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Wie haltet ihr’s mit den Genussmitteln?

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Einer unserer Nachbarn sagte einmal zu mir: „Ihr trinkt nicht, ihr raucht nicht, ihr kifft nicht – was macht ihr eigentlich?“ damals wusste ich nur zu antworten: „Musik hören?“.

Aber eigentlich haben wir ein paar mehr Genussmittel parat. Im Schnitt steht zwar von oben genannten Dingen aus Geschmacks- und Geselligkeitsgründen alle vier Wochen für mich ein Glas Wein, ein Gläschen schöner Whiskey für meinen Mann auf dem Tisch (es verlangt uns einfach nicht häufiger danach), doch vor allem sind Genussmittel für uns etwas anderes.

Kaffee (im Bild: meine Kaffeemaschine), Tee, Schokolade, Zucker, Fleisch und Obst von weither genießen wir bewusst und in Maßen. Zugegeben, das sind laut heutiger Standards keine Genussmittel mehr, aber es ist doch eigentlich eine ziemlich traurige Sache, dass so vieles keinen „Wert“ mehr hat, was früher als Kostbarkeit galt und etwa in Anbau, Herstellung, Transport und Logistik noch immer viele Ressourcen verschlingt.

Was sind also unsere Genussmittel? Gutes, vollwertiges Essen,  viel Besuch, Musik hören oder machen, Kunst und Kultur genießen. Ausflüge mit der Familie wie wandern gehen, schwimmen, Fahrrad fahren, ausreiten, liebe Menschen besuchen, das sind auch Genussmittel. Aber auch der Alltag: es sich zuhause schön machen, bei Hühnergesang im Garten rumrödeln, auf der Arbeit mal wieder eine Mammutaufgabe gelöst zu haben oder einfach zusammen ein Puzzle am Esstisch machen und Hörspiele hören. Auch Entspannungsmomente alleine wie ein Vollbad nehmen, in der Sonne sitzen, mit Freunden telefonieren, lesen oder barfuß durch die Welt gehen bringen viel Genuss mit sich und geben das Gefühl von Urlaub im Alltag (und sei es nur für 5 Minuten).

Ich brauche dafür kein Alkohol oder sonstige Substanzen. Ganz im Gegenteil, würde ich die kleinen Dinge dann noch so wahrnehmen und genießen können? Wohl kaum. Genuss ist doch vor allem eine Lebenseinstellung, nicht?

Wie kommt ihr dazu?

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Vor einigen Tagen erreichte mich die Frage, wie wir eigentlich zu diesem ganzen Umdenken gekommen sind und ob es große Veränderungen für uns bedeutete, als wir Schritt für Schritt diesen Weg anfingen.

Mein Mann und ich, wir kommen beide aus sehr unterschiedlichen „das machen wir selber“ – Haushalten, in denen etwas Fantasie, Improvisation und handwerkliches Geschick einen großen Stellwert hatten. Wir haben früh gelernt, unseren eigenen Kopf zu haben und uns nicht von irgendwelchen gesellschaftlichen Normen etwas diktieren zu lassen.

So waren wir wohl beide etwas abseits der Norm. Bevor wir uns kennen lernten, hüpfte ich jeden Sommer musizierend von einem Mittelaltermarkt zum anderen und mein Mann verdiente sich neben der Schule sein Geld als Statist an der Oper. Es war sicher von Vorteil, dass wir uns in dieser „Sturm und Drang“ Zeit zwischen Abitur und Studium kennen lernten und nun schon seit zehn Jahren einen gemeinsamen Weg beschreiten, der erfreulicherweise nie langweilig war und es wohl auch nicht mehr werden wird. So konnten wir gemeinsam viel entdecken, hinterfragen, für uns aufbauen.

Seit wir beide keine Studenten mehr sind, sondern Eltern mitten im Berufsleben, hat sich natürlich die ein oder andere Priorität und Möglichkeit geändert. Wir wohnen auch nicht mehr in einer Einraumwohnung, fahren nicht mehr Wartburg oder haben statt Kacheln Sand und Trittsteine im Bad, weil unsere mongolischen Wüstenrennmäuse das damals so lustig fanden (aber schön war’s!).

Das klingt jetzt alles sehr positiv, doch auch negative Erfahrungen haben uns umdenken lassen. Private Hürden wie finanzielle Nöte, zwischenmenschliche Schwierigkeiten, Arbeitssuche, der Verlust zweier uns sehr nah stehenden Menschen innerhalb von wenigen Tagen und nicht zuletzt die sich wandelnden politischen und gesellschaftlichen Strukturen um uns herum haben uns an unsere Grenzen gebracht (und diese sicher in die ein oder andere Richtung verschoben).

Bewusster leben, Geld sparen, vernünftig konsumieren, gesund sein, zukunftsorientiert handeln und viele Kompromisse haben uns auf diesen Weg gebracht. Bereut haben wir in den letzten drei Jahren der Umstrukturierung nichts und es ist sehr bereichernd, die Dinge konstruktiv und konsequent durchzuziehen. Wir bleiben also dabei. Ich bin gespannt, was wir noch so auf die Beine stellen.

2016 – erstes Lebenszeichen

 

2016

Nach langer Pause: es gibt uns noch!

Bald, bald eröffnet bei uns in der Stadt ein Laden, der unverpackte, regionale, saisonale, palmölfreie Bioware verkauft. Ich bin schon ganz hibbelig. Bisher haben wir vieles aus lauter Müll-, Chemie- und Kostenvermeidung selber gemacht, haben improvisiert oder eben doch zu Plastik, Alu und co. gegriffen, aber bald ist das alles etwas anders. Nicht, dass wir je mit dem Selbermachen aufhören würden. Es verschiebt sich nur die ein oder andere Priorität.

Ausserdem haben wir jetzt angefangen, uns mit den Themen müllfreies – oder zumindest noch viel stärker müllreduziertes – Leben (empfehlenswert: Bea Johnsons Buch „Zero Waste Home“), Selbstversorgung und Minimalismus zu beschäftigen, wodurch der ganze Haushalt gerade etwas umstrukturiert wird. Das sind zwar Themen, die vorher auch schon im Raum standen, die aber jetzt erst so richtig in unseren Alltag integriert werden und zum Teil auch jetzt erst umsetzbar geworden sind.

Im Garten fängt die Arbeit jetzt erst richtig an, wo letztes Jahr vorerst die Komplettrenovierung unseres Hauses anstand (wobei wir bald Familienzuwachs erwarten, wir gehen es also langsam an). Die vier Hühner im Garten singen schon fröhliche Frühlingslieder, die ersten Blumen blühen, Zeit die Ärmel hochzukrempeln.

Entsprechend wird sich hier im Blog auch einiges ändern. Ich freue mich auf neue Impulse, Ideen und den Austausch mit euch.

Echte Kernseife

Da ich so oft mit Kernseife arbeite und diese auch gern bald selber sieden möchte, wird es Zeit für einen eigenen Post.

Wie ich im Waschmittelrezept schon erwähnt habe, ist Kernseife nicht gleich Kernseife. Viele handelsüblichen Kernseifen enthalten EDTA – dieser Stoff ist nicht nur hat nicht nur die Gefahrenstoffkennzeichnung „reizend“, sondern kann auch gentechnisch produziert werden und die „starke Mineralstoffbindungsfähigkeit kann zu deutlichen Beeinträchtigungen des Stoffwechsels führen“ (Quelle). Ausserdem gilt es als ökologisch bedenklich, da es sich nur schwer abbauen lässt und der Stoff es schafft, giftige Schwermetalle aus dem Sediment zu lösen (Quelle). Ausserdem enthalten Kernseifen häufig Konservierungsstoffe und andere fragwürdige Substanzen.

Echte Kernseife bekommt man nicht in der Drogerie, sondern in Bioläden, Reformhäusern und im Internet. Traditionell hergestellte Kernseife wird aus Tierfett – etwa Rindertalg – hergestellt, mittlerweile gibt es aber auch viele rein pflanzliche Kernseifen (hier rate ich dazu, Palmöl zu vermeiden). Ähnlich in Qualität und Wirkung sind Allepposeife und Savon de Marseille (hier auf einen hohen Olivenölanteil von mindestens 70% achten). Die Kernseife wird im Gegensatz zur „normalen“ Seife nach dem sieden ausgesalzen, um überschüssige Lauge, Wasser und Glycerin zu entfernen.

Kernseife pflegt nicht; sie duftet kaum; aber sie macht richtig gut sauber und hält sich sehr, sehr lange. Für die Körperpflege ist sie zu stark austrocknend, pur würde ich sie dafür also nicht nutzen.

Aber: geniales Zeug, das.

Was sind Sodium Laureth Sulfate?

Shampoo, Mundspülung, Flüssigseife, Spülmittel, Duschgel, Haarfarbe, Zahnpasta, Badezusatz, Bleichmittel, Make-Up, Neutralreiniger, Flüssigwaschmittel – auf den Listen der Inhaltsstoffe steht zumeist an erster oder zweiter Stelle „Sodium Laureth Sulfate“; dieses Tensid wird als Reinigungsmittel, Schaumbildner und Emulgator vielfach eingesetzt und ist in den meisten Haushalten kaum wegzudenken. Es ist sogar in vielen Bioprodukten vorhanden und zudem in Kristallform in der Apotheke zu kaufen, damit man sich zuhause auch selbst etwas damit anrühren kann.

Doch was ist das für ein Tensid? Wo kommt es her? Und ist es wirklich unbedenklich?

Sodium Lauryl Sulfate (SLS, oder auch Sodium Dodecyl Sulfate, Sulfuric Acid, Sodium Salt, Aquarex Methyl, Akaposal SDS, A13-00356, Aquarex ME) und die sehr ähnlichen, mit gleichen Risiken verbundenen Stoffe Sodium Laureth Sulfate (SLES) und Ammonium Laureth Sulfate (ALS) werden aus Kokos- oder Palmöl hergestellt, was zunächst auf ein unbedenkliches Naturprodukt schließen lässt. Doch diese „Saubermacher“ werden mit Augenirritationen, Hautsensibilität, Organschäden, Unfruchtbarkeit, Entwicklungsstörungen, Mutationen, Krebs und anderen unliebsamen Erscheinungen in Verbindung gebracht (Quelle).

Nie wieder duschen?

Wer umweltbewusst, nachhaltig und kostengünstig leben möchte, zudem etwas für seine Gesundheit tun und den Verkauf von solchen Substanzen nicht weiter unterstützen mag, dem lege ich ans Herz, auf diese Tenside dringend zu verzichten. Alternativen findet ihr zum Beispiel hier im Blog – von Haarseife (Post folgt) bis Waschmittel.

Natürlich scheiden sich die Geister, ob diese Sulfate wirklich krebserregend sind. Eine starke Gesundheitsgefährdung ist jedoch nicht auszuschließen, und auf dem Markt gibt es genügend Alternativen. Ich bin kein Versuchskaninchen der Industrie und weiß: Angebot und Nachfrage gehen Hand in Hand.

Geschirrspülmittel selber machen

Dies ist ein ziemlich alter Post mit einer entsprechend verjährten Rezeptur. Meine neue, verbesserte Rezeptur für selbstgemachtes Maschinengeschirrspülmittel findet ihr hier.

Als ich nach Geschirrspülmittel ohne bedenkliche Substanzen, Plastikverpackungen und falsche Versprechungen (selbst vermeintlich naturfreundliche Tabs wie von DMs Eigenmarke sind in wasserlöslichem Polyvenylalkohol – also Plastik – verpackt) gesucht habe, bin ich wieder einmal zu dem Schluss gekommen, das Zeug lieber gleich selber zu machen.

Auf der Suche nach einem Rezept – ich wurde vor allem auf amerikanischen Seiten fündig – ist mir aufgefallen, dass viele Selbermacher die bedenkliche Substanz Borax so mir nichts, dir nichts beimengen. Borax ist laut Wikipedia als „giftig, die Fruchtbarkeit beeinträchtigend und fruchtschädigend“ eingestuft. Wikipedia ist zwar keine wissenschaftliche Seite, dennoch wollte ich sowas ungern am Essbesteck oder überhaupt im Haus haben (geschweige denn im Abwasser).

Fündig wurde ich auf http://myhealthygreenfamily.com/blog/wordpress/homemade-borax-free-dishwasher-detergent-with-secret-ingredient/.

Man braucht zur Herstellung gerade mal drei Zutaten, in jeder Drogerie zu finden:

1 Teil Zitronensäure
4 Teile Waschsoda
1 Teil Spezialsalz für Spülmaschinen*

*Bitte kein Speisesalz verwenden – Trennmittel, Rieselhilfen und Jod können die Spülmaschine ordentlich versauen.

Ich habe einfach einen kleinen Becher 4-Mal mit Soda gefüllt und jeweils 1-Mal mit den anderen Zutaten. Alles kommt dann in ein großes Glas und wird kräftig durchgeschüttelt. Wer mag, kann dann noch etwas Zitrus- oder Lavendelöl für eine nette Duftnote beim Öffnen der Maschine beimengen, ich habe aber davon abgesehen.

Das war’s! Pro Waschgang reicht 1 Teelöffel des Pulvers, 1 Esslöffel voll wenn’s richtig dreckiges Geschirr gibt. Sollten Reste am Geschirr zu finden sein, die Dosis reduzieren. Ich empfehle dazu den selbstgemachten Klarspüler und Spezialsalz zur Enthärtung. Und ja – es funktioniert enwandfrei! Auch völlig verdreckte Töpfe und Pfannen schafft es bei mir. Gesundheit, Umwelt und Portemonnaie werden es euch danken.

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Tipp: wer hiermit kein richtig sauberes Geschirr bekommt, sollte die Maschine einmal mit Zitronensäure reinigen (wie das geht, steht auf den meisten Zitronensäurepackungen). So entfernt man die Rückstände des alten Mittels, die manchmal mit dem selbstgemachten zu kleinen Klümpchen werden.

Pröbchenwahn

Wenn ich einmal in einer Drogerie bin – zumeist nur, um dort Natron zu kaufen oder mir Produkte anzusehen, die ich später zuhause nachrrühre – werde ich häufig mit kreischenden jungen Frauen konfrontiert, welche sich an den Hängeregalen mit den Reisegrößen aufhalten.

„Wie süüüüüüß!“, ruft so manche entzückt, wenn sie ein Shampoopröbchen in die Höhe hält. Aufwallende Muttergefühle machen sich bemerkbar. Ich bin mir sicher, dass diese Kleinstgrößen einen reißenden Umsatz machen, obwohl sie auf ihre unscheinbare Art natürlich viel mehr kosten als die Großpackungen.

Unterwegs sind solche kleinen Packungen tasächlich praktisch. Aber was spricht dagegen, eine kleine Flasche immer wieder von der Großpackung nachzufüllen? Die Mengen an Plastikmüll, die durch solch eine „Mini-Manie“ ausgelöst werden, kann man sich kaum vorstellen. Dagegen sprechen wohl nur das geschickte Marketing der Drogeriebranche und die weiblichen Hormone…

Dann gibt es noch überall als Beigabe kleine Aluminium-Tütchen voll mit irgendwelchen Cremes und Tinkturen, die man in einer überfüllten Schublade im Bad aufhebt, „falls man sie einmal braucht“…

Diese Minimengen habe ich nun aus meinem Haushalt verbannt. Wie handhabt ihr das?

Weichspüler selber machen

Vergesst Lenor… und den ganzen Rest der Sippschaft gleich mit:

„Wer herkömmliche Weichspüler verwendet, setzt sich täglich vielen giftigen Chemikalien aus. Die Inhaltsstoffe des Weichspülers dringen beim Waschen in Handtüchern, Bettlaken und Kleidung ein und setzen sich dort zunächst einmal fest. Weichspüler sind so entworfen, dass sie über einen langen Zeitraum in der Wäsche verbleiben, wobei sie nach und nach in die Umgebung abgegeben werden. Beim Tragen der Kleidung, beim Abtrocknen oder nachts beim Schlafen können die Chemikalien also über die Haut oder die Atemwege in den Körper gelangen und dort Allergien oder schwere gesundheitliche Probleme auslösen oder begünstigen.“ –Quelle

Für mehr Infos auf den Link klicken, dann kauft ihr hoffentlich nie wieder dieses Teufelszeug!

Viele nutzen Essig als umweltfreundlichen Ersatz für Weichspüler. Dies finde ich aber problematisch, da viele Dichtungen in der Maschine dadurch hart und porös werden können. Es musste also etwas anderes her. Ich habe einen Versuch gewagt und den selbstgemachten Klarspüler als Weichspüler benutzt (wir haben sehr hartes Wasser). Hat fantastisch funktioniert! Hier nochmal das Ganze mit Duftnote…

Ihr braucht:

– 300 Milliliter Weingeist, Brennspiritus oder Ansatzspirituose
– 200 Milliliter heißes Wasser
– 50 Gramm Zitronensäure
– eventuell 30 Tropfen ätherisches Öl (Zitrus, Rose, Lavendel…)
– eine leere Flasche

Das Wasser kochen und mit der Zitronensäure in die Flasche hineingeben. Wenn die Mischung erkaltet ist, den Alkohol und das ätherische Öl dazugeben. 2 Esslöffel pro Wäscheladung wie gewohnt in das Weichspülerfach der Waschmaschine geben, bei sehr hartem Wasser mehr (einfach herumexperimentieren, bis ihr die richtige Dosis gefunden habt). Auch bedenkenlos verwendbar für Stoffwindeln und Babykleidung.

Tipp: schon das Waschmittel zum selber machen entdeckt?

Lavendelreiniger selber machen

Ich liebe meinen selbstgemachten Zitrusreiniger. Allerdings ist ja auch eine Abwechslung ganz nett; und da ich ein Reinigunsmittel machen wollte, was auch für Marmor, Kalkfliesen und andere Steinflächen geeignet ist, habe ich mir diese duftende, antibakteriell wirkende, kalklösende Mischung ausgedacht. Statt des Alkohols könnt ihr, sofern keine Steinflächen damit geputzt werden sollen, auch Weißweinessig oder vierfach verdünnte Essigessenz nehmen.

Ihr braucht:

30 Gramm Lavendelblüten, frisch oder getrocknet
500 Milliliter Wasser
500 Milliliter Vodka, Weingeist oder Ansatzspirituose

Das Wasser zum kochen bringen. Die Lavendelblüten damit übergießen, abdecken, gut 30 Minuten ziehen lassen. Die Blüten durch ein dünnes Geschirrtuch abseihen und den Sud auffangen. Diesen mit dem Alkohol vermengen. In eine Sprühflasche füllen und in Kombination mit einem Lappen losputzen – Schränke, Fliesen, Böden, Toiletten – wofür nutzt ihr diesen Allesreiniger noch? Ich freue mich über eure Kommentare.

P.S.: wie konventionelle Reinigungsmittel gilt auch für die selbstgemachten Putzwunder: bitte außer Reichweite von Kindern lagern.

Vorsicht, Teelichter!

Teelichter brennen in vielen Haushalten täglich: sie sind klein, günstig, heizen den Tee und sorgen für eine nette Plauderstimmung.

Der ganze Aluminiumabfall ist mir allerdings schon länger ein Dorn im Auge, weshalb ich einmal genauer hingesehen habe. Teelichter. So schlicht. So unscheinbar.

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Woraus besteht eigentlich ein Teelicht? Alunapf, Docht mit Weißblechfuß und weißes Wachs. Was für Wachs? Häufig Paraffin – doch noch günstiger und öfter im Gebrauch sind heutzutage pflanzliches Wachs und Stearin (beides: Palmöl – mehr dazu hier).

Könnt ihr euch vorstellen, was damit das tägliche Abbrennen von Teelichtern für die Umwelt bedeuten könnte? Am Beispiel von IKEAs Kerzenproduktion ging mir ein Licht auf:

„IKEA verbraucht pro Jahr 32.000 Tonnen Palmöl in seiner Kerzenproduktion, für weitere Produkte kommen noch einmal 8.000 Tonnen hinzu. Der Großteil des Palmöls stammt aus Malaysia und Indonesien.“ –Quelle

So werden riesige Urwaldflächen gerodet, damit wir für billiges Ambiente sorgen können. IKEA beruft sich zwar auf das Industriesiegel RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil); laut Greenpeace ist dies aber nichts als „Etikettenschwindel“:

“ […] Das Siegel lässt zum Beispiel die Rodung von Regenwald für Palmöl durch Lieferanten wie United Plantations zu. „Auch mit Zertifikat ist Palmöl von diesem Unternehmen nicht nachhaltig, sondern eindeutig ein Klimakiller,“ kritisiert Corinna Hölzel, Waldexpertin von Greenpeace.“ –Quelle

Das schwedische Möbelhaus sei hier als Übeltäter zwar in den Vordergund gestellt – aber nicht im Alleingang. Viele „umweltfreundliche“ oder „rein pflanzliche“ Teelichter sowie andere Kerzen aus Drogerien, Supermärkten, Reformhäusern und Bioläden sind nicht besser!

Auch hier gilt für mich: Konsum eindämmen, nachhaltig kaufen. Teelichter gibt es aus Bienenwachs, recycleten Fettabfällen oder Paraffin, allesamt ohne Alunapf, etwa hier zu kaufen.