15 Schritte in die Unabhängigkeit

Autark leben. Ein Traum. Wissen, wo Dinge herkommen. Was drin ist. Wofür es wirklich gut ist. Als stadtansässige Freiberuflerin mit Familie stoße ich schon mal an meine Grenzen: Zeit. Platz. Geld. Wissen.

Doch es gibt ein Paar Schritte, die jeder tun kann, um etwas unabhängiger zu leben – macht euch also etwas frei von dem ganzen Konsumterror, dem wirtschaftlichen Druck, gesellschaftlichen Zwängen. Vielleicht ist ja in meiner Liste auch was für dich dabei – für ein „langsameres“ Leben:

1. Schaff deinen Fernseher ab. Klebe an deinen Briefkasten den Hinweis, dass ihr keine Werbung eingeworfen bekommen wollt. Bestelle Modezeitschriften, Bestellkataloge und Fashion-Newsletter ab. Das spart Papier, Geld und Versuchungen.
2. Baue deine eigenen Lebensmittel an. Ob Basilikum auf der Fensterbank, Tomaten auf dem Balkon oder ein eigener Gemüsegarten – hier kann fast jeder etwas tun. Und es macht Spaß!
3. Lerne Handarbeit und Handwerk schätzen und lerne selber Nähen, Stricken, Sticken, Häkeln, Töpfern… oder zumindest, wie man einen Knopf annäht. Geh mit den Stiefeln zum Schuster, lass deine Scheren nachschleifen, klebe den kaputten Becher mit selbstgemachtem Sekundenkleber.
4. Lerne deine Nachbarn kennen. Wer weiß, wann du einmal eine Tasse Mehl, eine helfende Hand oder einen guten Rat von Ihnen gebrauchen kannst.
5. Geh auf die Suche nach essbaren Wildpflanzen. Das ist kostenlos und abenteuerlich. Nimm jemanden mit, der sich auskennt, besuche einen Kurs oder lege dir ein gutes Buch zum Thema zu. Wie wäre es mit Löwenzahnpesto oder Brenesselgemüse?
6. Verzichte auf Überflüssiges: Brotbackmaschine, Donut-Maker, Kartenmischmaschine. Hier sind ein Paar Tipps, die dir beim Ausmisten helfen können.
7. Improvisieren und Umfunktionieren: eine leere Weinflasche wird zur Teigrolle, verbogene Gabeln zu Schubladengriffen, Wollreste zu Kissenfüllungen.
8. Selber machen statt kaufen. Oft sind die selbstgemachten Dinge besser, günstiger und zuverlässiger, ob Möbel oder Wundschutzcreme.
9. Energie sparen. Sammle Regenwasser, um deinen Garten zu bewässern. Trockne Kleider nur an der Luft. Sieh zu, dass deine Wohnung richtig isoliert ist und setze öfter mal Kerzen ein. Wer es noch weiter treiben will und kann legt sich Solarzellen, einen Solarofen, ein Windkraftwerk, eine Komposttoilette oder andere Dinge gekauft oder selbstgemacht zu.
10. Klug investieren, vernünftig sparen – hier ist meine Liste von 101 nachhaltigen Sparstrategien. Ich kann es mir nicht leisten, billige Qualität zu kaufen. So investiere ich lieber in hochwertige Dinge (bevorzugt gebraucht) und wäge genau ab, ob ich etwas brauche oder nicht. Das halte ich mit Wohnungseinrichtung, Kleidung, Technik, Musikinstrumenten usw. so.
11. Lebe gesund. Mache Sport, iss Gemüse und Obst, viel Rohkost, wenig tierische Produkte und wenn, dann vernünftiges Fleisch. Trink vor allem Wasser. Hör auf zu rauchen. Drossel deinen Koffein-, Zucker-, Weißmehl- und Alkoholkonsum. Putz dir die Zähne.
12. Nimm dein Fahrrad, geh zu Fuß, sattel dein Pferd. Oder nimm wenigstens den Bus.
13. Füll die Speisekammer auf. Kaufe beim Bauern Säckeweise Kartoffeln, Zwiebeln, und was du noch gut lagern kannst. Stelle Apfelessig, Marmelade, Liköre, Cremes und Salben, Seife, Reinigungsmittel und was du sonst noch so brauchst selber her. Wer einen eigenen Garten hat: Einfrieren, dehydrieren, einwecken.
14. Verzichte auf Plastik und Aluminium, soweit du kannst. Das schont nicht nur deinen Geldbeutel, die Umwelt, deine Gesundheit, deinen Mülleimer und die Ressourcen, sondern auch deine Kinder und Kindeskinder.
15. Finger weg von Einwegprodukten: Papiertaschentücher, KüchenrolleWindeln, Damenhygiene, Wattestäbchen. Das alles kostet Geld, wertvolle Ressourcen und Lebensräume. Suche nach Alternativen. Ganz Mutige schaffen auch das Klopapier ab und ersetzen es durch Lappen oder einem Bideteinsatz für’s Klo.

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14 responses to this post.

  1. Schöne Kurzfassung, wie man sich zumindest teilweise gegen den Konsumrausch unserer Zeit wehren kann. Danke!

    lg
    Maria

    Antwort

  2. Vieles davon trifft auch auf mich zu….aber den Brotbackautomat…den geb ich nicht her…der backt 2 Mal die Woche 😉

    Was übrigens die Solarzellen betrifft…leider ist es so, dass eine Anschaffung sich rein wirtschaftlich nicht rechnet. Eine Solarzelle hat sich in ca. 18 Jahren amortisiert, ganz davon abgesehen, dass die Leistung nachlässt, evtl. ein Sturmschaden eintrifft oder der Blitz einschlägt. Ein selbstgebauter Solarofen jedoch ist eine gute Idee. LG

    Antwort

  3. Danke für die Liste, insbesondere der Sekundenkleber klingt interessant.
    Aber man kann auch Bier wunderbar selber brauen! Schmeckt sogar besser wie die Plörre aus dem Supermarkt.

    Werbung: http://probierchen.wordpress.com/category/heimbrauen/

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  4. Posted by Susanne Rohse on April 30, 2014 at 9:28 am

    Super, tolle Zusammenfassung! Ganz in meinem Sinne! Bist du auch auf Facebook? Würde so einen guten Text gerne teilen.

    Danke für deine interessanten Texte!

    Herzliche Grüße aus dem Schwarzwald, Susanne Rohse

    Auf Facebook Duft & Kräuterwerkstatt

    Antwort

  5. sehr feine Zusammenfassung von einem wirklichen plan und ich bin drauf und dran vieles davon umzusetzen oder bereits umgesetzt zu haben und ich weiß um den umstand kinder bescheid aber auch hier gilt vor allem vorleben statt nachtrauern

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  6. Da sind ein paar interessante Sachen dabei!

    Danke!

    Gruß Ralph

    Antwort

  7. […] vorbei. Einen tollen Einstieg und Einblick, was das für Dinge sind, bekommst Du im Artikel 15 Schritte in die Unabhängigkeit. Ich lese den Blog sehr gern und bin fasziniert, was alles möglich […]

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  8. Tolle Liste, die Du da verfasst hast. Einiges kann ich schon abhaken, anderes steht noch auf meiner „Wunschliste“ ….

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

    Antwort

  9. Posted by abwiegel on Mai 4, 2014 at 9:17 am

    Hier ein paar Verbesserungen, Optimierungen: a) bei Marmelade-Herstellung usw. statt Citronensäure (Putzmittel) besser Zitronensaft-Konzentrat verwenden; b) Aluminium besonders dann vermeiden, wenn es nicht beschichtet oder gar korrodiert ist; c) wenn Medizin Alu enthält, Alternative suchen; d) Verzehr von Mais minimieren; mit Rücksicht auf ausreichende Calcium-Versorgung; e) unnötige Anwendung von Kosmetik-Cremes oder gar Sonnenschutzmittel nach Ermessen vermeiden oder reduzieren; oft genügt etwas auf den Nasenrücken; oben auf die Ohrmuscheln, auf die Schultern; dies mit Rücksicht auf den Vitamin D – Status; f) wegen Toiletten-Hygiene traditionsorientierte Türken (Zugewanderte) um Rat fragen.

    Antwort

  10. […] jetzt die Lust an Nachhaltigkeit gepackt hat, dem empfehle ich noch meine Artikel “15 Schritte in die Unabhängigkeit” und “101 nachhaltige […]

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  11. Ich habe jetzt schon einige Seiten hier auf deinem Blog gelesen und bin begeistert! Absolut tolle Einstellung und einige Sachen konnte ich für mich schon mitnehmen! Hast ab heute einen neuen Follower 😉
    LG

    Antwort

  12. Posted by Mi on April 10, 2016 at 3:07 pm

    Das ist eine tolle Auflistung!
    Einiges davon tue ich schon, einiges steht noch auf der Liste oder ist gerade dazugekommen 🙂
    Leider funktioniert der Link zum Sekundenkleber nicht…das hätte ich grad heute gut brauchen können… 😉
    LG

    Antwort

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