Natürliche Alternativen zu Plastiktüten

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Plastiktüten wieder zu verwenden ist zwar vom Gedanken her ganz löblich, sehr viel besser für die Umwelt und allemal netter in der Optik ist es jedoch, die Tüten ganz zu vermeiden, geschweige denn vom Neukauf abzusehen. In diesem Post geht es um die vielen (Wieder-) Verwendungsmöglichkeiten von Plastiktüten – und wie man diese Dinge auch ohne die allgegenwärtige Knistertüte erledigt kriegt.

Wäschebeutel

Ich erinnere mich an ein Mädchen, mit der ich vor vielen Jahren als Schülerin eine Klassenfahrt machte. Sie machte ihren Koffer auf, und jedes einzelne Kleidungsstück – vom T-Shirt bis zum Schlüpfer – war einzeln in eine Plastiktüte verpackt. Es war faszinierend. Wenngleich das jetzt nicht unbedingt die Norm ist, ist unterwegs eine Plastiktüte für Schmutzwäsche doch ganz nützlich, vor allem für Nasses wie Waschlappen oder Stoffwindeln. Hier empfehle ich einen entsprechend großen Zugbeutel aus einem wasserundurchlässigen Stoff. Ich habe beschichtete Baumwolle im Stoffladen entdeckt und einen schnellen Zugbeutel daraus genäht (hier die Anleitung). Er eignet sich auch für matschige Gummistiefel, triefnasse Regenjacken und Ähnliches. Vielleicht einfach mehrere nähen und einen im Auto lassen.

Essen für unterwegs

Wir haben für unterwegs jeder eine Brotdose aus Edelstahl, ansonsten nehmen wir für Trockenes gern kleine Zugbeutel, für Nudelsalat und co. ein großes Bügelglas und für Suppen eine Thermoskanne (aber die kippt ja eh keiner zum Mitnehmen in eine Plastiktüte, was?).

Einfrieren

Viele Jahre meiner Kindheit habe ich in den USA verbracht, und dort ist sie kaum wegzudenken: die Ziploc-Tüte. Ob Pausenbrot, Snacks oder Eingefrorenes, sie kommt überall zum Einsatz. Hierzulande ist sie zwar auf Erflogskurs, aber noch nicht ganz so weit verbreitet. Viele nehmen jedoch die ein oder andere Plastiktüte zum Einfrieren von Brot, Gemüse, Kuchenresten und so weiter. Wir wickeln Brot und Kuchen in Geschirrtücher, nehmen ansonsten unsere Edelstahlbüchsen oder einfach ein Schraub-, Bügel- oder Weckglas dafür (wie das geht, ohne dabei das Glas zu zersprengen, lest ihr hier).

Abdecken

Statt Plastiktüte oder Folie nutzen wir einen Teller oder unsere selbstgemachten Wachstücher zum Abdecken von Schüsseln, Töpfen und so weiter. Ein Tontopf, eine Käseglocke oder eine Edelstahldose tun es aber auch.

Hundekotbeutel

Achtung, jetzt wirds unappetitlich. Ihr mögt es kleinkariert finden, aber ich rufe euch, wenn ihr einen Hund haben solltet, zum Boykott dieser blöden Hundekotbeutel auf: „Etwa 200.000.000 Hundekotbeutel werden von deutschen Städten und Kommunen jährlich ausgegeben. 97 Prozent der größten 700 Städte setzen dabei Plastikbeutel ein.“ (Quelle). Und: „Weltweit schätzt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Plastiktütenverbrauch auf sage und schreibe eine Billion Stück. In Deutschland sind das 10.000 Tüten pro Minute. Auch Hundekotbeutel sind mit rund 3,8 Prozent dabei eine relevante Größe (…) Über die Hälfte der Hundekotbeutel geben Städte umsonst aus (…) Oft werden die Tüten zweckentfremdet oder vom Winde verweht.“ (Quelle). Trotzdem: macht die Haufen weg. Nehmt aber irgendetwas anderes dafür – Zeitungspapier, biologisch abbaubare Kotbeutel, einen Kotgreifer, wie auch immer. In einen Hundehaufen mag keiner reintreten, und fotogen sind sie auch nicht.

Lagern

Kleinteile in der Werkstatt, Pflanzensamen, Bastelutensilien und co. lassen sich prima in Briefumschlägen, Schalen oder Schraubgläsern lagern. Sieht auch netter aus.

Mülltüten

Wir hatten früher einen Vermieter, der trotz unserer Bemühungen auf ein umweltbewusstes, plastikarmes Leben darauf bestand, dass wir den Kompost (ja, den Kompost!) in einer Plastiktüte entsorgen. Diese merkwürdige Regel hat sich mit unserem jetzigen Vermieter zwar geändert, aber es ist immer etwas Improvisationstalent gefordert. Wir haben uns damals für den Kompromis entschieden, biologisch abbaubare Tüten aus Maisstärke für den Kompost zu verwenden (auch wenn diese weiß Gott auch nicht das Gelbe vom Ei sind). Für unseren Komposteimer nehmen wir jetzt Papiertüten, man kann aber auch prima Zeitungspapier hinein legen. Beim gelben Sack wird es etwas schwieriger – wir versuchen einfach, den Verpackungsmüll so gut es geht einzuschränken. Was nicht ins Haus kommt, muss auch nicht entsorgt werden und braucht dann auch keinen Müllbeutel.

Was habt ihr für Alternativen zur Plastiktüte gefunden? Ich freue mich wie immer auf eure Erfahrungen in den Kommentaren.

 

16 responses to this post.

  1. Ich finde die Liste super! Es zeigt mal wieder, dass man Plastiktüten einfach ersetzen kann!

    Gestutzt habe ich nur bei den biologisch abbaubaren Tüten aus Maisstärke für den Kompost. Soweit ich weiß, werden Tüten, die aussehen wie Plastiktüten, in den Kompostieranlagen raussortiert und mit dem Restmüll verbrannt. Die (verständliche) Begründung: Auf die Schnelle ist beim Aussortieren nicht sichtbar, ob die Tüte kompostierbar ist oder nicht, deshalb kommt sie raus. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Tüten auf dem heimischen Kompost (wegen der nicht idealen Bedingungen) sich gar nicht abbauen, dann sind die Dinger leider eine Nullnummer😦 Vielleicht hat sich da aber auch etwas geändert – wer mehr weiß, ich wäre interessiert!

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  2. Gute Zusammenstellung! Entspricht unserer Herangehensweise.🙂 Zusätzlich kaufen wir vorwiegend unverpackte Lebensmittel auf dem Markt oder im entsprechenden Laden. Mittlerweile machen wir (recht selten) bewusst eine Ausnahme, wenn es doch mal einen Tofu geben soll. Wir haben so wenig Müll (außer Biomüll), dass wir uns damit kaum noch beschäftigen müssen.🙂
    LG Esther

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  3. Hallo!

    Super Zusammenstellung, kann ich nur begeistert nicken. Ich habe für unterwegs 2 Zugbeutel für die Schmutzwäsche. Einen blauen und einen schwarzen. Gleich zum Vortrennen der Wäschefarbe😉

    Kennst Du eigentlich unsere Linkparty „einfach.nachhaltig.besser.leben“? Sie hat nun einen eigenen Blog bekommen, fast alle Deiner Beiträge würden super dazu passen. Hättest Du Lust, Deinen Beiträge zu verlinken? Es gibt uns auch auf FB, da gibt es eine Gruppe, wo Du die Beiträge auch gerne teilen könntest.

    https://einfachnachhaltigbesserleben.blogspot.de

    lg
    Maria

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  4. Ja die Zusammenstellung ist super! Das mit den Hundekotbeuteln betrifft mich nicht, da ich keinen Hund habe, deswegen habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht. Aber es ist irgendwie absurd, dass man nun endlich in allen Geschäften die Tüte bezahlen soll und an so einer Stelle die Tüten einfach nachgeschmissen bekommt.

    Noch ein Tipp, um die Tüte zu vermeiden, ist, Brot am Stück kaufen. Ich habe mich irgendwann mal gefragt, warum ich früher beim Bäcker immer Plastikverpackung bekommen habe, und nun nur noch Papier kriege. Bis mir aufgefallen ist, dass ich schon seit einem Jahr Brot am Stück kaufe. Und wenn man es dann am Stück kauft, kann man es gleich in den eigenen Beutel verpacken lassen😉

    Wenn man erst mal angefangen hat, sich über Müll Gedanken zu machen, sieht man leider immer mehr, wo die Leute achtlos Müll produzieren… Kauft Brot am Stück! (Ich backe übrigens meisten selbst, aber manchmal ist man ja faul🙂 )

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  5. Alles gute Ideen ! Die wir zum Teil auch schon verwenden🙂
    Grüess Pascale

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  6. Eine gute Zusammenfassung ist diese Liste. Und noch der Hinweis: immer einen großen Stoffbeutel in der Tasche für die Einkäufe haben.

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  7. Mit den Kotbeuteln aus Plastik finde ich sowieso lachhaft. Wie oft sehe ich fein verpackte Hundekacke im Gebüsch liegen. Schlimm.

    Finde deine Liste hilfreich. Danke.

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  8. […] hat mein Mann aus Holzresten zusammengezimmert, die Wickelauflage ist aus Stoffresten vom Wäschesack nähen gemacht und mit Dinkelspelz gefüllt. Ein ausrangiertes Handtuch der Nachbarin – nicht […]

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  9. Habe deinen Blog heute erst entdeckt und bin begeistert🙂 Werde am WE noch weiter fleissig lesen🙂 Wir nutzen Stoff- statt Plastiktaschen, kleine Netze oder Beutelchen für Obst und Gemüse (einen unverpackt Laden oder ähnliches gibt es bei uns nicht), einen Brotbeutel für den Broteinkauf, zum einfrieren nehmen wir Glasdosen. Die haben jedoch einen Kunststoffdeckel. Als ich vor ein paar Jahren anfing fand ich, dass der Deckel das kleinere Übel ist.
    Es gibt einfach so viel „kleine“ Dinge, die sooo viel ändern können. Bei uns läuft es noch lange nicht perfekt, aber wer ist schon perfekt?
    Da wir oft Lebensmittel aus der Restekiste kaufen (50-70% reduziert, aber nur noch 2 Tage haltbar. Manches war aber auch noch 9 Monate haltbar weil es Restbestände waren), kommt natürlich noch Plastik ins Haus. Wir kochen aber auch viel aus dem Garten ein. Das schmeckt eh am Besten❤

    Liebe Grüße und mach weiter so!
    Nicole von natuerlichjesus.wordpress.com

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