Plastikfolie ade!

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Plastikfolie nutzen wir seit geraumer Zeit nicht mehr, stattdessen griffen wir zu unseren Brotdosen aus Edelstahl, zu Einmachgläsern und der altbewährten Käseglocke. Da es aber ganz schön ist, eine große Schüssel einfach luftdicht abzudecken oder ein Pausenbrot schnell einzuwickeln, sahen wir uns nach Alternativen um. Über meine liebe Schwiegermutter wurden wir auf die Produkte einer kleinen amerikanischen Firma aufmerksam: Abeego. Ich dachte gleich: das kann ich auch! Und hatte Recht. Wer sie nicht selber machen mag oder kann, dem kann ich das Original allerdings auch empfehlen.

Ihr braucht:

Fein geriebenes Bienenwachs oder kleine Pellets (Carnauba geht sicher auch)

Stoff aus 100% Baumwolle, Hanf oder Leinen

Backpapier

Backblech

Ein niegelnagelneuer Pinsel

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Den Stoff beliebig groß, rund oder eckig zuschneiden. Es muss ausgebreitet gut aufs Backbelch passen, ohen das was übersteht oder sich wellt. Bügeln oder versäubern braucht ihr nicht, das erledigt das Wachs hinterher von selbst. Stoffreste sind hierfür gut geeignet – wie dieses mir weitergegebene Stoffstückchen.

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Das Wachs streut ihr jetzt wie Parmesan gleichmäßig auf den Stoff. Lieber erst etwas weniger nehmen, bis ihr die Menge raus habt. Fünf Minuten bei 85 Grad in den Backofen geben, dann das flüssige Wachs rasch mit dem Pinsel (der fortan nur für diesen Zweck genutzt werden sollte) verteilen, ggf. nochmal Wachs draufstreuen und wiederholen. Dann das Tuch kurz an der Wäscheleine zum trocknen aufhängen.

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Schon könnt ihr das selbst hergestellte Wachstuch nutzen. Hier seht ihr, wie schön das dann aussieht – besser als jede Plastikfolie! Wie ihr das Tuch noch nutzen könnt, seht ihr in diesem kleinen Film auf youtube. Wenn das Tuch einmal dreckig ist: kurz mit lauwarmem Wasser abspülen. Sollte das Wachs abbröckeln: ab in den Ofen damit, eventuell mit etwas neuem Wachs. Sollte es hinüber sein – ab in den Kompost. Ich find’s super. Bastelt doch gleich welche – vielleicht mit den Kindern?

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41 responses to this post.

  1. Posted by Anke on Dezember 13, 2014 at 8:29 am

    Danke! Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen und von Abeego habe ich bisher auch noch nichts gehört. Ich hab mich riesig gefreut, jetzt endgültig von der blöden Klarsichtfolie wegzukommen!

    Antwort

  2. Klasse Idee! Ich probier das mal aus mit Carnaubawachs, denke aber, das wird eventuell zu fest. Wenn ich zufriedenstellnde Ergebnisse habe, veröffentliche ich sie auf meinem Blog mit einem Link zu deiner Seite. Wirklich toll! Danke dafür 😀

    Antwort

    • Oh ja, versuch das mal! Abeegi macht da irgendwie Öl mit rein, vielleicht wird das Carnaubawachs dann etwas biegsamer. Ich freue mich auf deinen Post!

      Antwort

      • Hab ich auch schon überlegt, es etwas zu verdünnen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es dann nicht auf einmal fettet oder Geschmack abgibt… ich schau mal, Stoffe sind schon geschnitten ;D

      • nimm mal gaaanz wenig Öl 🙂

      • Sooooooo… eeeeendlich! Hat etwas gedauert, ich musste erst heruasfinden, wie ich das Carnauba gut verteilt kriege, das war gar nicht so easy. Ich hab’s am Schluss gebügelt 😉 Schau mal bei der Katz vorbei, da gibt es jetzt einen Post inkl. Link zu dir.
        Danke nochmal für die tolle Idee!
        LG,
        Jasmin

    • Posted by Caro on Januar 31, 2015 at 2:07 pm

      Hallo Jasmin! Hast du geschafft, eine Wachs-Öl-Mischung herzustellen? Das würde ich auch gern machen, bin mir aber bei den Mengen noch unsicher, denn es müsste ja wirklich SEHR wenig Öl sein, dass die Tücher dann überhaupt noch richtig trocknen. Freue mich auf deine Antwort! Caro

      Antwort

  3. Das ist eine ganz tolle Idee. Wie reinigt man das?
    Elke

    Antwort

  4. […] des Geschenks werden lassen: ein Schal bedeckt ein Buch, Socken umhüllen ein Stück Seife, Ein selbstgemachtes Wachsstuch umwickelt ein Glas […]

    Antwort

  5. Hallo,

    wir leben ja auch plastikarm und berichten gern darüber auf unserem Blog. (Herzliche Einladung) Daher bin ich hier auch immer interessiert unterwegs. Dieses Wachstuch
    finde ich bedenkenswert ist ja auch schnell gemacht, bin aber noch unsicher: Ich habe hier noch Batikstoffe auf den 70en, die sind auch mit Wachs bearbeitet – daher kenne ich die Konsistenz davon ganz gut – und sehe auch, dass unseres noch immer Fett abgibt. Da wurde wohl zu viel Wachs benutzt.
    Wenn das jetzt Wachstuch auf einer großen Schale Sauerteig liegen würde, wäre das ja ok (wobei es da auch ein normales Handtuch tut, es geht ja nur drum, die Fruchtfliegen abzuhalten) – aber wenn es auf einer Melone liegen würde – wie auf der Homepage von der Firma – dann muss man doch mehr machen als abwaschen oder nicht? Ich würde sagen, dass sich auf Dauer ordentlich Schimmelsporen in dem Stoff sammeln. Gerade bei saftigen frischen Sachen, die in direktem Kontakt mit dem Stoff sind.
    Wir decken hier alles mit Handtüchern oder Speisetellern ab (klappt auch ganz gut, bei einigen Sachen, die von der Größe her passen- und waschen die Handtücher gut durch (ich mache 1 Mal im Monat eine 95 Grad Wäsche – um die Maschine zu reinigen – Tipp von einem befreundeten Waschmaschinenhändler- und lege dann dort diese Tücher und Damenbinden aus Stoff hinein) und bügeln sie mit dem Dampfbügeleisen auf höchster Stufe. Das ist ein Tipp meiner Mutter. Mache ich erfolgreich bei allen Babywaschlappen – aber nicht bei den Stoffwindeln, da fehlt die Zeit.
    Ich bin jetzt keine Desinfektionsverfechterin (eher im Gegenteil) und auch defintiv kein Fan von Frischhaltefolie, aber ich bin mir echt nicht sicher.
    Hast du schon „Langzeitergebnisse“?

    Liebe Grüße,
    Lamasus

    Antwort

    • Hallo Lamasus,

      Fett gibt das Tuch nicht ab, keine Sorge 🙂 und da das Tuch dank dem Wachs keine Feuchtigkeit aufnimmt, schimmelt da auch nichts. Meine Schwiegermutter und ich nutzen die Tücher schon lange – abspülen mit lauwarmem Wasser und milder Seife reicht! Wem das zu inhygienisch ist, kann ja gelegentlich die Wachstücher nohmal 5 Minuten bei 60 Grad in den Backofen schieben, das tötet Keime auch – und man kann sich ja immer mal ein Neues machen, ist ja Pfennigartikel 🙂

      Antwort

  6. […] langsamerleben gab es eine geniale Anleitung sich ein beschichtetes Tuch zu machen als Alternative zu […]

    Antwort

  7. Danke, das ist ja echt ne einfache und doch geniale Idee 🙂
    Ich hab nur eine dumme Frage: Legt man dich beschichtete Wachsseite auf das Lebensmittel oder die Stoffseite?

    Antwort

  8. Posted by Bee K on Januar 6, 2015 at 12:39 pm

    Danke!! Endlich eine Alternative! Das wird gerne ausprobiert! 🙂

    Eine Frage habe ich aber: Inwiefern muss man auf Belastung des Wachses achten? Eigentlich steht ja immer dabei „so gut wie schadstoffrei dank mehrfacher Klärung“ oder so ähnlich. Ich habe aber auch schon gesehen, dass der Hersteller ein Medikament mit angab, dass die Bienen bekommen hatten. Kann sich das schädlich auswirken, weißt Du da was drüber?

    Antwort

  9. Ich habe es zwar noch nicht ausprobiert, aber ich finde die Idee toll! Ich bin auch gerade dabei, mein Lebensstil umzustellen und auf Plastik zu verzichten, wo es nur möglich ist! Ich habe jetzt auch einen Blog dazu angefangen, bzw. geht es nicht nur um das plastikfreie Leben, sondern auch um andere Umwelt- und Konsumproblematiken. Aber da bin ich gerade erst am Anfang.
    Ich habe auf deinem Blog eben viele Rezepte gelesen und überflogen und ich habe mich direkt in den Blog verliebt! Hier werde ich wohl noch öfter „rumhängen“ und beizeiten anfangen auszuprobieren!
    Danke, dass du deine Ideen und Erfahrungen teilst! Es ist doch sooo viel einfacher, wenn man sich nicht mehr ALLES selbst erarbeiten muss 🙂

    LG Das Grüne Einhorn

    Antwort

  10. Posted by Karin on Januar 28, 2015 at 10:32 am

    Ich hatte auch in einem amerikanischen Blog schon von „beeswrap“ gelesen, aber Selbermachen klingt richtig interessant. Zwei Fragen:
    1) Woher kriegst du denn dein Bienenwachs? Bei amazon gibt’s diverse Treffer, aber wenn es mit Lebensmitteln in Berührung kommt, will ich nicht _irgendwas_ nehmen. Apotheke ist bestimmt sicherer, aber auch teurer.
    2) Wie viel braucht man da ungefähr pro Fläche oder andersrum – wie weit kommt man wohl mit einem 100-g-Pack?

    Danke
    Karin

    Antwort

  11. […] Immer wieder bin ich im Internet mal drüber gestolpert, hier bei diynatural und zuletzt bei langsamerleben. Jetzt endlich hatte ich auch die Muse dazu […]

    Antwort

  12. Posted by mensch_miri@yahoo.de on Februar 7, 2015 at 9:29 am

    So eine tolle Idee! Ich bin total begeistert! Ich habe ein paar alte Geschirrhandtücher – meinst Du, die könnte man verwenden? Ich finde, die sind vom Stoff halt relativ fest und etwas dicker. Der Stoff auf den Fotos von Dir sieht eher etwas dünner aus.
    Vielen Dank schon mal!

    Antwort

  13. […] ich ja nicht schon wieder reden. Beim Stöbern im Netz bin ich vor kurzer Zeit über einen tollen Artikel gestolpert, in dem gezeigt wurde, wie man selbst Wachstücher herstellen kann. Ich hab das […]

    Antwort

  14. […] Erlebnissen verbunden sind, eine sinnvolle Verwendung finden. Hier findest du die Anleitung zur DIY Frischhaltefolie (anstelle von Bienenwachs geht auch […]

    Antwort

  15. Posted by Angie on September 24, 2015 at 6:26 pm

    ♥ einfach mal ein dickes danke für diese tolle idee♥ geht sofort los ;-)mit selber machen!lg angie

    Antwort

  16. […] Dinge selber macht, kann das natürlich auch tun. Anleitungen dazu habe ich beispielsweise im Blog Langsamer Leben gefunden. Wer eine vegan Variante bevorzugt, findet eine Anleitung ohne Bienenwach bei der […]

    Antwort

  17. Ich finde die Idee super, zumal man den Stoff nach Verzehr des Inhaltes zusammenfalten kann und nicht den Rest des Tages eine sperrige Brotdose mit rumtragen muss. Wenn ich mir einen Apfel mitnehme, wickel ich ihn bislang einfach in ein sauberes, ungewachstes Tuch, aber wasserabweisend wäre super. Ein Beutelchen für Nüsse etc wäre auch cool. Gibt es schon Erfahrungswerte zur Verwendung im Hochsommer? Bienenwachs hab ich noch hier vom Lippenbalsam herstellen, aber ich hab keine Lust bei höheren Temperaturen plötzlich Wachsschmiere an meinem Brot kleben zu haben.
    Und wo ich schon bei Brot bin: Mein selbstgebackenes Brot bewahre ich momentan in einem großen Ziplock-Beutel auf (der natürlich so lange es geht wiederverwendet wird), weil es in ein Geschirrtuch eingeschlagen schon nach drei Tagen zu trocken ist. Wäre da ein mit Zugband verschließbarer Wachstuchbeutel eventuell eine Lösung?

    Antwort

    • Hi, ich habe die Tücher vor allem zuhause, draussen nutze ich Brotdosen aus Edelstahl, ich kann dir also nichts zum Hochsommer sagen. Was das Brot angeht – ich wickel es einfach in ein Geschirrtuch 🙂

      Antwort

  18. Posted by Florian on November 13, 2015 at 10:28 am

    Hallo,
    ich möchte eine Baumwolljacke wachsen um sie wasserdicht zu machen.
    Kann das mit dem Carnaubawachs funktionieren oder wird die Jacke dann zu steif?

    Antwort

  19. Posted by jeannette on November 18, 2015 at 10:55 pm

    danke für deine tolle seite!
    letztes jahr habe ich zu weihnachten dein schokopeeling verschenkt, dieses jahr wird es das wachstuch sein.
    zwei fliegen mit einer klappe geschlagen:
    bewusster leben
    und
    bewusster schenken!

    danke … macht weiter so 🙂

    Antwort

  20. Posted by momwifeminimalist on März 4, 2016 at 4:59 pm

    Das ist so toll. Das muss ich unbedingt auch machen!

    Antwort

  21. Posted by Kat_with_no_cat on März 15, 2016 at 1:39 pm

    Ich freue mich sehr dein Blog gefunden zu haben!!!
    Hier zeigt eine lustige Frau eine alternative Methode:

    Welche denkst du wäre besser – für gleichmäsiges Verteilen des Wachs und um den Stoff nicht zu dick machen?

    Antwort

  22. […] Plastiktüte oder Folie nutzen wir einen Teller oder unsere selbstgemachten Wachstücher zum Abdecken von Schüsseln, Töpfen und so weiter. Ein Tontopf, eine Käseglocke oder eine […]

    Antwort

  23. Posted by Manuela on Mai 10, 2016 at 5:27 am

    Habe das Wachstuch selbstgemacht und ausprobiert. Es hält aber nicht besonders gut. Bei den Schüsseln klebt es nicht an sich selbst und fällt immer ab. Habe ich was bei der Herstellung falsch gemacht? zu wenig oder Zuviel Wachs?

    Antwort

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