Ich warte nicht mehr!

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„Durchschnittlich 374 Tage seines Lebens verbringt der Mensch mit Warten.“ – Quelle

Der Titel dieses Posts ist zugegebenermaßen etwas voreilig formuliert worden. Natürlich warte ich noch. Warten, bis die Ampel grün wird. Warten, bis der Toast endlich dem Toaster entspringt (und man singen kann „Es ist ein Toast entsprungen aus einem Toaster zart“). Davon ist hier nicht unbedingt die Rede.

Ich meine diese lästigen Wartezeiten beim Arzt, auf den Bus, bei Bahnfahrten, auf ein Arbeitstreffen. Eine ehemalige Schulkameradin sagte mir einst, sie beneide Raucher manchmal um den Zeitvertreib des Zigarette ansteckens. Wie traurig.

Ich habe das aktive Warten für mich entdeckt, oder wie man das nennen mag. Einer meiner Kollegen hatte früher für jeden Stau oder noch so kleine Stockung des Verkehrs als Autofahrer sein Hümmelchen im Handschuhfach, aber man muss ja nicht gleich Dudelsack spielen. Das Handy herausnehmen und damit herum zu daddeln ist aber wenig produktiv und so zeitgeisthaft. Was ich gern mache:

  • Lesen oder ein Hörspiel hören
  • Freundlich aussehende Menschen in Gespräche verwickeln
  • Zeichnen
  • Briefe oder Postkarten schreiben
  • Stricken, Häkeln oder Sticken (im Moment stricke ich oben abgebildeten Schlafsack aus dem netten Buch „Niedliche Maschen für die Kleinsten“).

So muss man zwar noch immer genau so viel warten, man hat aber was davon (und meinerseiner wird nicht mehr so schnell ungeduldig). Irgendwas habe ich immer parat, damit ich im Ernstfall nicht auf die Boulevardpresse vom Wartezimmertisch angewiesen bin (schauder und grusel). Was sind eure Überlebensstrategien, wenn es mal etwas länger dauert?

16 responses to this post.

  1. Posted by Daniela on April 26, 2016 at 6:37 am

    Strickzeug ist immer in der Tasche😊. Manchmal fühlt sich das Warten, dann auch zu kurz an.
    Lg dani

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  2. Also ich habe auch immer was zu stricken dabei und für das Wartezimmer auch ein gutes Buch, wenn ich zum Arzt gehe. Ich hasse warten!!! Das war schon immer so, meine Mutter erzählt Geschichten, dass ich aus dem Kindergarten kam und Heulte, wenn nicht bald das Mittagessen auf dem Tisch stand, damit ich danach möglichst bald wieder raus zum Spielen konnte. Warten ist vertrödelte Zeit…. und wer weiß schon wie viel Zeit man noch hat, da nutze ich sie lieber sinnvoll!

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  3. Posted by Jessica on April 26, 2016 at 7:28 am

    Ich gehe seitdem ich eine Jugendliche bin nicht ohne ein Buch aus dem Haus (ok, heute kann es auch der E-Reader sein). Wenn ich lese, warte ich nicht. Die Zeit vergeht eh meist viel zu schnell.

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  4. Ich freue mich jede Woche auf den Mittwochnachmittag. Da kutschiere ich meine Zwerge ins Ballet und warte. Das Ballet findet in den Räumen einer Landeskirche statt, oben im Foyer steht eine Kaffeemaschine bei der man sich bedienen kann – ein Kässeli steht daneben. Entweder hats noch andere Mütter zum quatschen (meist englisch weil Ballett halt Expats anzieht) oder dann hab ich ein Buch dabei. Es ist zu einer richtigen Ruheoase geworden, denn zuhause sehe ich meine Näh-Ufos, den Wäscheberg, die unbeantworteten Emails und das dreckige Geschirr. Und wenn ich nach Hause komme ist bereits gekocht weil Tochter Nr 2 jeweils am Mittwochabend das Abendessen schmeisst. Alles eine Frage der Einstellung:-)

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  5. Schön, genau, dass obligatorische Buch habe ich schon seid meiner Teeni- Zeit immer dabei. Daher war warten noch nie mein Ding. Häkeln tue ich wenn ich Lust habe und die Wolle ist dann auch immer dabei. Stricken finde ich zu umständlich. Als Familienmama, plane ich gerne wenn ich warten muss. Klappe den Termin-Planer auf und dann wird telefoniert mit Ärzten, Anwälten oder andere Mamas um ein Treffen der Kinder auszumachen. Wenn ich erschöpft bin, mache ich auch mal einfach Atemübungen und meinen Kopf frei. Zb auf der nach Hausfahrt nach einem stressigen Tag. Und im Wechsel findet sich immer ein Sudoku oder Rätselhaft in meiner Tasche.
    Ich freue mich auf weitere Ideen

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  6. Ich habe auch immer ein Buch/ebook Reader dabei. Man weiss ja nie ob und wann man die gelegenheit zum warten hat😉

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  7. Genau. Irgendwas für die Hände habe ich immer dabei. Früher waren es oft Socken, aber davon habe ich mittlerweile genug. Ein Resultat produktiver Wartezeiten ist zum Beispiel mein soeben vollendetes Häkeldeckchen. Es wird ein nächstes geben.
    Neben den Wartezeiten werden auch gleich noch Wollreste sinnvoll genutzt.
    (http://hummelbrummel.blogspot.de/2016/04/das-hakeldeckchen-ist-fertig.html)
    Übrigens finde ich Deinen Blog klasse.
    LG Hummelbrummel

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  8. Posted by Sandra on April 26, 2016 at 12:07 pm

    In den meisten Fällen hänge ich meinen Gedanken nach und genieße z.B. beim Arzt die Ruhe. Mein Alltag mit 8 Kindern ist so ausgefüllt ,da mache ich auch mal gerne nichts.

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  9. Haha, das ist der Grund wieso ich immer zu spät komme! Ich fahre keine Minute früher los, um nicht noch waten zu müssen, und fange in dieser einen freien Minute noch irgendwas produktives an… Was zum lesen ist natürlich trotzdem immer dabei!😀

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  10. Posted by Melanie on April 26, 2016 at 2:41 pm

    Ja, genau .. ohne Buch geht nix!
    Allerdings kann ich mir auch (für eine gewisse Zeit) einfach die Welt anschauen.
    Ich sitze gern am Fenster, schaue mir Vögel oder auch mal nur Blätter an den Bäumen an. Vielleicht eine Art kleine Meditationsübung.
    Ich finde es immer wieder spannend, was man so sehen kann, wenn man genauer guckt.
    🙂 Und wenn ich mal merke, dass das Warten mich stressen will und ich weder Buch noch Fenstergucken habe, spiele ich gern mit mir selbst Stadt-Land-Fluss – also im Kopf und ohne Buchstabenabzählen!

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  11. Im Wartezimmer hab ich meistens ein Buch dabei, aber in der Bahn lohnt sich das wegen dem vielen Umsteigen nicht. Da höre ich Musik oder geistere am Handy rum -.- Ich sehe sowieso jeden Tag die gleichen Leute und fahre jeden Tag die gleiche Strecke. Irgendwann ist das Rumsitzen echt öde xD

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  12. Posted by Lissy on April 26, 2016 at 9:04 pm

    Auch ich habe immer etwas zum Lesen dabei, aber ich beobachte auch ganz gern Leute und häng dann meinen Gedanken nach. Mir geht es aber auch eher wie MissRainbow – ich komm eher zu spät als zu früh, aber ich arbeite dran. In diesem Simme allen eine schöne langsamer Lebenszeit.

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  13. Ich hab auch immer was zum Stricken, häkeln, knooken dabei, ein Buch, ein Notizblock für spontane Ideen und Schemazeichnungen – irgendwas hab ich auch immer einstecken🙂 Zum Glück warte ich nicht so oft… beim Arzt war ich schon lange nicht mehr und wenn ich auf die Kinder warten müsste geh ich in der Zeit einkaufen – dann sinds nur noch 5 Minuten – da kann ich gut lesen ..-

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  14. Posted by meikeilein on April 27, 2016 at 7:07 am

    Ich habe oft den E- Reader dabei. Ich mag aber auch einfach Leute beobachten. Oft beginne ich ein Gespräch. Wenn das alles nicht funktioniert, kann ich auch einfach 15 min. auf einen Punkt starren. Ich kann denn super abschalten.

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  15. Lange Zeit, eigentlich seit Jahren, hatte ich auch immer ein Buch oder Strickzeug mit. Auch im Bus (fahre täglich rund 80 min). Aber ehrlich: ich habe das nichts-tun für mich entdeckt. Ich erlaube mir nun auch, „nichts“ zu machen in der Zeit. Einfach aus dem Fenster gucken, nachdenken oder schlafen. Mein Streß war nämlich, immer jeden Fitzel Zeit nutzen zu „müssen“ (in meiner Vorstellung)…

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