Archive for the ‘Urlaub im Alltag’ Category

Ich warte nicht mehr!

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„Durchschnittlich 374 Tage seines Lebens verbringt der Mensch mit Warten.“ – Quelle

Der Titel dieses Posts ist zugegebenermaßen etwas voreilig formuliert worden. Natürlich warte ich noch. Warten, bis die Ampel grün wird. Warten, bis der Toast endlich dem Toaster entspringt (und man singen kann „Es ist ein Toast entsprungen aus einem Toaster zart“). Davon ist hier nicht unbedingt die Rede.

Ich meine diese lästigen Wartezeiten beim Arzt, auf den Bus, bei Bahnfahrten, auf ein Arbeitstreffen. Eine ehemalige Schulkameradin sagte mir einst, sie beneide Raucher manchmal um den Zeitvertreib des Zigarette ansteckens. Wie traurig.

Ich habe das aktive Warten für mich entdeckt, oder wie man das nennen mag. Einer meiner Kollegen hatte früher für jeden Stau oder noch so kleine Stockung des Verkehrs als Autofahrer sein Hümmelchen im Handschuhfach, aber man muss ja nicht gleich Dudelsack spielen. Das Handy herausnehmen und damit herum zu daddeln ist aber wenig produktiv und so zeitgeisthaft. Was ich gern mache:

  • Lesen oder ein Hörspiel hören
  • Freundlich aussehende Menschen in Gespräche verwickeln
  • Zeichnen
  • Briefe oder Postkarten schreiben
  • Stricken, Häkeln oder Sticken (im Moment stricke ich oben abgebildeten Schlafsack aus dem netten Buch „Niedliche Maschen für die Kleinsten“).

So muss man zwar noch immer genau so viel warten, man hat aber was davon (und meinerseiner wird nicht mehr so schnell ungeduldig). Irgendwas habe ich immer parat, damit ich im Ernstfall nicht auf die Boulevardpresse vom Wartezimmertisch angewiesen bin (schauder und grusel). Was sind eure Überlebensstrategien, wenn es mal etwas länger dauert?

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Wie haltet ihr’s mit den Genussmitteln?

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Einer unserer Nachbarn sagte einmal zu mir: „Ihr trinkt nicht, ihr raucht nicht, ihr kifft nicht – was macht ihr eigentlich?“ damals wusste ich nur zu antworten: „Musik hören?“.

Aber eigentlich haben wir ein paar mehr Genussmittel parat. Im Schnitt steht zwar von oben genannten Dingen aus Geschmacks- und Geselligkeitsgründen alle vier Wochen für mich ein Glas Wein, ein Gläschen schöner Whiskey für meinen Mann auf dem Tisch (es verlangt uns einfach nicht häufiger danach), doch vor allem sind Genussmittel für uns etwas anderes.

Kaffee (im Bild: meine Kaffeemaschine), Tee, Schokolade, Zucker, Fleisch und Obst von weither genießen wir bewusst und in Maßen. Zugegeben, das sind laut heutiger Standards keine Genussmittel mehr, aber es ist doch eigentlich eine ziemlich traurige Sache, dass so vieles keinen „Wert“ mehr hat, was früher als Kostbarkeit galt und etwa in Anbau, Herstellung, Transport und Logistik noch immer viele Ressourcen verschlingt.

Was sind also unsere Genussmittel? Gutes, vollwertiges Essen,  viel Besuch, Musik hören oder machen, Kunst und Kultur genießen. Ausflüge mit der Familie wie wandern gehen, schwimmen, Fahrrad fahren, ausreiten, liebe Menschen besuchen, das sind auch Genussmittel. Aber auch der Alltag: es sich zuhause schön machen, bei Hühnergesang im Garten rumrödeln, auf der Arbeit mal wieder eine Mammutaufgabe gelöst zu haben oder einfach zusammen ein Puzzle am Esstisch machen und Hörspiele hören. Auch Entspannungsmomente alleine wie ein Vollbad nehmen, in der Sonne sitzen, mit Freunden telefonieren, lesen oder barfuß durch die Welt gehen bringen viel Genuss mit sich und geben das Gefühl von Urlaub im Alltag (und sei es nur für 5 Minuten).

Ich brauche dafür kein Alkohol oder sonstige Substanzen. Ganz im Gegenteil, würde ich die kleinen Dinge dann noch so wahrnehmen und genießen können? Wohl kaum. Genuss ist doch vor allem eine Lebenseinstellung, nicht?

Fruchtige Tomatensoße selber machen

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Tomaten sind gerade weder Regional noch Saisonal zu bekommen. Vielleicht habt ihr ja einen Wintergarten, in dem ihr selbst im Februar Tomaten ernten könnt? Wir haben neulich einen großen Schwung Tomaten aus einer foodsharing-Initiative bekommen. So entstand dieses Rezept*.

Die Soße ist fruchtig, frisch, gesund und lecker geworden. Ihr könnt davon große Mengen im Vorraus kochen, da sie sich wunderbar zum Einwecken oder Einfrieren eignet. Für eine schnelle, warme Mahlzeit in turbulenten Zeiten perfekt! Selbst spontanen Besuch kann man so bewirten: die Soße ist vegan und ohne Gluten oder Laktose. So passt sie in nahezu jedes Ernährungskonzept. Die Soße passt zu Nudeln, in Aufläufe, auf Pizza oder in Lasagne. Mit in Kokosöl gebratenen Gnocchi und Parmesan ist sie bei uns ein Favorit geworden (dafür braucht ihr die Gnocchi nicht einmal vorzukochen).

Ihr braucht:

8 große Tomaten
1 mittelgroße Zwiebel
1 Esslöffel Sonnenblumenöl
1 Teelöffel Zitronensaft oder Apfelessig
2 Teelöffel getrockneter Baslikum (oder 4 frische Blätter, klein geschnitten)
1 Knoblauchzehe
1 leicht gehäufter Teelöffel gekörnte Gemüsebrühe
Pfeffer und Chilisoße nach Geschmack

Die Tomaten kreuzweise einschneiden, mit kochendem Wasser übergießen und 2 Minuten stehen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel und die Knoblauchzehe klein schneiden, im Sonnenblumenöl anbraten. Das Tomatenwasser zum Blumengießen auffangen, die Tomaten enthäuten und klein schneiden. Die Stücke mit allen anderen Zutaten in den Topf geben und 10 Minuten köcheln lassen. Abschmecken. Genießen.

*Mehr zum Thema foodsharing gibt es auf http://foodsharing.de  – und demnächst hier im Blog.

Puddingpulver selber machen

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Diese Anleitung ist mit die einfachste in meinem Repertoire. Ich gebe ja zu, auch einmal zu den Puddingpulverkäufern gehört zu haben. Ihr braucht die überteuerten Tütchen aber nie wieder in euren Einkaufskorb zu legen. Zur eigenen Herstellung braucht ihr zunächst einmal Speisestärke. Dann könnt ihr herrlich variieren. Hier ein Paar Anregungen für ein schnelles Geschenk oder als Füller für den Vorratsschrank.

 

Ihr braucht für:

Vanillepudding: 80 Gramm Speisestärke und 1 Messerspitze gemahlene Vanille (hab ich im DM gefunden)

Schokoladenpudding: 80 Gramm Speisestärke und 1 gestrichener Teelöffel Kakaopulver (Schokoliebhaber nehmen etwas mehr und dazu Schokoraspel)

Mandelpudding: 80 Gramm Speisestärke, 1 Esslöffel geriebene Mandeln, beim Kochen kommt ein Teelöffel selbstgemachter Amaretto dazu

Weihnachtspudding: 80 Gramm Speisestärke, ein halber Teelöffel Zimt, eine Prise gemahlene Nelken, eine Prise gemahlene Vanille

Mohnpudding: 80 Gramm Speisestärke, eine Prise getrocknete, geriebene Orangenschale (Bio), ein gestrichener Esslöffel gemahlener Mohn

Zitronenpudding: 80 Gramm Speisestärke, eine Messerspitze getrocknete, geriebene Zitronenschale (Bio)

Alle Zutaten in ein luftdicht schließendes Gefäß geben, schütteln, beschriften. Herrlich, oder? Das selbstgemachte Puddingpulver wird genau wie das Gekaufte verwendet; für 500 Milliliter Milch oder pflanzliche Milch nehmt ihr davon:

40 Gramm für Pudding

25 Gramm für Creme

15 Gramm für Soße

Zur Hilfe: Ein leicht gehäufter Esslöffel sind ungefähr 10 Gramm. Ihr könnt den Pudding beliebig mit Honig, Stevia, Birkenzucker, Apfeldicksaft oder Zucker süßen. Für einen halben Liter Flüssigkeit werden oft 20 Gramm Zucker empfohlen. Wie sonst auch gebt ihr die Milch bis auf einen kleinen Rest in einen Topf und lasst ihn unter ständigem Rühren auf mittlerer Hitze aufkochen. Das Pulver wird in die restliche Milch eingerührt. Wenn die Milch kocht, Topf vom Herd nehmen, das Pulver und das bevorzugte Süßungsmittel unterrühren, in Schälchen oder eine kalt ausgespülte Form geben, abkühlen lassen (oder sich die Schnute am heißen Pudding verbrennen). Herd ausmachen nicht vergessen. Und frisches Obst, denn was ist Pudding ohne Obst?

Keine Geschmacksverstärker, keine Farbstoffe, keine Konservierungsstoffe, keine komischen Es oder andere fragwürdige Zusatsstoffe. Ausserdem viel leckerer als das Gekaufte. Versprochen.

 

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Verwöhnende Bodylotion selber machen

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Beim Zusammenrühren meiner frisch geposteten seifenlosen Rasiercreme dachte ich: na hoppla – mit wenigen Kniffen wird das eine richtig geniale Bodylotion! Gesagt, getan: perfekte Konsistenz ohne komplizierte Emulsionen, mit wunderbar pflegenden Eigenschaften, Duft nach Wunsch und ohne Synthetik. Das Beste: Sie ist super einfach in der Herstellung, macht aber richtig was her und zieht sofort in die Haut ein. Diese Lotion kommt ganz ohne Bienenwachs oder andere tierische Produkte aus und ist sehr ergiebig.

 

Ihr braucht:

35 Gramm Sheabutter

35 Gramm Kokosöl

25 Gramm Olivenöl, Sesamöl oder Mandelöl

Nach Belieben 10-15 Tropfen ätherisches Öl (z.B. Lavendel-Zitrone)

 

Die Fette im Wasserbad zum schmelzen bringen, vom Herd nehmen und die ätherischen Öle untermischen. Wenn das Gemisch Zimmertemperatur hat, stellt ihr es zum festwerden in den Kühlschrank (oder, je nach Wetter, einfach vor die Tür). Dann mit einem Handmixer oder Schneebesen so lange schlagen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Im Kühlschrank hält sie gut 3 Monate, ansonsten würde ich sie binnen 4 Wochen verbrauchen (also lieber kleine Mengen herstellen).

Dekadente Bodybutter selber machen

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Für trockene Winterhaut ist diese Bodybutter unschlagbar gut. Als Geschenk für werdende Mutter (Stichwort Schwangerschaftsstreifen) oder als reichhaltige Creme für den Eigenbedarf kann ich sie sehr empfehlen. Sie zieht schnell ein und hinterlässt glückliche, weiche und gepflegte Haut. Die Zutaten sind etwas teurer als in dieser Bodybutter, aber zu Weihnachten darf es ja ruhig mal luxuriös zugehen.

 

Ihr braucht:

20 Gramm Sheabutter

20 Gramm Kakaobutter

20 Gramm Olivenöl, Mandelöl oder Sesamöl

5 Gramm Bienenwachs

Nach Belieben 15-20 Tropfen ätherisches Öl

 

Alles außer dem ätherischem Öl im Wasserbad erhitzen, bis es sich verflüssigt hat. Vom Herd nehmen, das ätherische Öl hineingeben, umrühren, abfüllen, fertig. Es dauert ein Weilchen, bis die Creme abkühlt und fest geworden ist.

Badebomben ohne Fett selber machen

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Der Adventskranz ist gebunden, die letzten Säckchen des Adventskalenders gefüllt – zum Beispiel mit diesen kleinen sprudelnden Badebomben. Im Gegensatz zu den reichhaltigen Badebomben aus einem ältern Post (hier) kommen diese ohne Fett aus, was eine weniger glitschige Wanne und trotzdem gepflegte Haut bedeutet. Der Vorteil ist, dass sie im Gegensatz zu den fetthaltigen sehr schnell trocknen und dadurch als Last-Minute-Geschenk schnell zu machen sind. Ich habe sie nicht gefärbt und bloß mit etwas ätherischem Lavendelöl beduftet, sie sind super einfach herzustellen und man braucht kaum Zutaten.

Es gilt das Prinzip Ehre, wem Ehre gebührt, also bekommt ihr hier statt einer genauen Anleitung nur den Link zum Urheber: Klick

Viel Spaß damit!