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Ständig selbst…

Als freiberuflicher Künstler genieße ich so Vieles: keine Vorschriften über das, was ich zu machen habe. Kein Job, bei dem ich immer wie aus dem Ei gepellt aussehen muss oder immer zu den gleichen Uhrzeiten präsent zu sein habe. Kein Chef, der einen kontrolliert oder irgendwelche anstrengenden hierarchischen Strukturen. Niemand, der mir kündigt. Jeden Tag etwas Neues tun, entdecken. Lernen. Wachsen. Herzensblut.

Doch Selbstständig heißt auch selbst – und zwar ständig. Den Kopf hinzuhalten, wenn was mislingt. Den Lob zu ernten, wenn was gut war. Die Feiertage durchzuarbeiten um danach erschöpft zusammenzubrechen. Sich nicht krank schreiben lassen zu können. Mal mehr, mal weniger verdienen. Vor Rührung kaum Worte zu finden, wie Freunde und vor allem die Familie das alles mitmacht. Ständig mit sich selbst konfrontiert zu sein und sich zu wundern, was da noch so alles drinsteckt.

Überarbeitet. Unterbezahlt. Doch auch – überglücklich. Denn immer trage ich den Beruf in mir herum. Und liebe ihn. Und würde nie und nimmer tauschen. Nie.