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Wattestäbchen ade!

Ich tue jetzt einen weiteren Befreiungsschlag auf dem Weg zu einem nachhaltigerem Alltag und trenne mich vom nächsten Wegwerfprodukt: Wattestäbchen. Das Thema ist zwar nicht so appetitlich, aber trotzdem einen Post wert.

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Ich habe einmal zu den eingefleischten Q-Tipp-Junkies gehört. Manchmal 2, 3 Wattestäbchen täglich. Doch diese sind nicht nur als Einwegprodukt für die Umwelt schädlich – gerade, da der Schaft oft aus Plastik besteht – sie sind auch noch schlecht für die Ohren. Die Ohrhygiene (was für ein Wort…!) ist Einsatzgebiet Nummer eins für Wattestäbchen. Dabei steht auf jeder Packung, dass man sie nicht im Innenohr anwenden soll. Wir tun es trotzdem – und das kann böse Folgen haben.

Ich spreche hier nicht nur davon, dass ein zu tief eingeführtes Stäbchen das Trommelfell oder andere Teile des Innenohrs beschädigen kann. Ohrenschmalz dient zum Schutz der empfindlichen Haut im Gehörgang, wirkt entzündungsvorbeugend und ist keineswegs schädlich (Quelle). Das häufige Hineinstecken von Fremdkörpern ins Ohr hingegen schon, zumal der Gehörgang mit Hilfe des Schmalzes und feiner Härchen sich natürlich selbst reinigt und die gelbe Schmiere einen Schutz vor Keimen und Bakterien bildet (Quelle).

Mit dem Wattestäbchen drückt man ausserdem den Ohrenschmalz im Gehörgang im schlimmsten Fall derart zusammen, dass ein fester Propfen entsteht (Quelle). Hörsturz, Tinitus, Taubheit, Blutungen, Entzündungen – die Liste der möglichen Folgen ist lang und selbst HNO-Ärzte haben dann Schwierigkeiten, solch eine festgestampfte Masse zu entfernen (und diese Prozedur scheint in etwa so spaßig zu sein wie die Entfernung der Weisheitszähne).

Meine Empfehlung: säubert das Ohr mit einem Flanellwaschlappen und lasst das Innenohr in Frieden. Unter der Dusche warmes Wasser hineinfließen lassen – keine Seife! Bei übermäßiger Ohrenschmalzproduktion nicht zum Wattestäbchen greifen, sondern lieber zum Telefonhörer, um einen Termin beim HNO-Arzt auszumachen.

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