Posts Tagged ‘selber machen’

Wolle imprägnieren in der Waschmaschine

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Wolle ist was Feines. Ob Jacke, Strümpfe, Pullover oder Yogamatte, bei uns ist sehr viel davon zu finden.

Manche Teile – wie die Pullover aus Islandwolle oder die Walkwesten – imprägniere ich gern hin und wieder mit Wollwachs (mehr zum Thema Wollwachs bzw. Lanolin findet ihr hier). Anno dazumal habe ich bloß Windelüberhosen aus Wolle im Waschbecken per Hand imprägniert (wie, schrieb ich hier); gleichmäßiger, mengenfreundlicher und mit ähnlich geringem Aufwand geht das aber auch in der Waschmaschine. Dafür mische ich immer kurz vor dem Waschen untenstehendes Wollwaschmittel an, was genau für eine volle Ladung im Wollwaschgang der Waschmaschine bei 30 Grad ausreicht (besser für Wolle und die Umwelt: auf „kalt“ waschen). Es imprägniert und reinigt gleichzeitig.

Ihr braucht:

Einen leicht gehäuften Esslöffel geriebene Seife (vorzugsweise Alepposeife, Savon de Marseille oder Kernseife, Handseife geht aber auch)

Einen gehäuften Teelöffel Wollwachs

Seife und Wollwachs mit ca. 150 Milliliter Wasser im Wasserbad oder vorsichtig in einem kleinen Topf erhitzen, bis alles geschmolzen ist, und mit dem Schneebesen verrühren. Die Seife löst das Fett, sodass ein homogenes Wollwaschmittel mit honiggelber Farbe entsteht. Das Ganze in das Waschmittelfach der Maschine geben und wie gewohnt waschen.

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2016 – erstes Lebenszeichen

 

2016

Nach langer Pause: es gibt uns noch!

Bald, bald eröffnet bei uns in der Stadt ein Laden, der unverpackte, regionale, saisonale, palmölfreie Bioware verkauft. Ich bin schon ganz hibbelig. Bisher haben wir vieles aus lauter Müll-, Chemie- und Kostenvermeidung selber gemacht, haben improvisiert oder eben doch zu Plastik, Alu und co. gegriffen, aber bald ist das alles etwas anders. Nicht, dass wir je mit dem Selbermachen aufhören würden. Es verschiebt sich nur die ein oder andere Priorität.

Ausserdem haben wir jetzt angefangen, uns mit den Themen müllfreies – oder zumindest noch viel stärker müllreduziertes – Leben (empfehlenswert: Bea Johnsons Buch „Zero Waste Home“), Selbstversorgung und Minimalismus zu beschäftigen, wodurch der ganze Haushalt gerade etwas umstrukturiert wird. Das sind zwar Themen, die vorher auch schon im Raum standen, die aber jetzt erst so richtig in unseren Alltag integriert werden und zum Teil auch jetzt erst umsetzbar geworden sind.

Im Garten fängt die Arbeit jetzt erst richtig an, wo letztes Jahr vorerst die Komplettrenovierung unseres Hauses anstand (wobei wir bald Familienzuwachs erwarten, wir gehen es also langsam an). Die vier Hühner im Garten singen schon fröhliche Frühlingslieder, die ersten Blumen blühen, Zeit die Ärmel hochzukrempeln.

Entsprechend wird sich hier im Blog auch einiges ändern. Ich freue mich auf neue Impulse, Ideen und den Austausch mit euch.

Parfum selber machen

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Die liebe Weihnachtszeit naht und ich melde mich aus dem turbulenten Alltag wieder bei euch. Heute mit einem Parfum zum selber machen, was als kleines Last-Minute-Geschenk oder kleinen Gefallen an sich selbst gut funktioniert.

Ihr braucht:

– Eine kleine Sprühflasche oder anderes Gefäß
– Ätherisches Öl nach Belieben
– Korn oder Vodka

Ich habe hier eine 10 Milliliter Flasche (war in einem früheren Leben mal ein Aroma-Roll-On von Primavera). Für diese Menge braucht ihr 30-45 Tropfen ätherisches Öl; das kommt ganz auf die gewünschte Intensität und die verwendeten Öle drauf an. Ihr könnt natürlich ein einziges Öl dafür nehmen; beachten solltet ihr allerdings, dass manche Düfte schneller verfliegen als andere und ihr einen „runden“ Duft am besten hinbekommt, wenn ihr mindesten einen leichten, einen mittleren und einen schweren Duft kombiniert. Eine hilfreiche Tabelle dazu findet ihr hier.

Wenn ihr eure Duftmischung in das Gefäß getröpfelt habt – ich habe hier Limette, Ingwer, Blutorange und Zedernholz gewählt – füllt ihr das Gefäß mit dem Alkohol auf und könnt es schließen. Fertig! Vergesst die viel zu teuren Chemiekeulen mit übler Duftnote und werdet selber kreativ 🙂

Vor der Anwendung bitte gut schütteln, dass sich Alkohol und Öle mischen.

Adventskranz selber binden

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Übermorgen ist schon der erste Advent. Höchste Zeit, Plätzchen zu backen, die Adventskalender fertig zu machen und einen Adventskranz zu binden. Noch nie gemacht? Nur Mut, es ist nicht schwer und zudem eine schöne Einstimmung auf die herannahende Weihnachtszeit.

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Ihr braucht:

Etwas Blumendraht

Einen stabilen Kranz oder Ring aus Holz, Stroh oder Ähnlichem

Tannengrün (gekauft oder vom Nachbarn gemopst)

Deko (Kerzen, Schleifen, Tannenzapfen, Borkenstücke, Filzwichtel…)

Evtl. eine Kneifzange

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Das Ende des ersten Zweiges mit Draht fixieren und gut festziehen. Dabei darauf achten, dass die Nadeln nicht plattgedrückt werden. Der Draht sollte nach Möglichkeit immer zwischen den Nadeln gewickelt sein, damit er hinterher nicht so zu sehen ist.

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Das nächste Zweiglein wird so angesetzt, dass der Ring runderheum bedeckt ist, und wird ebenfalls mit Draht fixiert. ich mag es, wenn der Kranz etwas nach Wildwuchs aussieht, knipse aber die kleinen störrischen Zweiglein auch mal dabei ab. Nun immer neue Zweige ansetzen, bis der Kranz fertig ist. Dabei darauf achten, dass die abgeschnittenen Enden immer schön untergesteckt werden.

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Zuletzt noch ein wenig die Nadeln unter dem Draht hervorzuppeln und daran herumdrücken, bis der Kranz eine schöne Form hat.

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Jetzt könnt ihr den Kranz dekorieren – mit selbst gegossenen Kerzen etwa. Ich wünsche euch einen fröhlichen ersten Advent!

 

Echte Kernseife

Da ich so oft mit Kernseife arbeite und diese auch gern bald selber sieden möchte, wird es Zeit für einen eigenen Post.

Wie ich im Waschmittelrezept schon erwähnt habe, ist Kernseife nicht gleich Kernseife. Viele handelsüblichen Kernseifen enthalten EDTA – dieser Stoff ist nicht nur hat nicht nur die Gefahrenstoffkennzeichnung „reizend“, sondern kann auch gentechnisch produziert werden und die „starke Mineralstoffbindungsfähigkeit kann zu deutlichen Beeinträchtigungen des Stoffwechsels führen“ (Quelle). Ausserdem gilt es als ökologisch bedenklich, da es sich nur schwer abbauen lässt und der Stoff es schafft, giftige Schwermetalle aus dem Sediment zu lösen (Quelle). Ausserdem enthalten Kernseifen häufig Konservierungsstoffe und andere fragwürdige Substanzen.

Echte Kernseife bekommt man nicht in der Drogerie, sondern in Bioläden, Reformhäusern und im Internet. Traditionell hergestellte Kernseife wird aus Tierfett – etwa Rindertalg – hergestellt, mittlerweile gibt es aber auch viele rein pflanzliche Kernseifen (hier rate ich dazu, Palmöl zu vermeiden). Ähnlich in Qualität und Wirkung sind Allepposeife und Savon de Marseille (hier auf einen hohen Olivenölanteil von mindestens 70% achten). Die Kernseife wird im Gegensatz zur „normalen“ Seife nach dem sieden ausgesalzen, um überschüssige Lauge, Wasser und Glycerin zu entfernen.

Kernseife pflegt nicht; sie duftet kaum; aber sie macht richtig gut sauber und hält sich sehr, sehr lange. Für die Körperpflege ist sie zu stark austrocknend, pur würde ich sie dafür also nicht nutzen.

Aber: geniales Zeug, das.

Reibereien in der Küche

Viele meiner Anleitungen und Rezepte verlangen nach etwas Geriebenem. Bienenwachs, Ingwer, Obst, Seife, Käse, Schokolade oder Gemüse: das kann ohne eine gute Reibe sehr mühselig werden und eine Küchenmaschine hat nicht jeder. Ich empfehle euch für Reibgut aller Arten eine feine Microplane-Reibe. Das spart Platz, Abwasch und Nerven!

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Sie sind zwar etwas teurer, dafür ungeheuer vielseitig und das Beste: sie sind schön scharf, rosten nicht und werden nicht schnell stumpf (meine reibt zuverlässig und flott seit drei Jahren und ist fast täglich im Einsatz). Ich habe nur diese eine, was mir aber völlig genügt; leider ist hier der Griff aus Plastik. Mittlerweile gibt es sie aber auch ganz aus Edelstahl. In die Spülmaschine kann sie auch! Kaufen könnt ihr sie zum Beispiel hier.

Kochen fürs Baby

Eine Bekannte fragte mich neulich etwas irritiert, warum wir unserem Kind „noch nicht einmal“ Hippgläschen kaufen würden…

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Hipp ist ein Marketingwunder und vielerorts der Inbegriff für Breikost schlichthin. Sowas wie Tempo für Taschentücher oder Pampers für Windeln oder Zewa für Küchenpapier.

Doch wer so viel Geld für seine Werbung ausgibt, liefert – so meine Erfahrung – selten gute Qualität. So auch bei Hipp: in den Gläschen wurden nachweißlich krebserregende Substanzen gefunden: hier der Bericht vom Ökotest 2010.

Ich bin ausserdem ein großer Fan davon, Zutatenlisten und Nährwerttabellen anzusehen. Schaue ich mir aber allein schon den Namen mancher Hippgläser an, kräuseln sich meine Fußnägel schon ganz schaurig in den Schuhen: „Gute Nacht Milchbrei mit Schoko“?!?!? Das nennt man wohl Konditionierung…

Ausserdem geriet die Firma durch das Propagieren von zuckerigen Instantlimonaden für Kleinkinder in die Kritik und kassierte dafür 2012 den Schmähpreis „Goldener Windbeutel“: http://www.sueddeutsche.de/geld/goldener-windbeutel-verbraucher-vergeben-schmaehpreis-an-hipp-kindertees-1.1386726.

Die Dosis macht das Gift? Andere Firmen sind auch nicht besser? Doch warum sollte ich überhaupt überteuerte, dubiose Markenprodukte kaufen, wenn ich das kostengünstig, gesund und lecker in kurzer Zeit selbst machen kann…?

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Dieses Buch hat eine Kinderkrankenschwester liebevoll geschrieben, gestaltet und bebildert. Ich befolge ihre Ratschläge zwar nicht immer so genau, aber als Orientierung ist das Buch super. Viele schöne Rezepte, Tipps rund ums Baby und hilfreiche Tabellen, wann und was und wieviel ein Baby zu essen bekommen kann und z.B. auch, wie ein vegetarisch ernährtes Kind alles bekommt, was es braucht (mein Kleiner bekommt allerdings auch Fleisch).Gesunde, leckere und einfache Gerichte, welche ich aus frischen Zutaten aus dem Bioladen gern nachkoche und auf Vorrat einfrieren kann. Pastinake mit Pute, Zwiebackbrei, Heidelbeeren in Hirse, Möhre pur… Manche davon stellt sie auf ihrer Website vor: http://www.babytipps24.de/

Unterwegs gibt es manchmal auch ein Gläschen. Aber dann lieber von Holle oder Alnatura.

Tipp: Löffel nicht vergessen!