Archive for August 2013

Kissenspray selber machen

Eigentlich schlafe ich wie ein Stein. Eigentlich. Manchmal aber lassen einen die Gedanken einfach nicht los, man wälzt sich hin und her und bekommt den Kopf doch nicht frei. Manchmal steht eine Prüfung an, oder ein wichtiges Treffen; manchmal ist man unterwegs und kann in einem fremden Bett schlecht schlafen; und manchmal liegt man einfach wach ohne genau zu wissen, warum. Kennt ihr das?

Da ich kein Freund von Schlaftabletten bin und Baldrian mir noch nie geholfen hat war ich sehr froh, über dieses wunderbare Kissenspray von Primavera gestolpert zu sein:

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3 Spritzer aufs Kissen, einschlafen! Ich finde es großartig. Nur der Preis schreckt etwas ab; also habe ich mir eine Mischung ausgedacht, die genauso wunderbar wirkt und ähnlich riecht.

Ihr braucht:

12 Esslöffel Vodka

6 Esslöffel Wasser

1 Teelöffel Lavendelblüten

1/4 Vanilleschote

1 Teelöffel Rosenblüten

1 Teelöffel Melisse

1 kleine, nachfüllbare Sprühflasche (z.B. von einem leeren Sprühdeo)

Die Vanilleschote in kleine Stücke schneiden und mit den Rosenblüten, dem Lavendel und der Melisse mit dem Mörser zerdrücken. Das Wasser kochen und über die Mischung geben. Erkalten lassen. Den Alkohol drübergießen. Das Ganze mindestens 4 Wochen in einem Schraubglas verschlossen durchziehen lassen, dann durch ein Geschirrtuch abseihen und in die Sprühflasche füllen. Vor Gebrauch einmal kräftig schütteln. Nach dem Aufsprühen 5 Minuten warten, bis ihr euch auf das Kissen legt, so verfliegt der Alkohol und nur die beruhigenden Sommergerüche bleiben. Dies ist gerade wichtig, wenn das Spray für Kinder genutzt wird.

Tipp: Autogenes Training hilft auch sehr gut! Etwa mit Hilfe der CD „Wege in die Entspannung und gesunder Schlaf“.

Erstausstattung: weniger ist mehr

Es gibt viele, viele Listen zu diesem Thema im Internet. Man wird regelrecht überschwemmt mit guten Ratschlägen und Kaufempfehlungen. Doch letztenendes ist es an den Eltern, zu entscheiden, was zu welchen Vorstellungen passt.

Dies sind meine persönlichen Empfehlungen für eine möglichst unkomplizierte, nachhaltige Erstausstattung fürs Baby. Bei mir haben die Sachen den Praxistest alle bestanden!

Wickeln:

– 20-30 Stoffwindeln
– 2-3 Überhosen
Wundschutzcreme
– 30-40 Waschlappen
– Wickelauflage (oder ein dickes Handtuch)
– Wickeltisch oder Wickelbrett
– eine wiederverwendbare Unterlage für unterwegs (ich hab mir eine mit integriertem Wäschebeutel genäht)

Schlafen:

– Beistellbett
– Matratze (Kokosfaser)
– 2 Laken
– 2 Babyschlafsäcke oder Pucktücher

Transport:

– Babytrage
– Autositz
Babydecke

Pflege:

Babyöl
Badeöl
– Nagelschere (abgerundet)
Natürliche Hausapotheke
– Ziegenhaarbürste
Sonnencreme
– Wind-und-Wetterschutzcreme

Kleidung:

– 4-6 Bodys
– 4 Strampler
– 2 Pullover oder Jacken
– 2 Mützen
– 4 Paar Socken
– evtl. Schneeanzug

Sonstiges:

– 5-10 Spucktücher (Mullwindeln)
– evtl. 2 Schnuller, 2 Flaschen (ich empfehle Lifefactory)
Gesundes Waschmittel

Neupreis für alles: ca. 950 Euro. Was ich nicht empfehle: Kinderwagen, Pampers, feuchte Tücher, Milchpumpe und dazugehörige Milchbeutel. Statt Babybadewanne geht auch eine große Schüssel oder ein geschlossener Wäschekorb.

Tipp: Gebraucht ist oft nicht weniger gut; und man bekommt gerade beim ersten Kind vieles geschenkt oder ausgeliehen. Beim Zweiten kann fast alles – bis auf die Matratze, diese bitte neu kaufen – wieder verwendet werden, sogar die Windeln.

Ghee selber machen

Nach vielen Posts ohne Fotos jetzt endlich wieder ein Paar mehr!…

Ghee ist für die indische Küche geradezu unerlässlich; doch auch zum Backen und Braten von Gerichten, welche Butterreinfett fordern, ist dies ein guter Ersatz. Da es auch nahezu laktosefrei ist, können viele Menschen mit einer Laktoseintoleranz so vom karamellisierten Buttergeschmack profitieren (es sei denn, diese Intoleranz ist sehr stark). Da Ghee recht teuer sein kann, folgt hier eine Anleitung zum selber machen. Ich habe keine Mengenangaben gemacht, doch aus 250 Gramm Butter gewinnt ihr so ca. 180 Gramm Ghee.

Ihr braucht:

Butter
Einen Topf
Ein Sieb
Ein dünnes Geschirrtuch

Die Butter in den Topf geben und auf niedriger Stufe schmelzen lassen.

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So lange köcheln lassen, bis sich große Balsen an der Oberfläche bilden. Hier entweicht das restliche Wasser aus der Butter.

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Nun, nach ca. 10 Minuten, werden die Blasen immer kleiner, der Schaum auf der Butter dichter. Nun den Topf vom Feuer nehmen…

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… Und das Ghee durch das Geschirrtuch abseihen. Die Flüssigkeit auffangen, in ein Schraubglas geben und abkühlen lassen.

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Es hält sich zwar auch ganz gut außerhalb des Kühlschranks, doch ich stelle es lieber kühl, wo es fest bleibt. Innerhalb von 2 Wochen verbrauchen.

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Ein Wort zu Baumwolle

Hätten Sie gewusst, dass
jeder Deutsche jährlich 28 Kleidungsstücke kauft? Ein T-Shirt beim Anbau mit rund 150 Gramm Pestiziden und Insektiziden belastet wird und einmal um die halbe Welt fliegt, bevor es im Geschäft landet?
Weil die natürlichen Niederschläge nicht ausreichen und fast die Hälfte des Baumwollanbaus beregnet werden muss, verbraucht außerdem jedes T-Shirt etwa 2.000 Liter Wasser – nicht mitgerechnet das Wasser, das später zum Färben verwendet wird.“ –Quelle

Baumwolle. Wir kleiden uns darin, schminken uns damit, reinigen uns damit die Ohren. Es gilt als natürlich, gesund und unbedenklich. Schließlich ist Baumwolle ein Naturprodukt, kann kompostiert werden und ist leicht zu waschen. Man bekommt Baumwollprodukte überall zu Schnäppchenpreisen.

Doch wer sich ohne Gedanken ein T-Shirt für 5 Euro kauft, unterstützt nicht nur die Ausbeutung von Näherinnen in Ländern wie Bangladesch. Der weiße Flaum – jährlich werden weltweit 25 Millionen Tonnen davon für den Weltmarkt geerntet, Tendenz: steigend (Quelle). 25 Millionen Tonnen! Diese werden vor alkem in Indien, China und den USA angebaut. Bereits 75% dieser Baumwolle stammt von genetisch manipulierten Pflanzen (Quelle).

Was genmanipulierte Pflanzen für Nachteile mit sich bringen – ob sie sogar beim Verzehr unser Erbgut verändern könnten – ist umstritten, da nicht eingehend erforscht. Es fehlen die Langzeitstudien (Quelle).

Doch viele Nachteile der Baumwollindustrie liegen auf der Hand: Pestizidvergiftungen, Wasserarmut, Dumpingpreise, Ausbeutung.

„Für kein anderes landwirtschaftliches Anbauprodukt werden
so viele Pflanzengifte eingesetzt wie für die Baumwolle.“ –Quelle

… entsprechend sieht es bei den Menschen aus: laut World Health Organization (WHO) sterben jedes Jahr mindestens 20.000 zumeist stark ausgebeutete Baumwollbauern, darunter auch Kinder, an den Folgen der Pestizide (Quelle).

Doch auch Wasserläufe, Pflanzen und Tiere sind in Gefahr. Entschuldigt, wenn ich hier nun nicht weiter auf die Details eingehe; mir ist schon schlecht (Stichworte: Desertifikation, Artensterben, Klimakiller).

Wie so häufig liegt es auch hier am Verbraucher, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt.

Was wir tun können:

1. verbannt entsprechende Einwegprodukte aus eurem Haushalt: Q-Tips, Wattepads, Tampons.
2. kauft Second-Hand und nachhaltig: achtet auf Biosiegel und den Hinweis „kbA“ (kontrolliert biologischer Anbau).
3. betreibt „Upcycling“ mit verschlissenen Sachen: ob Wischlappen für die Küche, Sockenpuppen für die Kinder oder ein Quilt aus alten T-Shirts.
4. sprecht mit Familie, Freunden, Kollegen über die Baumwollproblematik.
5. findet heraus, was ihr wirklich braucht, und reduziert. So kauft ihr weniger und bewusster ein.

Duschöl selber machen

Als ich einer Freundin vorschlug, auf ihr heißgeliebtes Nivea-Duschöl zu verzichten und stattdessen einfach Olivenöl zu nehmen, entgegnete sie entsetzt: „Davon wird man doch gar nicht sauber!“. Dabei empfand ich eher eine ziemliche Abscheu gegenüber den Inhaltsstoffen ihres Markenöls in der unscheinbaren Plastikflasche:

Glycine Soja, MIPA-Laureth Sulfate, Ricinus Communis, Laureth-4, Cocamide DEA, Poloxamer 101, Parfum, Triticum Vulgare, Citric Acid, Aqua, Panthenol, BHT, Propyl Gallate, Linalool, Butylphenyl Methylpropional, Limonene, Citronellol, Geraniol, Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde, Coumarin, Alpha-Isomethyl Ionone, Eugenol, Hexyl Cinnamal

Dies ist eine lange Liste, was mich schonmal skeptisch werden lässt. Negativ auffallen tun die fettgedruckten Begriffe, vor allem das Poloxamer 101 gilt als bedenklich und umweltrelevant (mehr zu diesen Inhaltsstoffen hier).

Damit wird man doch erst recht nicht „sauber“… Und da gibt Nivea der Flasche noch den Aufdruck „natürlich“ und prahlt mit 55% natürlichem Öl?!? Zu 3 Euro 30 pro 200 Milliliter? Pfui.

Mit Olivenöl während oder nach dem Duschen kann sich vielleicht nicht jeder anfreunden, aber zum Glück gehts auch anders. 100% natürliches Öl. Dein Lieblingsduft. Sonst nichts.

Ich präsentiere: Duschöl selber machen. Du kannst es auch als Badeöl oder Haarpflege nehmen!

Methode 1

100 Milliliter Sesamöl, 100 Milliliter Mandelöl und 15 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl mischen, fertig.

Methode 2

100 Milliliter Lavendelöl mit 100 Milliliter Zitrusöl mischen. Oder auch Rosenöl, Kamillenöl, Calendulaöl

Vielleicht bin ich als Freundin auch manchmal etwas anstrengend. Aber besagte Dame ist erstaunt, wie toll sich Olivenöl stattdessen macht…!

Tipp: vorsicht, Rutschgefahr! Fall nicht hin und spül die Reste gut weg, damit auch der nächste Duschende nicht hinplumpst 🙂