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Großmutters Armbanduhr

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Wer kennt das nicht als Träger einer Armbanduhr: kaum braucht man sie am meisten, steht sie still, weil die Batterie alle ist. Austauschen kostet um die sechs Euro beim Juwelier, und dort geht man sowieso nicht unbedingt hin, also bleibt die Uhr eine halbe Ewigkeit irgendwo liegen, bis man endlich dazu kommt. Und irgendwann wiederholt sich dann das Ganze.

Abgesehen davon, dass die Herstellung und Entsorgung von Batterien irgendwie doof ist, beinhalten die Dinger umwelts- und gesundheitsgefährdende Stoffe (schaut mal hier). Ausserdem hatte ich keine Lust mehr, ständig Geld beim Juwelier zu lassen und so meiner Zeit hinterher zu rennen (höhö). Andererseits mag ich nicht auf irgendeine Form von herumtragbarer Uhr verzichten. Was tun? Eine Taschenuhr war mir dann doch zu sonderbar, die Sonnenuhr an der Halskette (danke Frank und Katha) für den Alltag zu ungenau. Das Handy nehmen? Och nö. Ich finde diese ständige Handyguckerei wegen der Uhrzeit einfach lästig und möchte mein liebes Mobiltelefon so oft wie möglich unauffindbar verlegen geordnet weglegen.

Es galt also wieder einmal: sich umhören. Ich stieß schon nach kurzer Zeit auf mechanische Armbanduhren, welche sich entweder durch Aufziehen oder durch die Handgelenkbewegungen des Trägers selbst in Betrieb halten. Juchhei! Also schnell eine für den lieben Mann zu Weihnachten gekauft, mit netten Nebenanzeigen drauf und zum stolzen Preis von 129 Euro.

Doofe Idee. Die Uhr hatte zwar eine nette Optik, dort hörte es allerdings schon auf. Der Uhrmacher bezeichnete sie als „China-Schrott“ und verweigerte die Annahme. Ein sogenannter Griff ins Klo.

Was tun? Das, was ich von Beginn an hätte erwägen sollen: auf Altbewährtes zurückgreifen und die alten Armbanduhren meiner Großeltern, die sonst keiner haben mochte, zum Uhrmacher bringen. Beides alte schweizer Fabrikate, kein Schnikschnack. Der Uhrmacher war begeistert, hat gern die Werke gesäubert, Deckgläser ausgetauscht und statt der porösen Nylonbänder lederne dran gemacht, alles zu einem fairen Preis.

Ich habe meine Lektion gelernt. Schaut lieber gleich auf ebay, auf dem Dachboden oder auf Flohmärkten als in den funkelnden Vitrinen der 0-8-15 Juweliere, wenn ihr euch für eine mechanische Uhr interessieren solltet.

Ich bin froh, auf diese schöne Lösung gekommen zu sein, und trage nun stets ein Familienerbstück mit mir herum. Mit Glück begleitet mich die Uhr noch viele Jahrzehnte.

Zugbeutel in 10 Minuten selber nähen

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Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, meinem Mann und unserem Sohn jeweils einen Adventskalender aus lauter kleinen Zugbeuteln zu nähen. Ich mag gefütterte Zugbeutel sehr gern (wie diese hier). Da ich den Nähaufwand bei 48 Stück etwas herunterschauben wollte, habe ich mir dieses einfache Säckchen ausgedacht. Als Alternative zu Geschenkpapier, als Schnullertasche, für Knabbereien oder andere Kleinigkeiten unterwegs haben sie sich bei uns schon bewährt. Ihr könnt es von der Größe her beliebig variieren und es auch per Hand nähen (dann dauert es bloß etwas länger!). Stoffreste, aussortierte Bettwäsche oder kapuute Kleidung lassen sich so gut verwerten. Wer wie ich zu faul emanzipiert zum Bügeln ist, kann es auch getrost lassen, der Beutel zieht sich mit der Zeit von selber glatt 🙂

Ihr braucht:

Ein Stück Stoff, hier 10 cm x 40 cm (kein Stretchstoff)

Eine Sicherheitsnadel

Faden, Band oder Schnur (ich habe einfaches Packband genommen)

 

Was ihr zuerst machen könnt, ich aber aus Faulheit Zeitgründen oft nicht mache: den Stoff einmal ringsherum mit Zickzackstich versäubern, damit nichts ausfranst.

 

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Den Stoff an den zwei langen Seiten ca. einen halben Zentimeter nach innen falten, mit Stecknadeln fixieren und mit einem geraden Stich festnähen.

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Die kurzen Seiten ca. 2 Zentimeter nach unten falten, feststecken und mit geradem Stich festnähen. Dies sind die Schläuche für das Zugband.

 

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Den Stoff in der Mitte falten, mit der rechten (also der schönen) Seite nach innen. Mit Nadeln fixieren. Unterhalb der Schläuche ansetzen (also ca. 2 Zentimeter von oben) und die Seiten mit einem Zentimeter Nahtzugabe zunähen.

 

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Das Säckchen wenden. Zwei gleich lange Schnüre schneiden, welche mehr als lang genug sind, um durch beide Schläuche durchgefädelt zu werden.

 

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Ein Stück Schnur an der Sicherheitsnadel festknoten und einmal durch beide Schläuche ziehen, damit die Enden an der gleichen Seite wieder herauskommen. Verknoten und an der anderen Seite mit der zweiten Schnur wiederholen.

 

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 Fertig!

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Plastikfolie ade!

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Plastikfolie nutzen wir seit geraumer Zeit nicht mehr, stattdessen griffen wir zu unseren Brotdosen aus Edelstahl, zu Einmachgläsern und der altbewährten Käseglocke. Da es aber ganz schön ist, eine große Schüssel einfach luftdicht abzudecken oder ein Pausenbrot schnell einzuwickeln, sahen wir uns nach Alternativen um. Über meine liebe Schwiegermutter wurden wir auf die Produkte einer kleinen amerikanischen Firma aufmerksam: Abeego. Ich dachte gleich: das kann ich auch! Und hatte Recht. Wer sie nicht selber machen mag oder kann, dem kann ich das Original allerdings auch empfehlen.

Ihr braucht:

Fein geriebenes Bienenwachs oder kleine Pellets (Carnauba geht sicher auch)

Stoff aus 100% Baumwolle, Hanf oder Leinen

Backpapier

Backblech

Ein niegelnagelneuer Pinsel

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Den Stoff beliebig groß, rund oder eckig zuschneiden. Es muss ausgebreitet gut aufs Backbelch passen, ohen das was übersteht oder sich wellt. Bügeln oder versäubern braucht ihr nicht, das erledigt das Wachs hinterher von selbst. Stoffreste sind hierfür gut geeignet – wie dieses mir weitergegebene Stoffstückchen.

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Das Wachs streut ihr jetzt wie Parmesan gleichmäßig auf den Stoff. Lieber erst etwas weniger nehmen, bis ihr die Menge raus habt. Fünf Minuten bei 85 Grad in den Backofen geben, dann das flüssige Wachs rasch mit dem Pinsel (der fortan nur für diesen Zweck genutzt werden sollte) verteilen, ggf. nochmal Wachs draufstreuen und wiederholen. Dann das Tuch kurz an der Wäscheleine zum trocknen aufhängen.

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Schon könnt ihr das selbst hergestellte Wachstuch nutzen. Hier seht ihr, wie schön das dann aussieht – besser als jede Plastikfolie! Wie ihr das Tuch noch nutzen könnt, seht ihr in diesem kleinen Film auf youtube. Wenn das Tuch einmal dreckig ist: kurz mit lauwarmem Wasser abspülen. Sollte das Wachs abbröckeln: ab in den Ofen damit, eventuell mit etwas neuem Wachs. Sollte es hinüber sein – ab in den Kompost. Ich find’s super. Bastelt doch gleich welche – vielleicht mit den Kindern?

Danke, lieber Nikolaus!

UntitledIch wünsche euch einen schönen Nikolaustag! Unserem Kleinen haben wir dieses Jahr eine selbstgenähte Spielmatte in den Stiefel gesteckt. Bauernhof, Zoo, Wildgehege, damit lässt sich so einiges Nachspielen, auch unterwegs. Alle Stoffreste wurden uns kostenlos weitergegeben, darauf steht altes Spielzeug von uns, seinen Eltern – das nenne ich eine sinnvolle Ökobilanz. Unser Sohn ist begeistert, und der Geldbeutel sowieso (wir haben gerade einmal das Nähgarn im Bild bezahlt – und die Miete für die Fliesen, lach).

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Wir sind nicht dogmatisch und kaufen auch schon mal was Neues, aber dann achten wir auf Qualität – wer weiß, an wen es noch weitergegeben wird… für mich gab es ätherische Öle und eine Erweiterung zu einem schönen Kartenspiel, für meinen Mann Rasierseife und eine gebraucht gekaufte DVD. Selbstgemachte Schokolade, (Trocken-)Obst und Plätzchen gibt es nachher. Was habt ihr Schönes in die Stiefel gesteckt, oder gesteckt bekommen?

Apfelessig selber machen

Und wieder stelle ich fest, dass ich etwas entdeckt habe, was vermutlich einmal jeder Haushalt wusste: Apfelessig herstellen ist kinderleicht.

Über das Wunderwasser Apfelessig habe ich bereits in diesem Post geschrieben. Apfelessig kaufen kann sehr teuer werden; selber machen ist aber unglaublich einfach und unschlagbar günstig. Alles, was ihr dazu braucht, sind ein Paar Apfelreste (Kerngehäuse, Schalen, Presskuchen…), etwas Wasser und Geduld…

Erst einmal kommen die ganzen Apfelreste (bevorzugt Bio-Äpfel verwenden) in eine große Schüssel. Kaltes Leitungswasser einfüllen, bis die Apfelpampe mit gut 2 Zentimetern Wasser bedeckt ist. Eine Woche mit einem Küchenhandtuch bedeckt an einem kühlen Ort stehen lassen und täglich umrühren, damit sich kein Schimmel, dafür aber weißer Schaum bildet (ganz rechts im Bild). Wem das zu lange dauert, gibt beim Ansetzen des Essigs eine gute Handvoll Zucker mit in die Schüssel, dann hat man oft schon nach 2 Tagen die schönen Bläschen.

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Nun den stark nach Essig riechenden Sud durch ein Küchenhandtuch gießen. Die Apfelmasse auf den Kompost bzw. nach Möglichkeit netten Hühnern geben.

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Den noch unreifen Essig in große Weckgläser füllen und mit Tuch abdecken (nicht zuschrauben, der Essig muss atmen) und weitere 6 Wochen stehen lassen.

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Dabei bildet sich auch die sogenannte „Mutter“, die sich zunächst an der Oberfläche bildet, dann aber herabsinkt.

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Nach 6 Wochen ist der Essig dunkler geworden, riecht eindeutig nach Apfelessig und gelartige Massen schwimmen darin herum (dies ist die „Mutter“, völlig unbedenklich). Den Essig nun in Flaschen umfüllen. Vor Gebrauch schütteln.

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Tipp: der Geschmack des Essigs reift mit der Zeit weiter heran. Wer säuerliche Äpfel nimmt, bekommt sauren, wer süße Äpfel nimmt, bekommt süßlichen Essig.

Küchenpapier ade!

Küchenpapier ist etwas, was zum einmaligen Gebrauch hergestellt wird. Ausserdem wird es, wie Papiertaschentücher oder Toilettenpapier, aus unterschiedlichsten Quellen hergestellt, die teilweise sehr fragwürdig sind. Hier gibts dazu mehr: http://www.vzb.de/Kuechenrolle-Taschentuecher-und-Co-Immenser-Verbrauch

Ich finde Küchenpapier und Schwamm (Plastik!) zwar praktisch, möchte mich aber von Wegwerfprodukten möglichst distanzieren. Hier also meine Lösung des Problems.

Wir haben unendlich viele Handtücher. Nicht alle sind gleich flauschig, teilweise sind sie noch von meiner Großmutter und älter als ich. Ich habe also eines jener Uraltexemplare aus dem Schrank gefischt…

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… Und kurzerhand 8 Küchenlappen draus geschnippelt! Ihr solltet allerdings nicht so eine stumpfe Blödschere nehmen wie ich.

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Damit kann nun alles getan werden, was zuvor Papier und Schwamm geleistet haben. Danach werden sie einfach mit in die Waschmaschine gepackt. Nur zum Nase putzen sind sie zu fest. Heute nennt man das Upcycling, früher hat man’s selbstverständlich so gemacht (alte Hemden tun’s auch, sind nur nicht so saugstark!). Ihr könnt natürlich auch gleich Waschlappen nehmen, wenn ihr davon eh zu viele habt.

Wer es etwas schicker haben möchte, findet hier eine wunderbare Anleitung zum selber nähen (allerdings auf Englisch).

Zitrusreiniger selber machen

Auf der Suche nach einem Ersatz für diverse Reinigungsmittel bin ich hier auf ein wunderbar einfaches Rezept für Zitrusessig gestoßen, welches man 1:1 mit Wasser als Reiniger Nutzen kann.

Dafür braucht man zunächst ein Paar Zitrusfrüchte (Grapefruits, Limetten, Zitronen, Orangen, Pomelos, Mandarinen), ein großes Glas oder kleinen Topf mit Deckel, Weißweinessig oder Essigessenz (mit der vierfachen menge Wasser verdünnt) und eine Zitruspresse. Ich habe 5 Biozitronen verwendet, aber alle genannten Früchte kommen in Frage, auch eine Mischung aus Verschiedenen.

Zunächst einmal werden die Früchte gepresst (oder geschält). Mit dem Saft oder Fruchtfleisch lässt sich genug herrliches anstellen, das überlasse ich euch! Die Schalen aber werden in den Topf oder das Glas getan und mit dem Essig oder der verdünnten Essenz bedeckt. So bleibt das Ganze jetzt zwei Wochen, wird dann durch ein Küchentuch gesiebt und voilà! Fertig!

In eine leere Flasche oder Schraubglas gefüllt hält es sich ewig, da der Essig konservierend wirkt.

Da Zitrusschalen ohnehin immer mal anfallen – wir versuchen es allerdings auf ein Minimum zu halten, da sie von weither kommen – kann man aus seinem Kompost so erst noch wunderbaren Nutzen ziehen.

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Tipp: Schaut mal in den Hausputzpost!