Archive for September 2013

Cremiges Deo selber machen

Ich nutze mein selbstgemachtes Sprühdeo sehr gern, doch nicht jeder verträgt Alkohol auf der Haut und viele bevorzugen eine festere Variante. Dieses cremige Deo lässt sich gut mit einem Finger oder einem kleinen Schwamm auftragen. Ihr könnt es aber auch in ein leeres Rolldeogefäß tun.

Ihr braucht:

2 Esslöffel Natron

3 Esslöffel Kokosöl

1 Gramm Bienenwachs

2 Esslöffel Speisestärke

5 Esslöffel Mandelöl

15 Tropfen ätherisches Öl oder 1 Teelöffel Teebaumöl

 

Das Kokosöl mit dem Mandelöl und dem Bienenwachs im Wasserbad zum schmelzen bringen. Vom Feuer nehmen und zügig den Rest der Zutaten untermischen. 3 Tage stehe lassen, bis das Gemisch die richtige Konsistenz bekommt. Das Zeug ist ziemlich ergiebig, nicht zu viel verwenden!

Tipp: wem das Ganze zu fest wird, nimmt etwas mehr Mandelöl und erhitzt die Massse nochmal.

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Echte Kernseife

Da ich so oft mit Kernseife arbeite und diese auch gern bald selber sieden möchte, wird es Zeit für einen eigenen Post.

Wie ich im Waschmittelrezept schon erwähnt habe, ist Kernseife nicht gleich Kernseife. Viele handelsüblichen Kernseifen enthalten EDTA – dieser Stoff ist nicht nur hat nicht nur die Gefahrenstoffkennzeichnung „reizend“, sondern kann auch gentechnisch produziert werden und die „starke Mineralstoffbindungsfähigkeit kann zu deutlichen Beeinträchtigungen des Stoffwechsels führen“ (Quelle). Ausserdem gilt es als ökologisch bedenklich, da es sich nur schwer abbauen lässt und der Stoff es schafft, giftige Schwermetalle aus dem Sediment zu lösen (Quelle). Ausserdem enthalten Kernseifen häufig Konservierungsstoffe und andere fragwürdige Substanzen.

Echte Kernseife bekommt man nicht in der Drogerie, sondern in Bioläden, Reformhäusern und im Internet. Traditionell hergestellte Kernseife wird aus Tierfett – etwa Rindertalg – hergestellt, mittlerweile gibt es aber auch viele rein pflanzliche Kernseifen (hier rate ich dazu, Palmöl zu vermeiden). Ähnlich in Qualität und Wirkung sind Allepposeife und Savon de Marseille (hier auf einen hohen Olivenölanteil von mindestens 70% achten). Die Kernseife wird im Gegensatz zur „normalen“ Seife nach dem sieden ausgesalzen, um überschüssige Lauge, Wasser und Glycerin zu entfernen.

Kernseife pflegt nicht; sie duftet kaum; aber sie macht richtig gut sauber und hält sich sehr, sehr lange. Für die Körperpflege ist sie zu stark austrocknend, pur würde ich sie dafür also nicht nutzen.

Aber: geniales Zeug, das.

Was sind Sodium Laureth Sulfate?

Shampoo, Mundspülung, Flüssigseife, Spülmittel, Duschgel, Haarfarbe, Zahnpasta, Badezusatz, Bleichmittel, Make-Up, Neutralreiniger, Flüssigwaschmittel – auf den Listen der Inhaltsstoffe steht zumeist an erster oder zweiter Stelle „Sodium Laureth Sulfate“; dieses Tensid wird als Reinigungsmittel, Schaumbildner und Emulgator vielfach eingesetzt und ist in den meisten Haushalten kaum wegzudenken. Es ist sogar in vielen Bioprodukten vorhanden und zudem in Kristallform in der Apotheke zu kaufen, damit man sich zuhause auch selbst etwas damit anrühren kann.

Doch was ist das für ein Tensid? Wo kommt es her? Und ist es wirklich unbedenklich?

Sodium Lauryl Sulfate (SLS, oder auch Sodium Dodecyl Sulfate, Sulfuric Acid, Sodium Salt, Aquarex Methyl, Akaposal SDS, A13-00356, Aquarex ME) und die sehr ähnlichen, mit gleichen Risiken verbundenen Stoffe Sodium Laureth Sulfate (SLES) und Ammonium Laureth Sulfate (ALS) werden aus Kokos- oder Palmöl hergestellt, was zunächst auf ein unbedenkliches Naturprodukt schließen lässt. Doch diese „Saubermacher“ werden mit Augenirritationen, Hautsensibilität, Organschäden, Unfruchtbarkeit, Entwicklungsstörungen, Mutationen, Krebs und anderen unliebsamen Erscheinungen in Verbindung gebracht (Quelle).

Nie wieder duschen?

Wer umweltbewusst, nachhaltig und kostengünstig leben möchte, zudem etwas für seine Gesundheit tun und den Verkauf von solchen Substanzen nicht weiter unterstützen mag, dem lege ich ans Herz, auf diese Tenside dringend zu verzichten. Alternativen findet ihr zum Beispiel hier im Blog – von Haarseife (Post folgt) bis Waschmittel.

Natürlich scheiden sich die Geister, ob diese Sulfate wirklich krebserregend sind. Eine starke Gesundheitsgefährdung ist jedoch nicht auszuschließen, und auf dem Markt gibt es genügend Alternativen. Ich bin kein Versuchskaninchen der Industrie und weiß: Angebot und Nachfrage gehen Hand in Hand.

Vanilleessenz selber machen

September heißt Herbst, und Herbst bedeutet: Schokoweihnachtsmänner, Dominosteine und Spekulatius in den Geschäften! Das finde ich zwar so früh reichlich albern, aber meine eigenen Weihnachtsvorbereitungen laufen auch schon an. Zum Beispiel: selbstgemachte Vanilleessenz ansetzen – für Stollen, Plätzchen, heißen Kakao -aber auch für Vanilleeis, Rhabarberteilchen oder Himbeerquark für den Rest des Jahres. Macht sich auch schön als Mitbringsel oder kleines Geschenk.

Ihr braucht:

15 Vanilleschoten
500 Milliliter Vodka

Die Vanilleschoten mit einem scharfen Messer in Stücke von ca. einem halben Centimeter schneiden. Diese in ein großes Glas (z.B. Ein leeres Gurkenglas) geben und mit dem Vodka übergießen. Das Glas gut verschließen, schütteln und gut 8 Wochen in einem dunklen Eckchen des Küchenschranks vor sich hinziehen lassen. Gelegentlich schütteln. Mit der Zeit wird die Mischung immer dunkler.

Nach 8 Wochen könnt ihr den Extrakt verwenden. Die Schoten könnt ihr abseihen oder im Glas lassen, damit sich das Aroma weiter entwickelt. Wichtig ist allerdings, dass sie immer gut mit Alkohol bedeckt sind, damit sie konserviert bleiben und nichts anfängt zu schimmeln.