Archive for August 2015

Was ist da bloß passiert?

Kurzer Post zum Dampf ablassen…

Viele Dinge sind so günstig und simpel selber herzustellen, dass es unglaublich is, wieviel manche Hersteller dafür verlangen. Auf der anderen Seite gibt es tausend Sachen, von denen einem weißgemacht wird, dass man sie unbedingt braucht, obwohl man prima ohne auskommt. Küchenpapier zum Beispiel. Von den ganzen ominösen Produkten à la Angelspiel für lange Klositzungen oder die singende Justin-Bieber-Zahnbürste (ja, beides gibt es wirklich) ganz zu schweigen.

Es ist, als würden die Hersteller schon krampfhaft nach Geldausgebmöglichkeiten suchen, oft sind junge Leute schon hoch verschuldet, ohne dass sie etwa ihre Ausbildung oder das Studium durch einen Kredit finanzieren mussten oder eine Weltreise gemacht haben – oft gilt: Hauptsache, schön viel Quatsch gekauft. Möglichst mit Markenstempel. Weils kurzfristig glücklich macht. Ja, das ist jetzt flapsig ausgedrückt und eine sehr subjektive Beschreibung. Aber es fällt mir auf.

Ich möcht hier nichts pauschalisieren, finde es aber krass, in welche Richting die gesellschaftlichen Prioritäten und das generelle Konsumverhalten sich entwickeln, alles zu Kosten der Billiglohnarbeiter, der Natur, der Entwicklungsländer, der Ressourcen.

Konsum ist eine gesellschaftlich-politische Handlung. Bitte seid euch dessen bewusst. Wenn nicht explizit Bio oder Fairtrade oder Genfrei draufsteht – und selbst diese Siegel können Deckmäntel sein – kauft ihr in vielen Fällen Roundup, Kinderarbeit und Monsanto. Ich sage nicht, dass es jedem möglich ist, allein schon finanziell, so einzukaufen. Aber kauft bewusst ein. Selbst Kleinigkeiten verändern bringt da viel. Kiwis aus Italien statt aus Neuseeland, weil die nicht so weit reisen mussten. Eine Jeans aus dem Second-Hand-Laden, weil die eine Umweltbilanz gleich 0 hat und ohnehin günstiger ist. Brot vom richtigen Bäcker statt Discounterbrot aus frisch aufgebackenen Teigrohlingen aus China. Macht eure Weihnachtsdeko selber. Geht zum Schuster, zum Uhrmacher, statt neu zu kaufen. Jeder Minischritt hilft. Recherchiert. Sucht nach Alternativen.Kommt miteinander ins Gespräch, dass allein kann Unglaubliches bewirken.

Konsumverhalten und Angebot, das ist ein wechselseitiges Bedingungsgefüge. Ihr seht ja, was die Konsumgesellschaft durch ihr gieriges Treiben bewirken konnte. Jetzt stellt euch vor, wir als Gesellschaft ziehen die Notbremse und stellen andere Ansprüche.

Utopisch? Ja. Aber als der erste Mensch beschloss, Wasser aus der Leitung zu zapfen und in Flaschen zu verkaufen, hat man ihn bestimmt auch belächelt. Daraufhin ist er bestimmt sehr reich geworden. Zu dem Thema gibt es einen feinen Kurzfilm auf youtube zu sehen: hier.

Nachtrag: gerade habe ich ein nettes Zitat von unbekannt entdeckt: „Jeder Geldschein ist auch ein Wahlschein“ – food for thought.

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Weinessig selber machen

Ein guter Essig kann sehr kostspielig sein – oder sehr günstig. Ihr braucht zur Herstellung eines Rotwein-, Weißwein- oder Roséessigs gerade mal zwei Zutaten. Auf die Anleiting gestoßen bin ich hier, und es ist tatsächlich sehr einfach.

Ihr braucht:

Naturtrüber Apfelessig mit Mutter (ich nehme diesen Selbstgemachten)

Wein (trocken oder lieblich – gern auch abgestandender, oder offener Sekt der nicht mehr so perlt)

Mischt 2 Teile Wein mit einem Teil Essig in einem großen Glas. Deckt dir Öffnung mit einem Stück Kästetuch, Mulltuch oder einem dünnen Geschirrtuch ab. Lasst es mindestens 4 Wochen stehen, am besten bei Zimmertperatur. Dann könnt ihr nochmals Wein nachgießen und es wieder stehen lassen oder den Essig durch ein Tuch abseihen und ihn in Glaschen umfüllen.

Ihr könnt zu Essig und Wein natürlich auch direkt Knoblauchzehen, Kräuter oder Gewürze, Zitrusschalen oder Trockenobst geben, um den Geschmack zu verändern. Lasst diese Sachen auch einfach bis zum Abseihen mit drin.

Wer jetzt angefixt ist: wie ihr einen feinen Rosenessig selber machen könnt, schrieb ich bereits hier. Ihr könnt als Ausgangsessig gekauften Essig, selbstgemachten Apfelessig oder Weißweinessig nehmen.

Tipp: Gekaufter Essig ist häufig durch Gelatine gefiltert worden, wie auch der meiste Wein.  Wer Wert auf tierproduktfreien Essig oder Wein legt, sollte im Zweifel im Geschäft nachfragen.

Zero Waste: Waschmittel

Ich habe hier schon einige Waschmittelrezepte von mir gegeben, aber ganz ohne Müll kommen sie leider nicht aus – es sei denn, man fände alle Zutaten in verpackungsfreien Geschäften. Da war ich bisher noch nicht immer fündig.

Beim stöbern im Hofladen des Demeterhofes hier in der Nähe, wo wir Käse, Joghurt, Wurstwaren, Saure Sahne, Brot, Obst und Gemüse, Rohmilch und Getreide sowie Hühnerfutter biologisch-dynamisch, verpackungsfrei und kostengünstig bekommen, stieß ich auf dieses Waschmittel:

  
Mit 6 Euro 40 pro Liter nicht gerade günstig, aber gut gewaschen hat es, also empfehlen kann ich es trotzdem. Wir werden hier aus kostengründen weiter selber mischen, aber vielleicht sucht ja von euch jemand schon länger eine abfallfreie Ökowaschmittelvariante und kann sich das hier im Reformhaus bestellen lassen. Auf die Flasche gab es Pfand, sie wird wieder befüllt und wird dann wieder weiterverkauft. Gute Sache.

Da unsere gute Kamera gerade mit lieben Menschen auf Island herumreist, kann ich vorerst nur Handyfotos machen. Funktioniert aber auch 🙂