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Schnelle Seife selber machen

Last-Minute-Weihnachtsgeschenk gefällig? Was ich hier vorstelle hat zwar streng genommen nichts mit Seife selber machen zu tun, weil hier ein fertiges Seifenstück veredelt wird; es ist aber schnell gemacht, gut individualisierbar, kostengünstig und ein schönes Mitbringsel oder kleines Geschenk.

Ihr braucht für 2-3 Seifenstücke

2 Stück (je 100 Gramm) möglichst neutral riechende Seife (Kernseife, Glycerinseife…)
30 Tropfen ätherisches Öl (Zitrus, Lavendel, Sandelholz, Ingwer, Rose…)
Nach Belieben 2 Esslöffel getrocknete Blüten, eine Teemischung oder zartschmelzende Haferflocken für einen Peelingeffekt

Die Seife mit einem scharfen Messer in kleine Wurfel schneiden, im Wasserbad zum schmelzen bringen, zügig die anderen Zutaten untermischen und in Silikonformen gießen. Wenn sie hart ist, kann die Seife sofort zum Einsatz kommen (für ganz eilige: schneller härten tut sie im Kühlschrank).

Herbes Aftershave selber machen

Dieses würzige Aftershave macht sich gut unterm Weihnachtsbaum!

Ihr braucht:

1 Zimtstange

3 Nelken

3 Pimentkörner

Die abgeriebene Schale einer Bio-Orange

2 Esslöffel Aloe-Vera-Gel

50 Milliliter Rum (braun oder weiß)

250 Milliliter Hammameliswasser (Witch Hazel Extrakt)

10 Tropfen ätherisches Zitronenöl

10 Tropfen ätherisches Sandelholzöl

10 Tropfen Teebaumöl

Alle Zutaten in ein großes Schraubglas geben. mindestens 4 Wochen durchziehen lassen und täglich schütteln.

Dann alle Zutaten durch ein feines Sieb oder ein dünnes Geschirrtuch abseihen. Bei empfindlicher Haut empfiehlt es sich, noch 50 Milliliter Wasser hinzuzugeben.

Lippenbalsam selber machen

Ob als Nikolausüberrachung oder für die eigene Handtasche: dieser schnelle, einfache Lippenbalsam mit Honig und Vanille tut gut bei Kälte und trockener Heizungsluft.

Ihr braucht:

3 Tropfen ätherisches Öl in Lebensmittelqualität (Vanille)
3 Esslöffel Mandelöl
2 Teelöffel Honig
1 Gramm Bienenwachs

Das Bienenwachs mit dem Honig in einem Wasserbad zum schmelzen bringen. Die restlichen Zutaten unterrühren und den Balsam in kleine Tiegel, Dosen oder Gläschen füllen.

Tipp: mit verschiedenen ätherischen Ölen immer mal was Neues: Zitrone, Lavendel, Pfefferminz…

Einfaches Aftershave selber machen

Ich mache mir schonmal Gedanken darüber, was man alles zu den heranrückenden Feiertagen verschenken könnte. Mein Mann nutzt gern das Raiserwasser von Weleda, aber kaufen kann ja jeder. Hier ein kleiner „Fälschungsversuch“… und das kinderleicht!

Das Hamameliswasser bekommt ihr in der Apotheke.

Ihr braucht:

200 Milliliter Vodka

150 Milliliter erkaltetes, abgekochtes Wasser

100 Milliliter Hamamelis Virginiana Distillate (Witch Hazel extract)

30 Tropfen ätherisches Öl (z.B. je 10 Tropfen Zitrone, Sandelholz und Lavendel – oder Pfefferminz, Rosenholz und Lavendel, etc.) oder 1 Teelöffel Teebaumöl

Alle Zutaten in eine Flasche geben, schütteln. Dekorativ umfüllen, fertig. Vor jedem Gebrauch schütteln und wie gewohnt anwenden – es ist sehr ergiebig!

Tipp: selbstgemachte Rasierseife dazu und das Vatertagsgeschenk ist komplett 🙂

Festes Deo selber machen

Nach dem cremigen Deo und dem Sprühdeo nun das dritte im Bunde: der selbstgemachte Deostick. Ohne Aluminium, ohne Alkohol.

Ihr braucht:

2 Esslöffel Kokosöl

4 Esslöffel Kakaobutter

3 Esslöffel Natron

3 Esslöffel Speisestärke

20 Tropfen ätherisches Öl oder 1 Teelöffel Teebaumöl

Das Kokosöl mit der Kakaobutter im Wasserbad zum schmelzen bringen. Natron, Duftöl und Speisestärke mit einer Gabel untermischen und das Gemisch schnell in ein altes Deostickgefäß geben oder in einer Silkonform aushärten lassen (am besten im Kühlschrank) und anschließend in einer kleinen Dose aufbewahren.

Badebomben selber machen

Diese sprudelnden Badekugeln ähneln den LUSH- oder BOMB- Zusätzen, sind aber nicht so teuer und zudem individuell anpassbar. Sie zaubern Entspanntheit, weiche Haut und gute Laune.

Wer keine Badewanne hat, kann sie auch als prickelndes Fußbad nehmen. Dieses Rezept ist für 5 große Kugeln (für ein Vollbad reicht eine).

Ihr braucht:

200 Gramm Natron
100 Gramm Zitronensäure
150 Gramm Salz
8-12 Esslöffel Olivenöl
Nach Belieben 30 Tropfen ätherisches Öl oder bis zu 2 Esslöffel Gewürze oder Kräuter, getrocknete Blüten, Instantkakao oder eine Teemischung…

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel gut mischen. Das Olivenöl mit dem ätherischen Öl mischen und nach und nach zu den trockenen Zutaten geben, bis ein knetbarer, nicht allzu öliger Teig entsteht. In Formen drücken (hier gehen Silikonformen gut) oder zwischen den Händen feste Bälle daraus formen. Gut 2 Tage ruhen lassen, bis die Masse hart und trocken ist. Innerhalb von 2 Monaten aufbrauchen und trocken lagern. Sie werden zwar nicht „schlecht“, sprudeln aber mit der Zeit immer weniger.

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Tipp: gleich Duschöl dazu machen!

Ein Wort zu Laugenstein

Laugenstein – auch als Natriumhydroxid (NaOH) oder Seifenstein bekannt – wird zur Seifenherstellung eingesetzt und besteht aus etwa 3 Teilen Ätznatron und 2 Teilen Soda (Quelle). Gut verschlossen und trocken gelagert hält es sich sehr lange. In Glas oder Aluminium kann man es allerdings nicht lagern, weil es sich dort „durchfressen“ würde…

Haarseife, Kernseife, Handseife, Körperseife: diese schönen Dinge kann man mit Laugenstein herstellen. Es ist einiges an Planung und Vorsichtsmaßnahmen geboten, bevor man mit dem sieden von handgemachten Seifen beginnt.

Man bekommt Laugenstein in Apotheken und manchen Drogerien in Plätzchen-, Perlen- oder Kristallform. Diese Kristalle sind ätzend und sollten immer ausser Reichweite von Kindern, Haustieren und neugierigen Besuchern aufbewahrt werden, da schon Kleinstmengen schwere innere Verätzungen zur Folge haben können (Quelle). Ein solcher Kristall ist schnell inhaliert oder „mal probiert“, was gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Auch bei Hautkontakt kann aber ein einziger Kristall schon zu kleinen Löchern im Gewebe führen – Augen, Nase, Mund und Hände schützen! Schnelle Abhilfe schafft Essig, der dringend offen herumstehen sollte, wenn ihr Seife sieden wollt. Dieser neutralisiert die Lauge.

Wer mit Laugenstein arbeitet, sollte grundsätzlich Handschuhe, Mund- und Augenschutz tragen, um Verätzungen zu vermeiden und nur an einem gut belüfteten Ort (Terrasse, Hofeinfahrt, Garten) und mit Arbeitskittel damit hantieren. Pingeligste Aufräumarbeit und absolute Vorsicht sind dabei Gebot. Babysitter organisieren, Haustiere wegsperren, Telefon ausstecken, Handy aus, Postbote ignorieren. Lasst euch nicht ablenken, nehmt euch viel Zeit – oder lasst es lieber ganz bleiben.

Laugenstein wird immer in das kalte Wasser gegeben, niemals anders herum – ansonsten gibt es eine Explosion und dieses ätzende Zeug fliegt euch noch entgegen…

Die erste Seife ist immer eine Überwindung und sollte nur dann gemacht werden, wenn alles gut vorbereitet ist und jemand dabei ist, der einem helfen kann. Wem das zu gefährlich scheint – und das ist kein Grund, sich zu schämen! – sollte sich seine Seife lieber kaufen oder fertige Seife veredeln.

Duschöl selber machen

Als ich einer Freundin vorschlug, auf ihr heißgeliebtes Nivea-Duschöl zu verzichten und stattdessen einfach Olivenöl zu nehmen, entgegnete sie entsetzt: „Davon wird man doch gar nicht sauber!“. Dabei empfand ich eher eine ziemliche Abscheu gegenüber den Inhaltsstoffen ihres Markenöls in der unscheinbaren Plastikflasche:

Glycine Soja, MIPA-Laureth Sulfate, Ricinus Communis, Laureth-4, Cocamide DEA, Poloxamer 101, Parfum, Triticum Vulgare, Citric Acid, Aqua, Panthenol, BHT, Propyl Gallate, Linalool, Butylphenyl Methylpropional, Limonene, Citronellol, Geraniol, Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde, Coumarin, Alpha-Isomethyl Ionone, Eugenol, Hexyl Cinnamal

Dies ist eine lange Liste, was mich schonmal skeptisch werden lässt. Negativ auffallen tun die fettgedruckten Begriffe, vor allem das Poloxamer 101 gilt als bedenklich und umweltrelevant (mehr zu diesen Inhaltsstoffen hier).

Damit wird man doch erst recht nicht „sauber“… Und da gibt Nivea der Flasche noch den Aufdruck „natürlich“ und prahlt mit 55% natürlichem Öl?!? Zu 3 Euro 30 pro 200 Milliliter? Pfui.

Mit Olivenöl während oder nach dem Duschen kann sich vielleicht nicht jeder anfreunden, aber zum Glück gehts auch anders. 100% natürliches Öl. Dein Lieblingsduft. Sonst nichts.

Ich präsentiere: Duschöl selber machen. Du kannst es auch als Badeöl oder Haarpflege nehmen!

Methode 1

100 Milliliter Sesamöl, 100 Milliliter Mandelöl und 15 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl mischen, fertig.

Methode 2

100 Milliliter Lavendelöl mit 100 Milliliter Zitrusöl mischen. Oder auch Rosenöl, Kamillenöl, Calendulaöl

Vielleicht bin ich als Freundin auch manchmal etwas anstrengend. Aber besagte Dame ist erstaunt, wie toll sich Olivenöl stattdessen macht…!

Tipp: vorsicht, Rutschgefahr! Fall nicht hin und spül die Reste gut weg, damit auch der nächste Duschende nicht hinplumpst 🙂

Was ist Glycerin?

Glycerin ist in so vielen Dingen enthalten – Wundschutzcreme, Duschgel, Flüssigseife – dass ich mal genauer nachgeschaut habe, was es damit eigentlich auf sich hat. Dass es etwas mit Seife zu tun hat, bzw. mit dem Verseifungsprozess, hatte ich schonmal gehört. Ich dachte, ich würde hier also zur Abwechslung mal was Nettes über einen vielfach verwendeten Zusatzstoff in herkömmlicher Kosmetik sagen können, muss euch aber leider enttäuschen.

Glycerin hat nämlich 2 Gesichter; einerseits ist es tatsächlich ein natürlicher Stoff, der beim Seife sieden (=saponieren) entsteht, doch in Kosmetik wird heutzutage fast ausschließlich ein künstliches Glycerin eingesetzt, welches ähnlich der Vaseline aus Petrolaten – also Erdölderivaten – hergestellt wird. Dieses chemische Glycerin kann in Alkohol gelöst werden (= Glycol); deßhalb wird es in der Kosmetikindustrie so gern genutzt (Quelle).

Beim natürlichen Glycerin handelt es sich zwar um ein hautfreundliches und allergenarmes Produkt, doch leider wird dafür möglichst günstiges Öl im Verseifungsprozess eingesetzt: im Zweifelsfall immer Palmöl…

Ich mache lieber gleich einen Bogen um Glycerin, so oder so; Aloe-Vera-Gel ist ein prima Ersatz – dessen Wirkung finde ich sogar noch besser! Versucht es mal in selbstgemachter Rasierseife, Make-Up, Babyshampoo, Handcreme oder Bodylotion…!

40 Nutzen für Calendulaöl

Wer noch kein Calendulaöl im Hause hat, sollte es sich bald kaufen – etwa von Weleda – oder selber machen. Das goldgelbe Öl mit wenig Eigenduft ist unscheinbar, doch die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig!

1. für Ringelblumensalbe
2. für Wundschutzcreme
3. für Massagebutter
4. als Babyöl
5. für Shampoo
6. als Haaröl für trockene Spitzen
7. als Massageöl
8. als Badeöl
9. als Gleitmittel (nicht latexverträglich)
10. zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen
11. für Fussbutter
12. für Schrundensalbe
13. für Bodylotion
14. als Makeup-Entferner
15. als natürliche Behandlung bei Milchschorf
16. für Gesichtscreme
17. als Ölkur für die Haare
18. bei Entzündungen
19. für Handcreme
20. für glänzende Nägel
21. als einfache Lippenpflege
22. als einfache Brustwarzensalbe (noch besser: Wollwachs)
23. in Lippenstift und Lippenpflege (Rezepte folgen)
23. als Heilungsöl (z.B. nach einer Geburt)
24. bei trockener oder gereizter Haut
25. auf Mückenstichen (noch besser: Aloe-Vera-Gel)
26. als Geschenkidee
27. mit Salz oder Kaffeesatz vermischt als einfaches Fußpeeling
28. gegen Hautprobleme bei Haustieren
29. als einfaches Dammmassageöl
30. gegen Hämmoriden
31. als Ölkur gegen Acne (noch besser: diese Maske)
32. bei Neurodermitis
33. bei Sonnenbrand (noch besser: Karottenöl)
34. als Narbenaufheller
35. als schneller Ersatz für farblose Schuhcreme (erst testen, ob die Farbe sich löst), Möbelpolitur, Nähmaschinenöl…
36. in Schwarzer Salbe
37. in Duschöl
38. in Haarseife
39. in selbst gesiedeter Seife
40. als Fleckenlöser bei Fettflecken (Fett löst Fett – danach in die Waschmaschine)

Wofür benutzt ihr es noch?