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Tiger Balm selber machen

Tiger Balm ist hervorragender Helfer bei Zerrungen, Verspannungen, Rücken-, Arthrose- und Gelenkschmerzen. Bei Kopfschmerzen auf die Schläfen gerieben sorgt es für Abhilfe, wirkt aber auch auf die Brust gerieben als Schleim- und Hustenlöser. Neben die Nasenflügel gerieben werden die Atemwege frei. Wie auch immen- Tiger Balm ist großartig. Vieleviele schmerzlindernde, wärmende und durchblutungsfördernde ätherische Öle und nicht zuletzt ein nettes Döschen mit einem Tiger drauf 😉 . Wenn doch der hohe Preis nicht wäre… das Paraffin… die Vaseline… (Quelle). Als mich eine liebe Bekannte darum bat, mich doch einmal mit dem Gedanken zu befassen, sowas selber zu rühren, war ich sofort begeistert. Eine schöne Herausforderung.

tigerbalm

Hier nun meine Anleitung zum selber machen. Ich habe hier keine Rezeptur kopiert, sondern vielmehr – in Anlehung an die Inhaltsstoffe des weißen Tigerbalms – eine eigene zusammengerührt. Wirkt wunderbar und zieht schnell ein! Als ich diese Salbe das erste mal ausprobierte, tanzte ich bald freudig hopsend durch die Küche: wieder ein Produkt, was ich nie wieder kaufen werde.

 

Ihr braucht:

 

8 Gramm ätherisches Cajeputöl

5 Gramm ätherisches Rosmarinöl

2 Gramm ätherisches Nelkenöl

5 Gramm ätherisches Pfefferminzöl

15 Gramm Sonnenblumen- oder Sesamöl (enthält Vitamin E zur Konservierung)

15 Gramm Kokosöl

4 Gramm Bienenwachs oder Carnaubawachs

 

Das Sonnenblumen- oder Sesamöl mit dem Kokosöl und dem Bienenwachs im Wasserbad schmelzen lassen, vom Feuer nehmen. Die ätherischen Öle abwiegen und untermischen. In kleine Tiegel füllen und abkühlen lassen. Wie gewohnt benutzen (und danach Hände waschen, auf den Schleimhäuten der Augen, der Nase und des Mundes brennt das sonst fürchterlich!). Hält sich ein Jahr und länger.

 

Für Säuglinge und Kinder rate ich aufgrund der ätherischen Öle davon ab, Tiger Balm zu nutzen! Als wirkungsvolle Alternative für die Kinderstube rate ich euch zu selbstgemachter Anisbutter. Hier gilt wie sonst auch: Fragt bitte euren Arzt.

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Ein Wort zu Aktivkohle

„Schon die alten Ägypter kannten 1550 Jahre vor Christus die medizinische Anwendung von Holzkohle. Zur Zeit des Hippokrates (400 v. Chr.) wurde Kohle gegen Epilepsie, Schwindel und Flatulenz eingesetzt […]. Zu Demonstrationszwecken schluckte 1831 der Apotheker Touery vor der Französischen Akademie der Wissenschaften die zehnfache letale Dosis von Strychnin zusammen mit 15 Gramm Kohle […].“ –Quelle

Touery überlebte tatsächlich diesen riskanten Selbstversuch. Nachahmenswert ist das Ganze zwar nicht, aber es lohnt sich, Aktivkohle einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das schwarze Pulver aus der Apotheke – auch in Tablettenform etwa als „Kohlekompretten“ zu bekommen -ist geschmacks- und geruchsneutral.

Medizinische Kohle oder Aktivkohle (nicht mit Holz- oder Grillkohle zu verwechseln) ist vor allem als Absorbtionsmittel bekannt. Bei starkem Durchfall, aber auch bei Lebensmittel- oder anderen Vergiftungen des Magendarmtraktes ist Aktivkohle Gold wert. Rechtzeitig eingenommen, kann Aktivkohle die Aufnahme toxischer Substanzen um bis zu 60% reduzieren (Quelle). Dies kann etwa dann lebensrettend sein, wenn Kinder hochtoxische Reinigungsmittel oder giftige Pflanzenteile wie Vogelbeeren oder bestimmte Pilze eingenommen haben. Sucht euch für solche Fälle auch gleich die Telefonnummer der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale heraus. Aktivkohle sollte gerade bei kleinen Kindern in keiner Hausapotheke fehlen! Sprecht am besten einmal mit eurem Arzt darüber.

Aktivkohle sollte man innerlich nur selten benutzen, da es natürlich auch Flüssigkeiten, Mineralien, Vitamine und so weiter absorbiert, die der Körper dringend braucht.

Ich nutze das Pülverchen allerdings noch für andere, etwas unorthodoxe Dinge (wer mir hier gleichtun möchte: bitte den Disclaimer lesen!)…

– als Zutat in wasserlöslicher Wimperntusche
– als entfärbender Zahnreiniger für glatte, weiße Zähne (nur alle 3-4 Monate, einfach auf die Zahnbürste geben und losschrubben – sieht etwas gruselig aus, bis man es ausspült)
– als Zutat in Schwarzer Salbe

Erste Hilfe – wer macht mit?

Habt ihr schonmal einen Erste-Hilfe-Kurs besucht? Und wie lange ist das her…? Und woran könnt ihr euch noch erinnern…? Was würdet ihr in einem Notfall tun…?

Ein Großteil der hiesigen Bevölkerung besucht einen „LSM“-Kurs beim Roten Kreuz genau einmal: als lästige Pflichtveranstaltung für die Fahrschule. Teils ist das schon lange her. Und doch ist man laut Gesetz dazu verpflichtet, im Ernstfall zu helfen – nicht nur durchs Wählen der 112 (Quelle).

Es hat sich bei mir so ergeben, dass ich einen solchen Kurs nun schon 4 Mal besucht habe – etwa alle 2 Jahre. Das hatte vor allem berufliche Gründe. Und jedes Mal habe ich so viel Neues dazu gelernt, dass ich es auch so beibehalten möchte.

Die meisten Unfälle geschehen zuhause – und doch ist ein solcher Kurs erst Pflicht, um mit dem Auto unterwegs zu sein. So viel Unerwartetes geschieht jeden Tag – nichts, was man sich wünscht – doch was tun, wenn ein Kind aus einem Baum fällt, wenn ein Nachbar einen Herzinfarkt bekommt, der Onkel sich verschluckt, das Kind Reinigungsmittel getrunken hat, der Ehemann sich den Arm bricht, im schlimmsten Fall im Urlaub? Ich möchte das dann nicht erst „ergooglen“ müssen, sondern meine Handgriffe ganz genau kennen. Bei uns auf der Toilette liegt sogar ein Buch mit Erste-Hilfe-Maßnahmen, damit man sein Wissen bei längeren „Sitzungen“ nochmal auffrischen kann.

Ich kann euch nur ans Herz legen, hin und wieder einen LSM-Kurs zu besuchen und Verbandsmaterial griffbereit zu haben (nicht nur im Auto!). Man weiß schließlich nie, wann man es einmal braucht.

Tipp: diese Kurse gibt es auch speziell für Notfallmaßnahmen an Babys und Kleinkindern – ein tolles Geschenk für werdende Eltern!

Baby-Bäuchlein-Öl selber machen

Wenn Babys und Kinder Bauchweh oder Verdauungsbeschwerden haben, hilft eine kleine Bauchmassage im Uhrzeigersinn mit Kümmelöl.

Wir erstanden unser erstes 50-Milliliter-Fläschen zum Sonderpreis (!) von 7,95 € in der Apotheke, aber künftig ist es sehr viel günstiger für uns geworden – selbstgemacht ist doch am Schönsten!

Ihr braucht:

100 Milliliter Mandelöl
3 Esslöffel Fenchel-Anis-Kümmeltee
1 Teelöffel Koriandersamen
1 Schraubglas

Die Gewürze im Mörser grob zerstoßen und in das Schraubglas gießen. Das Öl etwas über Handtemperatur im Topf erhitzen, über die Gewürze geben. Gut verschlossen mindestens 2 Wochen, besser 4, durchziehen lassen. Dann durch ein feines Sieb gießen, das Öl auffangen und in kleine Flaschen füllen. Hält sich gut ein Jahr und ist natürlich auch für Erwachsene nutzbar.

Ringelblumensalbe selber machen

Als Kind hatte ich desöfteren irgendwelche Blessuren, Schrammen, wunde Stellen, Stiche, Blasen oder Entzündungen. Immer hieß es: „schmier‘ Calendula drauf!“. Es galt bei uns als Allheilmittel und hat uns immer treue Dienste geleistet (Das ging dann soweit, dass ich eines Nachts mit starken Ohrenschmerzen aufwachte und mir erst einmal Calendulasalbe ins Ohr hineinschmierte – davon ist abzuraten!).

Nun ist es an der Zeit, die Wundersalbe meiner Kindheit für die Wehwehchen der nächsten Generation nachzurühren.

Ihr braucht:

4 Gramm geriebenes Bienenwachs oder Carnaubawachs

100 Milliliter Calendulaöl

25 Gramm Wollwachs anhydrid

25 Gramm Kokosöl (wers vegan haben möchte verzichtet auf das Wollwachs und nimmt 50 Gramm Kokosöl)

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Alle Zutaten im Wasserbad erwärmen, dabei ständig rühren und nicht kochen lassen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Die flüssige Salbe in ein leeres Schraubglas füllen und aushärten lassen. Hält sich gut ein Jahr und länger.

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Tipp: diese Salbe kann auch als Wundschutzcreme verwendet werden.

Pfefferminzöl

Ätherisches Pfefferminzöl ist eine tolle Sache. Es riecht gut, man kann es in sein Waschmittel oder in Flüssigseife reinmischen, Duftlampen betreiben oder es verdünnt als Parfüm nutzen.

Pfefferminzöl ist aber auch ein kleines Wundermittel und Bestandteil meiner Hausapotheke. Man findet es in Lebensmittelqualität in Bioläden und Reformhäusern.

Ich achte auf Qualität – eine Hebamme hat mir mal den Roll-on von Primavera empfohlen, den ich ganz toll finde. Er ist zwar teuer, aber sehr ergiebig (meine Flasche hält schon 2 Jahre). Man kann es aber bestimmt auch selber machen. Ideen?

Ätherische Öle sollte man nie unverdünnt auftragen, da es zu Hautirritationen kommen kann. Bei purem, ätherischem Pfefferminzöl rate ich euch dazu, es für Erwachsene so zu dosieren: 1 Teelöffel Trägeröl (Mandel-, Oliven-, Rapsöl…) auf 1 Tropfen Pfefferminzöl, bei Kleinkindern 1 Esslöffel Trägeröl pro Tropfen. Oben genanntes Öl ist bereits verdünnt und kann von Erwachsenen unbedenklich pur verwendet werden, für Kleinkinder rate ich zur Beimischung von etwas Trägeröl (beides auf die Handflächen geben, gut verreiben, auftragen). Für Babys ist Pfefferminzöl ungeeignet – sie sind sehr empfindlich und reagieren manchmal schon auf Kleinstmengen mit Atemnot!

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Wenn ich Kopfschmerzen habe, tupfe ich es mir auf die Schläfen und reibe meinen Nacken und die Nase damit ein. Ist wirklich sehr erfrischend, auch bei Hitze oder nach einem langen Tag (Sollten die Kopfschmerzen nicht besser werden, rate ich euch zu dieser sehr wirkungsvollen Methode).

Bei Husten und verstopfter Nase wird es auf die Brust gerieben, das lindert ungemein (und macht sowas mineralölhaltiges wie Wick Vaporub überflüssig!). Bei hohem Fieber wird es auf die Füße aufgetragen, dicke Socken drübergezogen und abgewartet (allerdings erst ab 39 Grad, Fieber ist normalerweise etwas sehr Sinnvolles). Bei Übelkeit immer wieder am Fläschchen riechen.

Das Öl sollte einen natürlich nicht davon abhalten, zum Arzt zu gehen.