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Montagsfreude

Heute war ich beim Fleischer um die Ecke, wo es auch herrliche saisonale und regionale Produkte wie Äpfel, Nudeln, Eier und natürlich Fleisch gibt. Da die Verkäufer ohne Plastikhandschuhe arbeiten, steht ein Kassenautomat in der Ecke, wo man seine Quittung selber einscannen und dort bezahlen muss. Viele der Produkte bekommt man allerdings nur in Plastik. Heute habe ich mal tief Luft geholt und gefragt, ob ich meine eigene Büchse zum Transport mitbringen dürfte, um so Verpackungsmaterial zu sparen. Schließlich hängt in der Fleischerei (!) sogar ein Hinweis auf die Plastiktütenproblematik. Antwort: „Hinter die Theke dürfen wir Ihre Gefäße nicht nehmen…“ die Verkäuferin dachte ein Weilchen nach: „aber auf die Theke dürfen Sie die Büchse stellen! Dort dürfen wir dann auch Dinge hineinlegen.“ Beim Hinausgehen rief sie mir noch hinterher: „Dieses Plastik gehört ohnehin verboten!“. Auch wenn es kein Biofleischer ist: allein diese Mentalität gehört unterstützt. Ich freue mich über diesen kleinen Fortschritt und nehme fortan immer meine Brotdose mit. Kauft ihr auch „mit Büchse“ ein?

Pröbchenwahn

Wenn ich einmal in einer Drogerie bin – zumeist nur, um dort Natron zu kaufen oder mir Produkte anzusehen, die ich später zuhause nachrrühre – werde ich häufig mit kreischenden jungen Frauen konfrontiert, welche sich an den Hängeregalen mit den Reisegrößen aufhalten.

„Wie süüüüüüß!“, ruft so manche entzückt, wenn sie ein Shampoopröbchen in die Höhe hält. Aufwallende Muttergefühle machen sich bemerkbar. Ich bin mir sicher, dass diese Kleinstgrößen einen reißenden Umsatz machen, obwohl sie auf ihre unscheinbare Art natürlich viel mehr kosten als die Großpackungen.

Unterwegs sind solche kleinen Packungen tasächlich praktisch. Aber was spricht dagegen, eine kleine Flasche immer wieder von der Großpackung nachzufüllen? Die Mengen an Plastikmüll, die durch solch eine „Mini-Manie“ ausgelöst werden, kann man sich kaum vorstellen. Dagegen sprechen wohl nur das geschickte Marketing der Drogeriebranche und die weiblichen Hormone…

Dann gibt es noch überall als Beigabe kleine Aluminium-Tütchen voll mit irgendwelchen Cremes und Tinkturen, die man in einer überfüllten Schublade im Bad aufhebt, „falls man sie einmal braucht“…

Diese Minimengen habe ich nun aus meinem Haushalt verbannt. Wie handhabt ihr das?

Backpulver selber machen

Auf meinem Aluvermeidungsfeldzug bin ich herrlicherweise auf dieses nette Rezept gestoßen zur Backpulverherstellung in der eigenen Küche.

Ihr braucht:

2 Esslöffel Weinsteinpulver/Cream of Tartar
1 Esslöffel Speisestärke
1 Esslöffel Natron

Alles gut mischen (z.B. mit einem Pürierstab), wie gewohnt für allerhand Backwaren nutzen.

Alles Alu…?

Aluminium scheint in vielen Gebieten unerlässlich; gerade bei der Plastikvermeidung tritt es vielerseits in den Vordergrund. Doch halt! Was ist Alu eigentlich? Ja, die Glitzerfolie aus dem Supermarkt. Und sonst?

Aluminium ist praktisch, leicht, kostengünstig. Zuhause und auf Reisen ist es für viele ein fester Bestandteil des Alltags geworden.

Die Herstellung lässt allerdings aufhorchen:

„Die Aluminiumherstellung wird oft mit Umweltproblematiken in Verbindung gebracht, da der Energieverbrauch extrem hoch liegt (etwa 10 mal so groß wie zur Herstellung der gleichen Menge Weißblech benötigt wird) und bei der Schmelzflußelektrolyse giftige Gase (Fluorverbindungen) frei werden. Um eine Tonne Aluminium herzustellen werden insgesamt etwa fünf Tonnen Bauxit (enthält ca. 55-65% Aluminiumoxid), Kryolith (zur Herabsetzung des Schmelzpunktes (Flußmittel)), Kohlenstoff (Anodenmaterial) und Aluminiumfluorid (zum Start der Reaktion) benötigt. Pro Tonne Aluminium müssen ca. 1,5 Tonnen “Rotschlamm” entsorgt werden. Da die Herstellung so kostenintensiv ist wird sie in Deutschland subventioniert.“ –Quelle

Bei einem solchen Aufwand kann ich nicht anders als mich zu fragen, warum Alu dann so verbreitet ist, warum es so günstig ist, häufig Verwendung als Einweg-Wegwerfprodukt findet und ob das wirklich gesund sein kann.

Recherchen im Internet ergeben Erstaunliches: Aluminium wird mit Demenzerkrankungen wie Alzheimer in Verbindung gebracht (mehr dazu hier und hier).

Doch daran nicht genug; Aluminiumvergiftungen werden auch in Verbindung gebracht mit Verwirrtheit, Muskelschwäche, Schlaganfällen, Knochenanomalitäten, Brustkrebs, Wachstumsstörungen bei Kindern, Lungenproblemen, Störungen im zentralen Nervensystem, Knochenkrankheiten, Sprachstörungen, Hirnerkrankungen, Blutarmut und Eisenmangel (Quelle).

Die Liste ist mir lang genug, dass ich mich weitestgehend von Aluminium verabschiedet habe und nach wie vor das Selbermachen als Alternative empfehle. Alu (E-Stoffe E173, E520, E521, E523, E554, E555, E556 und E598 Quelle) ist häufig zu finden in:

Deodorant
Backpulver
– Koch- und Campinggeschirr
– Getränkedosen
– Kaffeekapseln
– Lieferservicegeschirr
– Verpackungen (Aludeckel, Tetrapak…)
– Fertigprodukten
Zahnpastatuben
– Reiseflaschen
– Essbesteck
– Elektronik
– Süßigkeiten (Quelle)
– Kosmetik
– Farben und Lacken
– Medikamenten
Sonnencreme
– … (Der Film „Aluminium-die geheime Gefahr“ bietet weitere Aufklärung)

Tipp: Kartoffeln im Feuer backen kann man auch ohne Alufolie, dass geht so!