Weihnachten ohne Müll…?

weihnachtenmüll

Das Weihnachtsfest rückt immer näher. Zeit, Plätzchen zu Essen, zu dekorieren, Kerzen anzuzünden, den Baum zu schmücken, Weihnachtsbeleuchtung anzumachen, Geschenke zu verpacken, Essen zu planen, Karten zu verschicken, die letzten Bestellungen aufzugeben und die letzten Fenster des Adventskalenders zu öffnen. Doch halt! Habt ihr schonmal darüber nachgedacht, wie viel Abfall bei all diesen schönen Dingen produziert wird? Keine Angst, ich will niemandem die Weihnachtsstimmung verderben. Mit ein Paar Kniffen könnt ihr euren Müllberg, aber auch den ökologischen Fußabdruck über die Festtage ganz schnell zum schrumpfen bringen. Wen die Liste abschreckt, keine Sorge: es muss ja nicht gleich alles auf einmal sein!

Plätzchen

Selber backen statt kaufen. War ja klar, oder? So spart ihr nicht nur Abfall, sondern könnt mit Familie und Freunden nach Herzenslust ausstechen, Teig naschen, mit Zuckerguß rummanschen und Rezepte austauschen. Versucht es doch mal mit meinen Zitronenkeksen oder den veganen Nussplätzchen.

Deko

Langlebige Kunst statt flüchtiger Deko lautet hier die Devise. Schaut man sich bei Weihnachtsdeko um, ist das zumeist glitzernder Ramsch aus billigem Plastik, in irgendwelchen Fabriken unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt. Wie wäre es stattdessen mit Tannenzapfen, Tannengrün und Salzteigornamenten? Bindet doch euren Adventskranz selber (hier schrieb ich einen Post dazu). Ihr könnt auch Plätzchen an den Baum hängen, etwas Schnitzen, filzen, stricken, häkeln oder wozu ihr sonst noch Lust habt. Das macht Spaß und kann über Jahre genutzt werden. Ihr könnt es natürlich auch wie Pettersson und Findus halten und alles an den Baum hängen, was rot ist und glitzert. Wenn ihr etwas kauft, dann achtet auf Qualität – wir haben etwa diese schöne Krippe vermacht bekommen, über die ich mich jedes Jahr aufs neue freue.

 

DSC_0006 2

 

Kerzen

Beim Kerzenkauf darauf achten, möglichst keine Plastikverpackung oder Aluhüllen mit nach Hause zu nehmen. Ausserdem Finger weg von Paraffin! Wer Stearinkerzen kauft, weiß es vielleicht gar nicht: darin ist großtenteils Palmöl enthalten. Hier auf eine nachhaltige Produktion achten, Bienenwachskerzen vom Imker um die Ecke besorgen oder selber machen (meine Anleitungen dazu findet ihr hier und hier). Mehr zum Thema Teelicht und co. könnt ihr hier nachlesen.

Baum

Auch hier gilt es, Alternativen zu finden, ohne zur Plastiktanne zu greifen. Wusstet ihr, dass allein in Deutschland im Jahr 2013 30 Millionen Weihnachtsbäume verkauft wurden? Schaut mal hier: Klick, die Tendenz ist steigend. Was passiert nach dem Fest mit all diesen Bäumen? Sie landen auf der Straße, werden einfach entsorgt. 30 Millionen Bäume! Ihr müsst ja nicht gleich die Yukkapalme im Wohnzimmer dekorieren (was liebe Freunde von mir allerdings jedes Jahr tun, hat auch was!). Dekoriert doch einen Baum in eurem Garten mit selbstgemachten Meisenknödeln und anderen Leckereien für die Vögel oder mietet einen lebendigen Baum, der danach in die Gärtnerei zurückgehen kann. Das geht m.E. bisher nur in Luxemburg (Link), aber in der nächsten Gärtnerei nachfragen schadet nicht. Ihr könnt natürlich auch einfach eine neue Tradition einführen. Wir haben einen schönen großen Standleuchter.

Beleuchtung

„Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Halle liegt der Tagesverbrauch einer Lichterkette mit 0,8 Kilowattstunden höher als der eines modernen Kühlschranks mit 0,62 Kilowattstunden.”, heißt es (Quelle). Erschreckend, was? Reduzieren ist hier die Devise. Also entweder nur gelegentlich einstöpseln oder gleich auf Kerzen umsteigen (finde ich persönlich ohnehin viel schöner).

Geschenke

Verschenkt sinnvolle Geschenke. Nichts, was bloß witzig ist oder gedankenlos in letzter Minute gekauft wurde. Lieber eine Menge Marmelade kochen (wie meine Bratapfelmarmelade) und dann ringsherum verschenken, als beliebige Kleinigkeiten zu kaufen (vermeidet diese 15 Dinge, von denen fast jeder ohnehin schon zu viel hat). Macht selber. Kauft regional, in kleinen Geschäften, bei Selbstständigen oder Second Hand. Da steckt Liebe drin, und die Beschenkten werden es zu schätzen wissen.

DSC_0005 2

Geschenkpapier

Offizielle Statistiken und Hochrechnungen gibt es keine. Doch sind wir ehrlich: es ist irrsinnig, diese Unmengen an Papier zu kaufen, um es hinterher wegzuwerfen. Also entweder hochwertiges Papier wählen und immer wieder verwenden, kleine Zugbeutel nähen oder Furoshiki-Tücher nutzen (dazu mehr hier). Ihr könnt auch die Verpackung zum Teil des Geschenks werden lassen: ein Schal bedeckt ein Buch, Socken umhüllen ein Stück Seife, Ein selbstgemachtes Wachsstuch umwickelt ein Glas Honig.

Essen

Wer die Möglichkeiten hat: regional und saisonal kaufen, ökologisch, sozial, verpackungsfrei und arm an tierischen Produkten.  Bei uns gibt’s dieses Jahr unter anderem veganen Sauerbraten, lecker!

Weihnachtspost

Ganz ehrlich – hier handelt es sich wieder um einen Wegwerfartikel. Oder behaltet ihr die Weihnachtspost lange? Lest ihr sie immer wieder? Vermutlich nicht. Verschickt lieber elektronische Grüße oder macht aus Altpapier wie den alten Karten vom letzten Jahr einfach handgeschöpftes Papier für den besonderen, umweltfreundlichen Weihnachtsgruß (hier seht ihr, wie das geht).

 

DSC_0005 3

 

Bestellungen

Reduzieren und von den richtigen Anbietern kaufen ist auch hier angesagt. Amazon ist pfui, aber es gibt Alternativen. Kennt ihr schon www.beechange.org, www.waschbaer.de und www.memo.de? Fairtrade, plastikfrei, gute Bio-Qualität, klimaneutraler Versand, das gefällt. Kartons und Versandtaschen können einfach überklebt und wieder verwendet werden, oder ihr bastelt was daraus.

Adventskalender

Hier handelt es sich handelsüblicherweise ebenso um einen Wegwerfartikel in Plastikhülle, manchmal mit Schokoladenfüllung. Wer diese kauft, unterstützt nicht nur Riesenkonzerne, Umweltausbeutung und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, sondern nimmt auch schön viel Zucker zu sich. Wie wäre es mit einem Selbstgemachten? Muss ja nicht gleich die Welt kosten. Überrascht die Lieben doch mit 24 zusammengerollten Gedichten, Puzzlesteinen in Streichholzdosen oder – für werdende Eltern – 24 Babysöckchen gefüllt mit 50-Cent-Münzen für die Erstausstattung. Ihr könnt es aber auch wie meine liebe Freundin Maufeline halten und einen Aktionskalender gestalten (schaut mal bei ihr vorbei).

Ich wünsche euch ein Frohes Fest!

 Wen jetzt die Lust an Nachhaltigkeit gepackt hat, dem empfehle ich noch meine Artikel „15 Schritte in die Unabhängigkeit“ und „101 nachhaltige Spar-Strategien„.

Nachwort: Dieser Post war ursprünglich als Gastbeitrag für einen anderen, bekannteren Blog gedacht, welcher über ähnliche Ideen und Anregungen bloggt wie ich. Ich habe mich allerdings dagegen entschieden, diesen Post woanders zu veröffentlichen – ich bleibe lieber hier, auf meinem Blog, bei meiner lieben Leserschar 🙂

Advertisements

19 responses to this post.

  1. Toller Post mit guten Ideen. Oder andersrum!!! 😀

    Die Krippe ist übrigens zauberschön!!!
    Lg

    Antwort

  2. Hat dies auf widerstandistzweckmaessig rebloggt und kommentierte:
    Auf „langsamerleben“ habe ich den ausgesprochen informativen Beitrag „Weihnachten ohne Müll“ gefunden und möchte ihn sehr gerne in Ergänzung zu meiner Serie „Müll reduzieren beim Schenken“ rebloggen.
    Herzlichen Dank für diese ausführliche und sehr gute Zusammenstellung von guten Tipps!

    Antwort

  3. Zum Weihnachtsbaum: Ich hab mal in einem Jahr alle Kugeln und Kerzen eingepackt und bin abends im Dunkeln in den Wald gestiefelt. Hab ein kleines Bäumchen geschmückt, Bescherung gemacht und danach alles wieder mitgenommen. War richtig schön im Schnee und ist eine bleibende Erinnerung!

    LG Zora

    Antwort

  4. Posted by die Sommers on Dezember 17, 2014 at 9:57 am

    Danke nochmal für all die Hinweise. Schön ist, zu merken, dass ich viele Dinge schon umsetze. Im Prinzip sollte man einfach versuchen achtsam zu sein. Bei mir gibt es dieses Weihnachten veganes Szegediner Gulasch (das hat sich mein Bruder gewünscht, der ein vegetarischer Fleischer ist ;)). Die Idee der Bescherung im Wald finde ich sehr nachahmensswert und toll. Viele vorweihnachtliche Grüße, Nicole

    Antwort

  5. HUCH, danke fürs verlinken ^^
    Leider sind meine Aktivitäten-Adventskalender garnicht unbedingt so Müll- und plastikfrei, wie mir heute schon wieder aufgefallen ist. Einiges Recyclen wir, wie die Klopapierrollen gestern aber die Vogelfuttertüten waren aus Plastik. Und heute wird auch wieder Plastikmüll anfallen…… Das ist zwar nur „geschenkter“ Plastikmüll, den jemand anders gekauft hat, aber trotzdem.
    Immerhin machen wir dadurch jede Menge Geschenke selber, was ich zumindest mal für eine gute Sache halte.
    Vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr, rechtzeitiger mit der Planung des Kalenders anzufangen, so dass ich nicht halb spontan entscheiden muss, was wir an welchem Tag machen. Dann kann ich mir mehr Gedanken an das „womit“ machen!

    (Und an Weihnachten essen wir regionales Tier *hüstel* immerhin halb gut, was? 😉 )

    Liebe Grüße
    Katha

    Antwort

    • Liebe Katha,

      du hast einen schönen Blog und tolle Ideen, da verlinke ich dich gern! Wenn du magst, nehme ich ihn auch wieder raus, aber: ich betreibe das Ganze hier nebenbei, undogmatisch, als Hobby. Es gibt viele Wege und fehlerfrei ist keiner. Stell dir, vor, wir haben Duplo im Haus! Entschuldige dich nicht für deinen herrlichen Blog, soweit kommts noch 🙂

      Antwort

      • Alles gut, ich freue mich sehr ❤
        Wollte das nur nochmal so erwähnen, weil es so mitten in einem "Müll vermeiden" Posting steht 😉
        Und waaaaaas: Ihr habt Duplo im Haus?????? o.O
        (sehr gut, gutes pädagogisches Spielzeug 😉 )
        *knutsch*

  6. Posted by TinkaBell on Dezember 17, 2014 at 10:56 am

    Ich mag Weihnachtspost. Das gehört auch zur Dekoration dazu. Die Weihnachtskarten hängen bei uns zu Weihnachten alle an einer Schnur und nach Weihnachten kommen sie in die Kiste mit Dekoration und werden im nächsten Jahr wieder aufgehängt… Also bei uns ist das kein Wegwerfartikel 🙂

    Antwort

  7. Hat dies auf Kreativ Leben – Gesammeltes rebloggt und kommentierte:
    Tolles posting.

    Antwort

  8. Viele gute Ideen 🙂 Ich mache schon sehr viel davon, aber sehe auch nach wie vor, dass da noch viel Verbesserungspotential vorhanden ist. Was mir immer wieder auffällt: vermeintlich „einfacher“ ist oft gleichzeitig „hochwertiger“ z.B. Dekorationsmaterial aus der Natur und Geschenkesäckchen aus Stoff, sehen viel edler aus, als billiger Plastikramsch (der gar nicht so billig ist und viel mehr kostet, als die erste Variante) nicht umsonst setzen ja auch die großen Designer oft auf Reduziertheit.

    Ich hätte noch eine Bitte: Dürfte ich vielleicht ein Foto von eurer Krippe in größerer Auflösung haben? Das, was am Bild zu sehen ist, gefällt mir unheimlich gut 🙂 Mein erster Impuls war gleich „haben wollen“, aber das ist natürlich totaler Quatsch, ich habe ja schon eine schöne Krippe. Aber ein Foto würde mich freuen. Das wäre wirklich nett 🙂
    Ich glaube, meine Email Adresse taucht neben meinem Namen auf? Danke!

    Antwort

  9. Posted by katja on Dezember 20, 2014 at 9:37 pm

    Den Weihnachtsbaum zum Mieten gibt es auch für Köln und Düsseldorf. Zu finden hier:
    http://www.happytree.de/
    Viele Grüße und Frohes Fest!
    Katja

    Antwort

  10. Ich finde deinen Post auch mega. Ich feiere den sehr =) Ich finde alleine schon die Idee super. Ich habe mir selbst auch schon oft Gedanken über dieses Thema gemacht. Ich back eigentlich nur selbst. Wenn ich was versende, dann in wiederverwendeten Versandtaschen, Kartonschachteln oder auch Faltschachteln. Also eigentlich wie im Text beschrieben, überklebe ich das Etikett. Auch zu Weihnachten nehme ich die Kartonschachteln gleich direkt als Verpackung. Halt noch mit etwas Geschenkpapier herum „Sorry =)“

    Antwort

  11. Posted by Kathrin on Januar 4, 2015 at 5:41 pm

    Sehr schön, was du alles auflistet.
    Ich versuche ja schon seit drei Jahren, auf den Weihnachtsbaum zu verzichten. Mein Mann macht nicht mit :(. Schön ist er schon, aber die (Bienenwachs-) Kerzen werden nur an Heilig Abend angezündet.
    Immerhin haben wir einen Bio-Baum! Erkundigt euch mal (BUND z.Bsp). Die meisten Tannenbäume werden nämlich behandelt, dann haste diese Giftstoffe in der Luft.
    Bei memo.de bestelle ich immer wieder. Die Spannbettücher sind super. Jetzt probieren wir die Jeans aus. Leider ist fast alles in Plastik eingepackt.
    LG Kathrin

    Antwort

  12. Posted by Melanie on Dezember 21, 2015 at 3:42 pm

    Vielen Dank für die schönen Gedanken und Anregungen.

    Ein Gedanke für die Adventskalender:

    Meine lieber Schwiegervater hat für unsere Kinder schon vor Jahren Adventskalender aus Holz gezaubert, einen Weihnachtsmann und einen Schneemann mit kleinen Schubladen drin.
    Die sind so klein, dass da ohnehin nur winzige Süßigkeiten hineinpassten.
    Ausserdem haben wir für die Kids jeden Tag ein kleines Rätsel aufgeschrieben: Wer bin ich, was bin ich usw. Ein Rätsel in zwei Teile geschnitten und je eine Hälfte in die Schublade,
    Das war immer viel spannender als der Süßkram – in diesem Jahr haben die Kids sich sogar nur Rästel gewünscht.
    Wer keinen so tollen Opa hat…, die Kalender kann man auch kaufen, als Geschenk für Jahre.

    Liebe Grüße
    Melanie

    Antwort

  13. […] Weihnachten ist zwar deutlich Konsum- und Abfalllastiger (wie wir damit umgehen lest ihr hier), Ostern bedeutet aber oft: Schokoeier in Alufolie, Ostergras in Plastiktüten, bunte Eier aus […]

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: