Wolle imprägnieren in der Waschmaschine

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Wolle ist was Feines. Ob Jacke, Strümpfe, Pullover oder Yogamatte, bei uns ist sehr viel davon zu finden.

Manche Teile – wie die Pullover aus Islandwolle oder die Walkwesten – imprägniere ich gern hin und wieder mit Wollwachs (mehr zum Thema Wollwachs bzw. Lanolin findet ihr hier). Anno dazumal habe ich bloß Windelüberhosen aus Wolle im Waschbecken per Hand imprägniert (wie, schrieb ich hier); gleichmäßiger, mengenfreundlicher und mit ähnlich geringem Aufwand geht das aber auch in der Waschmaschine. Dafür mische ich immer kurz vor dem Waschen untenstehendes Wollwaschmittel an, was genau für eine volle Ladung im Wollwaschgang der Waschmaschine bei 30 Grad ausreicht (besser für Wolle und die Umwelt: auf „kalt“ waschen). Es imprägniert und reinigt gleichzeitig.

Ihr braucht:

Einen leicht gehäuften Esslöffel geriebene Seife (vorzugsweise Alepposeife, Savon de Marseille oder Kernseife, Handseife geht aber auch)

Einen gehäuften Teelöffel Wollwachs

Seife und Wollwachs mit ca. 150 Milliliter Wasser im Wasserbad oder vorsichtig in einem kleinen Topf erhitzen, bis alles geschmolzen ist, und mit dem Schneebesen verrühren. Die Seife löst das Fett, sodass ein homogenes Wollwaschmittel mit honiggelber Farbe entsteht. Das Ganze in das Waschmittelfach der Maschine geben und wie gewohnt waschen.

12 responses to this post.

  1. Merci, das werde ich demnächst mal testen.
    Ich glaube, dass einige der (von meiner Tante) selbstgestrickten Sachen einen Teil Kunststofffasern beinhalten – weisst du, wie die auf die Imprägnierung reagieren?
    LG Oli

    Antworten

  2. Posted by Christina on April 18, 2016 at 9:24 am

    Dankeschön!
    Ob das wohl auch mit Wanderhosen funktioniert, in die man das Wachs normalerweise einbügelt?

    Antworten

    • Gute Frage. Was sind das denn für Hosen? Wenn sie aus Wolle sind, müsste das gut gehen.

      Antworten

      • Posted by Christina on April 18, 2016 at 9:52 am

        Das sind z.B. die „G1000“-Hosen von Fjällräven – oder Hosen aus dem Berufsbekleidungsladen, die ebenfalls aus 60% Polyester, 40% Baumwolle bestehen.
        Man imprägniert sie normalerweise durch Aufbügeln, es gibt wohl auch die Möglichkeit, sie in den Backofen zu legen und das Wachs dort „einschmelzen“ zu lassen.

        Noch eine Frage: Sind hinterher Wachsrückstände in der Waschmaschine?

      • In der Waschmaschine sind keine Wachsreste, aber mit solchen Hosen kenne ich mich gar nicht aus. Vielleicht einfach mal ausprobieren, wobei da sicher auch ein anderes Wachs verwendet wird, oder?

  3. Posted by Wiebke on April 18, 2016 at 9:06 pm

    Werden die Sachen ausreichend gefettet, damit auch Wollüberhosen zum wickeln hinterher ausreichend dicht sind? Oder geht es eher um eine Pflege der Wolle, macht aber nicht ausreichend dicht?

    Antworten

  4. Posted by Carina on April 25, 2016 at 10:33 am

    Hallo liebe Langsamerleben,
    zunächst an dieser Stelle mal wieder ein großes Lob für deine Seite – hier finde ich immer wieder Denkanstöße und tolle Selbermachtipps – Vielen Dank dafür!

    Zum Thema Wolle hätte ich noch ein paar Fragen:
    Woher bekommst du deine Wolle? Ich tue mich wirklich schwer Wolle aus Deutschland (oder Österreich? Schweiz? Gerne auch Holland *g*) zu bekommen – da werde ich irgendwie nicht fündig.
    Schlimmer ist es noch beim „Wollfett“ Lanolin – das gibt es anscheinend garnicht „Sortenrein“ – ist also immer ein Gemisch aus aller Herren Länder.

    Jetzt zu meinem Problem:

    Die größten „Wollunternehmerländer“ sind USA und Australien und da bin ich leider auf sehr heftige Bilder gestoßen, die mir den Spaß am Filzen und Stricken so richtig nehmen :(((
    Bei der Schafschur geht es zum Teil zu wie auf der Schlachtbank oder schlimmer…

    Hast du einen Tipp für mich?

    Liebe Grüße
    Carina

    Antworten

    • Hi Carina, Wolle kaufen tu ich am liebsten direkt beim Händler, zum Beispiel auf dem Handwerker- oder Mittelaltermarkt. Man kann aber auch tolle Wolle online bestellen, zum Beispiel über http://finkhof.de. Was das Wollwachs angeht, brauche ich gerade noch ein in Plastik verpacktes Kilo vom Stübener Kräutergarten auf (wo es geographisch genau herkommt weiß ich nicht), ich schaue noch nach Lanolin in Glasverpackung und aus Deutschland.

      Antworten

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