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Natürliche Wimperntusche selber machen

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Einer meiner sehr frühen Posts war einer, der sich mit selbstgemachter Wimperntusche aus 2 einfachen Zutaten beschäftigte: Aloe-Vera-Gel und Aktivkohle. Leider war dieser Selbstversuch nicht wirklich zufriedenstellend. Die angerührte Pampe haftete sehr ungern an den Wimpern, man hat es kaum gesehen und es war alles ein ziemliches Geschmiere. Ich habe also weiter herumexperimentiert: mit Bienenwachs und Öl und lauter klebrigen und unzufriedenstellenden schwarzen Substanzen. Jetzt habe ich es endlich geschafft! Keine Waschbäraugen mehr, kein Gebrösel.

Hier das erste Handy-Beweisfoto:

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Selbst nach 2 Stunden Waldwanderung war alles noch genau da, wo es hingehörte. Ich kaufe nie wieder Wimperntusche! Da hier keine Konservierungsstoffe drin sind, hält sich die Mascara höchstens 4 Wochen (bei selbstgemachtem Aloe-Vera-Gel kürzer). Zwar kann man die Haltbarkeit im Kühlschrank etwas verlängern, aber irgendwann sagen einem Nase und Augen, wann man sie kompostieren sollte. Damit ihr nicht ständig neue Wimperntusche rühren müsst empfehle ich euch, mehrere kleine Pillendosen zu besorgen, diese jeweils mit einem Klecks Wimperntusche zu versehen und einzufrieren. So habt ihr immer was auf Vorrat.

Ihr braucht:

Eine Prise Xanthan
2 gestrichene Teelöffel Heilerde
2 gestrichene Teelöffel Aktivkohle (für braun Kakaopulver nehmen)
2 Teelöffel Wasser
1 gestrichener Teelöffel Aloe-Vera-Gel

Ausserdem: eine Mascarabürste (eine Alte mit Seife auswaschen), ein kleines Döschen.

Die trockenen Zutaten mit einem Löffelchen verrühren, dann das Gel und das Wasser mit einrühren. Kurz quellen lassen, auftragen. Keine Tierversuche, keine Chemie. Kein Plastik. Kein Gestank. Vegane Naturkosmetik zum Minipreis. Abspülen lässt sich das Ganze mit Wasser und Seife.

 

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15 Schritte in die Unabhängigkeit

Autark leben. Ein Traum. Wissen, wo Dinge herkommen. Was drin ist. Wofür es wirklich gut ist. Als stadtansässige Freiberuflerin mit Familie stoße ich schon mal an meine Grenzen: Zeit. Platz. Geld. Wissen.

Doch es gibt ein Paar Schritte, die jeder tun kann, um etwas unabhängiger zu leben – macht euch also etwas frei von dem ganzen Konsumterror, dem wirtschaftlichen Druck, gesellschaftlichen Zwängen. Vielleicht ist ja in meiner Liste auch was für dich dabei – für ein „langsameres“ Leben:

1. Schaff deinen Fernseher ab. Klebe an deinen Briefkasten den Hinweis, dass ihr keine Werbung eingeworfen bekommen wollt. Bestelle Modezeitschriften, Bestellkataloge und Fashion-Newsletter ab. Das spart Papier, Geld und Versuchungen.
2. Baue deine eigenen Lebensmittel an. Ob Basilikum auf der Fensterbank, Tomaten auf dem Balkon oder ein eigener Gemüsegarten – hier kann fast jeder etwas tun. Und es macht Spaß!
3. Lerne Handarbeit und Handwerk schätzen und lerne selber Nähen, Stricken, Sticken, Häkeln, Töpfern… oder zumindest, wie man einen Knopf annäht. Geh mit den Stiefeln zum Schuster, lass deine Scheren nachschleifen, klebe den kaputten Becher mit selbstgemachtem Sekundenkleber.
4. Lerne deine Nachbarn kennen. Wer weiß, wann du einmal eine Tasse Mehl, eine helfende Hand oder einen guten Rat von Ihnen gebrauchen kannst.
5. Geh auf die Suche nach essbaren Wildpflanzen. Das ist kostenlos und abenteuerlich. Nimm jemanden mit, der sich auskennt, besuche einen Kurs oder lege dir ein gutes Buch zum Thema zu. Wie wäre es mit Löwenzahnpesto oder Brenesselgemüse?
6. Verzichte auf Überflüssiges: Brotbackmaschine, Donut-Maker, Kartenmischmaschine. Hier sind ein Paar Tipps, die dir beim Ausmisten helfen können.
7. Improvisieren und Umfunktionieren: eine leere Weinflasche wird zur Teigrolle, verbogene Gabeln zu Schubladengriffen, Wollreste zu Kissenfüllungen.
8. Selber machen statt kaufen. Oft sind die selbstgemachten Dinge besser, günstiger und zuverlässiger, ob Möbel oder Wundschutzcreme.
9. Energie sparen. Sammle Regenwasser, um deinen Garten zu bewässern. Trockne Kleider nur an der Luft. Sieh zu, dass deine Wohnung richtig isoliert ist und setze öfter mal Kerzen ein. Wer es noch weiter treiben will und kann legt sich Solarzellen, einen Solarofen, ein Windkraftwerk, eine Komposttoilette oder andere Dinge gekauft oder selbstgemacht zu.
10. Klug investieren, vernünftig sparen – hier ist meine Liste von 101 nachhaltigen Sparstrategien. Ich kann es mir nicht leisten, billige Qualität zu kaufen. So investiere ich lieber in hochwertige Dinge (bevorzugt gebraucht) und wäge genau ab, ob ich etwas brauche oder nicht. Das halte ich mit Wohnungseinrichtung, Kleidung, Technik, Musikinstrumenten usw. so.
11. Lebe gesund. Mache Sport, iss Gemüse und Obst, viel Rohkost, wenig tierische Produkte und wenn, dann vernünftiges Fleisch. Trink vor allem Wasser. Hör auf zu rauchen. Drossel deinen Koffein-, Zucker-, Weißmehl- und Alkoholkonsum. Putz dir die Zähne.
12. Nimm dein Fahrrad, geh zu Fuß, sattel dein Pferd. Oder nimm wenigstens den Bus.
13. Füll die Speisekammer auf. Kaufe beim Bauern Säckeweise Kartoffeln, Zwiebeln, und was du noch gut lagern kannst. Stelle Apfelessig, Marmelade, Liköre, Cremes und Salben, Seife, Reinigungsmittel und was du sonst noch so brauchst selber her. Wer einen eigenen Garten hat: Einfrieren, dehydrieren, einwecken.
14. Verzichte auf Plastik und Aluminium, soweit du kannst. Das schont nicht nur deinen Geldbeutel, die Umwelt, deine Gesundheit, deinen Mülleimer und die Ressourcen, sondern auch deine Kinder und Kindeskinder.
15. Finger weg von Einwegprodukten: Papiertaschentücher, KüchenrolleWindeln, Damenhygiene, Wattestäbchen. Das alles kostet Geld, wertvolle Ressourcen und Lebensräume. Suche nach Alternativen. Ganz Mutige schaffen auch das Klopapier ab und ersetzen es durch Lappen oder einem Bideteinsatz für’s Klo.

Echte Kernseife

Da ich so oft mit Kernseife arbeite und diese auch gern bald selber sieden möchte, wird es Zeit für einen eigenen Post.

Wie ich im Waschmittelrezept schon erwähnt habe, ist Kernseife nicht gleich Kernseife. Viele handelsüblichen Kernseifen enthalten EDTA – dieser Stoff ist nicht nur hat nicht nur die Gefahrenstoffkennzeichnung „reizend“, sondern kann auch gentechnisch produziert werden und die „starke Mineralstoffbindungsfähigkeit kann zu deutlichen Beeinträchtigungen des Stoffwechsels führen“ (Quelle). Ausserdem gilt es als ökologisch bedenklich, da es sich nur schwer abbauen lässt und der Stoff es schafft, giftige Schwermetalle aus dem Sediment zu lösen (Quelle). Ausserdem enthalten Kernseifen häufig Konservierungsstoffe und andere fragwürdige Substanzen.

Echte Kernseife bekommt man nicht in der Drogerie, sondern in Bioläden, Reformhäusern und im Internet. Traditionell hergestellte Kernseife wird aus Tierfett – etwa Rindertalg – hergestellt, mittlerweile gibt es aber auch viele rein pflanzliche Kernseifen (hier rate ich dazu, Palmöl zu vermeiden). Ähnlich in Qualität und Wirkung sind Allepposeife und Savon de Marseille (hier auf einen hohen Olivenölanteil von mindestens 70% achten). Die Kernseife wird im Gegensatz zur „normalen“ Seife nach dem sieden ausgesalzen, um überschüssige Lauge, Wasser und Glycerin zu entfernen.

Kernseife pflegt nicht; sie duftet kaum; aber sie macht richtig gut sauber und hält sich sehr, sehr lange. Für die Körperpflege ist sie zu stark austrocknend, pur würde ich sie dafür also nicht nutzen.

Aber: geniales Zeug, das.

Erstausstattung: weniger ist mehr

Es gibt viele, viele Listen zu diesem Thema im Internet. Man wird regelrecht überschwemmt mit guten Ratschlägen und Kaufempfehlungen. Doch letztenendes ist es an den Eltern, zu entscheiden, was zu welchen Vorstellungen passt.

Dies sind meine persönlichen Empfehlungen für eine möglichst unkomplizierte, nachhaltige Erstausstattung fürs Baby. Bei mir haben die Sachen den Praxistest alle bestanden!

Wickeln:

– 20-30 Stoffwindeln
– 2-3 Überhosen
Wundschutzcreme
– 30-40 Waschlappen
– Wickelauflage (oder ein dickes Handtuch)
– Wickeltisch oder Wickelbrett
– eine wiederverwendbare Unterlage für unterwegs (ich hab mir eine mit integriertem Wäschebeutel genäht)

Schlafen:

– Beistellbett
– Matratze (Kokosfaser)
– 2 Laken
– 2 Babyschlafsäcke oder Pucktücher

Transport:

– Babytrage
– Autositz
Babydecke

Pflege:

Babyöl
Badeöl
– Nagelschere (abgerundet)
Natürliche Hausapotheke
– Ziegenhaarbürste
Sonnencreme
– Wind-und-Wetterschutzcreme

Kleidung:

– 4-6 Bodys
– 4 Strampler
– 2 Pullover oder Jacken
– 2 Mützen
– 4 Paar Socken
– evtl. Schneeanzug

Sonstiges:

– 5-10 Spucktücher (Mullwindeln)
– evtl. 2 Schnuller, 2 Flaschen (ich empfehle Lifefactory)
Gesundes Waschmittel

Neupreis für alles: ca. 950 Euro. Was ich nicht empfehle: Kinderwagen, Pampers, feuchte Tücher, Milchpumpe und dazugehörige Milchbeutel. Statt Babybadewanne geht auch eine große Schüssel oder ein geschlossener Wäschekorb.

Tipp: Gebraucht ist oft nicht weniger gut; und man bekommt gerade beim ersten Kind vieles geschenkt oder ausgeliehen. Beim Zweiten kann fast alles – bis auf die Matratze, diese bitte neu kaufen – wieder verwendet werden, sogar die Windeln.

Backpulver selber machen

Auf meinem Aluvermeidungsfeldzug bin ich herrlicherweise auf dieses nette Rezept gestoßen zur Backpulverherstellung in der eigenen Küche.

Ihr braucht:

2 Esslöffel Weinsteinpulver/Cream of Tartar
1 Esslöffel Speisestärke
1 Esslöffel Natron

Alles gut mischen (z.B. mit einem Pürierstab), wie gewohnt für allerhand Backwaren nutzen.