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Gekörnte Gemüsebrühe selber machen

Ich koche gern mit fertiger Gemüsebrühe, aber sie ist teuer und oft mit Geschmacksverstärkern, Emulgatoren, Konservierungsstoffen, Zucker oder sonstigem Kram angereichert und ausserdem nur selten ohne Plastik zu bekommen.

Also selber machen!

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Ihr braucht:

150 Gramm Suppengemüse, fein gerieben (z.B. Karotten, Sellerie, Lauch, Schalotten, Zwiebeln, frische Petersilie)
250 Gramm Salz
150 Gramm Speisestärke
3 Esslöffel Sonnenblumenöl
Gewürze und Kräuter nach Wahl (Muskat, Lorbeer, Liebstöckel, Pfeffer…)

Das Gemüse auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech ausbreiten. In die pralle Sonne, auf eine Heizung oder bei 100 Grad in den Backofen schieben und das Gemüse gelegentlich wenden, bis es trocken ist. Im Backofen dauert das Trocknen ca. 30 Minuten.

Alle weiteren Zutaten untermischen, in Schraubgläser füllen. Hält sich lange, schmeckt gut und ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch viel ergiebiger als die gekaufte Brühe.

Tipp: mit mehr Öl anrühren und in Eiswürfelbehälter einfrieren, dann habt ihr selbstgemachte Brühwürfel.

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Mückenstich? Spitzwegerich!

„Für alles ist ein Kraut gewachsen“ – altes Sprichwort

Diesem Sprüchlein kann ich nur zustimmen. Spitzwegerich kennen wir alle – vielleicht nicht unbedingt dem Namen nach – aber das vielfach als „Unkraut“ beschimpfte, unscheinbare Pflänzchen ist ungemein nützlich wenn man weiß, wofür.

Wer sie nicht kennt – so sieht die Pflanze aus: http://naturmedizin.lauftext.de/img/spitzwegerich.jpg

Spitzwegerich hatte ich stets ignoriert, bis unsere Pferdewirtin vom Haras de la Nied uns darauf aufmerksam machte. Auf Bremsenstiche, Mückenstiche und brennesselgebrannte Stellen verieben, verschafft es sofortige Linderung. Mein Mann hat einmal auf ganz ungünstige Weise beim Kuchenessen eine Wespe in den Mund bekommen, welche ihn in die Zunge stach. Die Zunge schwoll an, und es hätte böse werden können – doch er erinnerte sich an den Tipp der Pferdefrau und kaute kurzentschlossen auf einigen Spitzwegerichblättern herum. Eine Stunde später war vom Stich nichts mehr zu spüren.

Praktisch, was? Da man allerdings nicht immer Spitzwegerich zur Hand hat empfehle ich euch, Öl damit anzusetzen. Das lindert wunderbar!

Ihr braucht:

Spitzwegerichblätter
Sonnenblumen- oder Olivenöl

Den Spitzwegerich waschen, abtropfen lassen und in kleine Stücke schneiden. In ein Schraubglas geben. Das Öl handwarm erhitzen und bis einen Zentimeter über den Blättern in das Glas einfüllen. An einen durchgängig warmen Ort stellen. Nach 4 Wochen das Öl abseihen, in kleine Flaschen füllen und in die Haus- und Reiseapotheke tun.

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Tipp: damit es gar nicht erst dazu kommt, empfehle ich euch meinen selbstgemachten Autanersatz.

Was ist Glycerin?

Glycerin ist in so vielen Dingen enthalten – Wundschutzcreme, Duschgel, Flüssigseife – dass ich mal genauer nachgeschaut habe, was es damit eigentlich auf sich hat. Dass es etwas mit Seife zu tun hat, bzw. mit dem Verseifungsprozess, hatte ich schonmal gehört. Ich dachte, ich würde hier also zur Abwechslung mal was Nettes über einen vielfach verwendeten Zusatzstoff in herkömmlicher Kosmetik sagen können, muss euch aber leider enttäuschen.

Glycerin hat nämlich 2 Gesichter; einerseits ist es tatsächlich ein natürlicher Stoff, der beim Seife sieden (=saponieren) entsteht, doch in Kosmetik wird heutzutage fast ausschließlich ein künstliches Glycerin eingesetzt, welches ähnlich der Vaseline aus Petrolaten – also Erdölderivaten – hergestellt wird. Dieses chemische Glycerin kann in Alkohol gelöst werden (= Glycol); deßhalb wird es in der Kosmetikindustrie so gern genutzt (Quelle).

Beim natürlichen Glycerin handelt es sich zwar um ein hautfreundliches und allergenarmes Produkt, doch leider wird dafür möglichst günstiges Öl im Verseifungsprozess eingesetzt: im Zweifelsfall immer Palmöl…

Ich mache lieber gleich einen Bogen um Glycerin, so oder so; Aloe-Vera-Gel ist ein prima Ersatz – dessen Wirkung finde ich sogar noch besser! Versucht es mal in selbstgemachter Rasierseife, Make-Up, Babyshampoo, Handcreme oder Bodylotion…!

Was ist Vaseline?

Vaseline (auch bekannt als Petrolatum, Petroleumgelee oder weiches Paraffin) ist ein Schmierfett und Nebenprodukt der Erdölindustrie. Es kommt unter anderem als Hautcreme, Gleitmittel, Lederpflege, Trennmittel und Babypflege zum Einsatz. Da das Erdölprodukt keimfrei ist, verlängert es die Haltbarkeit von vielen Pflegeprodukten.

Wie wirkt Vaseline?

Vaseline schließt die Poren der Haut und bildet so eine undurchlässige Schicht. Unter dieser Schicht stauen sich Fett, Talg und Schweiß – die Haut kann nicht mehr „atmen“, sie wird also trocken, rot, gereizt, und man schmiert mehr Vaseline drauf… trotz guter Verträglichkeit ist die Pfegewirkung also eher suboptimal. Man sagt dass Frauen, welche täglich herkömmliche Lippenpflege benutzen, in 10 Jahren gut 3 Kilo Vaseline einnehmen (Quelle).

Kann das gut sein?

Das seit über 100 Jahren universal einsetzbare, durchsichtige Fett ist erst seit kurzem in der Kritik. Dass die Haut als größtes Organ des Menschen Giftstoffe nicht nur aufnimmt, sondern nachweislich in die Blutbahn weiterleitet (Quelle), spreche ich oft an. Nun wird von krebserregenden Stoffen in Vaseline gesprochen: gerade Brustkrebs wird in letzter Zeit immer häufiger damit in Verbindung gebracht. Das liegt an den PAHs bzw. PAKs – dies sind Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese Stoffe sind z.B. auch in Tabakrauch und Diesel vorhanden.

„Einige PAK sind beim Menschen eindeutig krebserzeugend (z. B. Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs sowie Magen- und Darmkrebs bzw. Blasenkrebs). Die Möglichkeit der Fruchtschädigung oder Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit besteht.“ – Quelle

Doch auch die Umwelt leidet:

„Die Bioakkumulation ist je nach Tierart sehr verschieden. Der Abbau im Organismus von Wirbeltieren erfolgt oft über zelltoxische oder krebserregende Zwischenprodukte. Bei Fischen, die in mit PAHs belasteten Sedimenten leben, wurden Leberschäden, Bindehautgeschwulste und Krebs beobachtet.“ –Quelle

Fazit: Finger weg von Labello und co.! Etikette genau lesen. Ein guter Ersatz für Vaseline ist ein Wachs-Ölgemisch: folgt einfach meiner Anleitung für selbstgemachte Fussbutter mit einem beliebigen Speiseöl.