-gift-in-wimperntusche-gefunden,7169224,22655210.html

Lieber selber machen! Hier stolperte ich über eine unverschämt einfache Anleitung, wollte aber auf das Mica verzichten (deswegen).

Zunächst braucht ihr eine Wimperntuschenbürste und ein kleines Gefäß. Ich hab einfach eine alte Bürste eingeseift und bin ganz überrascht, dass sie eigentlich weiß ist. Wenn sie einmal den Geist aufgegeben hat, werde ich auf plastikfrei umsteigen (bekommt man zum Beispiel bei http://www.kostkamm.de). Dazu noch ein sauberes Töpfchen von einer leeren Probe und los geht’s.

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Ihr braucht:

Aloe-Vera-Gel
Für braun Backkakao
Für schwarz zermörserte Aktivkohletabletten/Kohlekompretten

Einfach vor jedem schminken etwas Aloe-Vera-Gel mit etwas Pulver zusammenmatschen. Sorry, das ist jetzt etwas ungenau. Ihr braucht aber wirklich nur winzige Mengen, die kann ich nicht abwiegen! Einfach ausprobieren und auftragen. Danach die Bürste mit Seife ausspülen.

So sammeln sich nirgends Bakterien an, alles ist frisch und unbedenklich. Für unterwegs einfach zwei Döschen füllen: eins mit Backkakao oder Aktivkohle, eins mit Aloe-Vera-Gel.

Die Mascara macht natürliche, dunkle Wimpern, die schön aussehen aber nicht groß auffallen. Wer das große Wimpernwunder erwartet hat, den muss ich hier leider enttäuschen. Das bekommt man tatsächlich nicht auf natürlichem Wege hin. Oder doch? Vielleicht bekomme ich das auch noch hin, bis dahin: hier meine Empfehlung.

An guter wasserfester Wimperntusche zum selber machen arbeite ich gerade noch. Zur Zeit laufe ich regelmäßig mit verklebten Wimpern und Waschbäraugen rum aber ich werde berichten, wenn die Zusammensetzung stimmt!

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Babyshampoo selber machen

Nachdem ich das Kokos-Rosenshampoo optimiert habe, wird es Zeit, auch fürs Baby Shampoo anzurühren. Es ist mir allemal lieber als das Gekaufte!

Dieses hier ist mild, reinigt gut und schonend, kommt ohne irgendwelche merkwürdigen Substanzen aus und ist zudem sehr günstig. Es ist auch als Familienshampoo für alle nutzbar.

Ihr braucht:

3 Esslöffel geriebene, echte Kernseife (s. Hinweis beim Waschmittel)
8 Esslöffel frisch gebrühter Kamillentee
2 Esslöffel Calendulaöl
1 Esslöffel Aloe-Vera-Gel
1 leere Shampoo- Spülmittel– oder Duschgelflasche
1 Trichter

Seife, Tee und Öl im Wasserbad erhitzen und gut rühren, bis durch die Seife eine Emulsion entsteht und alle Flocken aufgelöst sind. Kurz abkühlen lassen und das Aloe-Vera-Gel untermischen. Das Shampoo mithilfe des Trichters in eine leere Flasche füllen und vor jedem Gebrauch kurz schütteln. Innerhalb von 4 Wochen aufbrauchen.

Tipp: Entchen nicht vergessen!

Kokos-Rosenshampoo selber machen

Für diejenigen, die sich natürlich, plastikfrei und umweltbewusst die Haare waschen wollen, sich aber nicht mit Heilerde anfreunden können, gibt es jetzt ein schönes Rezept zur Shampooherstellung. Ich habe es mir für eine Freundin ausgedacht.

Das Shampoo pflegt und reinigt mild, ist günstig herzustellen und ohne bedenkliche Inhaltsstoffe. Essig gibt dem Haar Glanz, Kernseife reinigt, Kokosöl verleiht Feuchtigkeit und die Mischung duftet dezent nach Urlaub… allerdings schäumt es nicht so stark… probiert’s aus!

Ihr braucht:

3 Esslöffel geriebene, echte Kernseife (s. Hinweis beim Waschmittel)
8 Esslöffel heißes, abgekochtes Wasser
1 Esslöffel Rosenessig (oder Apfelessig)
1 Teelöffel Kokosöl
1 leere Shampoo- Spülmittel– oder Duschgelflasche
1 Trichter

Alle Zutaten im Wasserbad erhitzen, bis eine homogene Masse ensteht. Mihilfe eines Trichters in Flaschen füllen und vor jedem Gebrauch kurz schütteln. Das Shampoo ist sehr ergiebig, es reicht auch bei längerem Haar ein Teelöffel davon. Da das Shampoo keine Konservierungsstoffe hat, sollte man es nicht zu lange stehen lassen. Der Essig verlängert die Lebensdauer; damit ist es 8 Wochen gut haltbar.

Sprühdeo selber machen

Hier habe ich ein Rezept zusammengebastelt, womit man sich Geld, Gift und Gemüffel sparen kann.

Herkömmliche Deoderants sind voll mit Aluminiumsalzen und anderen Giftstoffen welche zwar ganz gut gegen Schweiß und Gestank sein mögen, aber welche auch ziemliche gesundheitliche Schäden mit sich bringen können. Hier mein Post zum Thema Aluminium.

Da ich neben der Wirkung auf Inhaltsstoffe, Herkunft und Verpackung achte, bin ich erst einmal beim Zitrusdeo von Weleda gelandet. Das ist allerdings recht teuer, und die Zutatenliste recht kurz; da lag die Überlegung nahe, zum nächsten Nachfüllen der Flasche selbst etwas zusammenzubrauen. Ich habe mich durch viele Rezepte und Erfahrungsberichte gelesen, habe dieses und jenes ausprobiert und bin zu folgendem Wässerchen gekommen:

Ihr braucht:

– 50 Milliliter abgekochtes Wasser
– 100 Milliliter Vodka, Weingeist oder Ansatzspirituose (antibakteriell)
– 20 Tropfen ätherisches Öl (Teebaum, Bergamotte, Zitrone, Orange, Lavendel, Sandelholz, Salbei, Rose… im einzelnen oder gemischt)
-Leere Sprühflasche

Alle Zutaten gut mischen und mit einem Trichter in die Sprühflasche füllen. Das Deo hält sich mindestens ein Jahr und lässt sich gut abwandeln; so sind sowohl für Männer als für Frauen viele Kombinationen möglich! Vor dem Gebrauch schüttel ich es immer.

Die Umstellung von „normalem“ Industriedeo auf das selbstgemachte kann 2-3 Wochen dauern, also Geduld üben! Wer sich die Achseln rasiert: das Zeug „beißt“ danach etwas, wie das oben erwähnte Markenprodukt auch.

Tipp: gleich die doppelte Menge machen und den Rest zum Nachfüllen in einem (beschrifteten!) Schraubglas aufbewahren. Hält sich ewig!