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Sauerteig selber machen

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Ein schöner Sauerteig: Grundstock für wunderbares Brot und zudem aus zwei Zutaten sehr einfach selber herzustellen. Echter Sauerteig ist mit den traurigen Tütchen aus der Backabteilung nicht zu vergleichen und kann, solange er ordentlich versorgt wird, über Generationen weitergegeben werden.

Wir fingen unsere Brotbackodyssee damals mit einem klassischen Hermann an der mit Mehl, Zucker, Milch und Hefe versorgt werden wollte. Das ganze erwies sich für uns leider als völlig unpraktikabel, zumal uns das entstandene Brot nicht wirklich geschmeckt hat. Ein lieber Dank geht hier trotzdem an Rike, die uns diesen Hermannteig einmal mitbrachte.

Es musste jedenfalls eine andere Lösung her, zumal Brot nicht gleich Brot ist und wir gewisse Ansprüche daran haben: vollwertig, lecker, bio und bitte nicht zu teuer oder aufwändig in der Herstellung.

Aus Roggenmehl und Wasser haben wir schließlich nach einer einfachen Anleitung im Netz selber veganen Sauerteig hergestellt: http://www.brotguru.net/grundlagen/sauerteig-selber-machen

Ist der Sauerteig erstmal fertig, also blubberig und herrlich sauerteigig wie in obigem Foto, kann man ihn bis zu 4 Tage im Kühlschrank lagern, ohne dass er versorgt werden muss. Man kann ihn auch einfrieren (was wir zwischendurch immer machen, aber einige raten davon ab, weil der Sauerteig irgendwo ein Lebewesen ist und das Einfrieren nicht unbedingt unbeschadet übersteht) oder auch trocknen. Wie das geht, könnt ihr hier nachlesen: http://experimentselbstversorgung.net/sauerteig-backup/.

Nachdem unser Roggenmehl alle war haben wir mit unserem Mehl für alles, Dinkelvollkornmehl, den Teig weiter gefüttert, was wunderbar geht. Ob man den Teig direkt damit ansetzen sollte, weiß ich allerings nicht. Vielleicht fehlt Dinkel die nötige Säure.

Wenn der Sauerteig die ersten Tage des Reifeprozesses hinter sich hat, könnt ihr damit backen. Vor dem Backen schaut ihr einen Tag vorher im Rezept nach, wie viel Sauerteig dafür benötigt wird, und fügt entsprechend Mehl und Wasser zu. Braucht ihr zum Beispiel 1 Kilo Sauerteig, mischt ihr 500 Gramm Mehl und 500 Gramm Wasser zu. Dann muss der Teig 24 Stunden ruhen dürfen. Vor dem Backen nicht vergessen: wieder 100 Gramm Sauerteig von der Gesamtmenge abknapsen, um den Sauerteig zu erhalten.

Nach ca. 3 Monaten ist der Teig bei regelmäßiger Pflege reif genug, dass man keine weiteren Backtriebmittel braucht. Bis dahin empfehle ich die Zugabe von etwas Hefe (frisch oder Trocken) – pro 500 Gramm Mehl einen halbe Tüte oder einen halben Würfel. Sauerteig wird mit der Zeit immer feiner. Manche Bäckereien verkaufen ihn auch, viele weigern sich jedoch, weil er ihnen so kostbar ist. Verstehe ich.

In den nächsten Tagen werde ich euch unser einfaches Rezept für veganes Sauerteig-Vollkornbrot mit Leinsamen vorstellen, das euch hoffentlich genauso gut schmeckt wie uns.

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Veganes Nussplätzchenrezept

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Um lauter liebe Veganer zur Advents- und Weihnachtszeit mit Plätzchen zu versorgen, habe ich mein Zitronenkeksrezept etwas abgewandelt. Weil ich aber nicht so schnell nachbacken kann, wie sie aufgefuttert werden, teile ich jetzt einfach mal das Rezept. Lasst es euch schmecken!

Ihr braucht:

150 Gramm Kokosöl

1 Esslöffel Zitronensaft

350 Gramm Dinkel-Vollkornmehl

1 Teelöffel selbstgemachte Vanilleessenz (oder 2 Esslöffel Vanillezucker)

2 leicht gehäufte Teelöffel Zimt

2 gestrichene Esslöffel Apfeldicksaft, Agavendicksaft oder Honig*

100 Gramm gemahlene Nüsse (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse)

Das Kokosöl zum schmelzen bringen, mit allen anderen Zutaten vermengen und ordentlich mit den Händen kneten. Der Teig wird etwas bröselig, also Vorsicht beim Ausrollen! Davor packt ihr ihn am besten nochmal eine Stunde in den Kühlschrank. Beim Ausrollen einfach etwas Mehl auf die Arbeitsfläche geben und daran denken, dass hier kein Backpulver drin ist (also können die Plätzchen dicht an dicht aufs Blech, aber sollten nicht allzu dünn ausgerollt werden, da sie nicht viel aufgehen). Bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen, bis die Ränder leicht braun sind. Warm sind die Plätzchen noch weich, nicht wundern – beim Abkühlen härten sie aus, und mit der Zeit werden sie herrlich mürbig, gerade wenn man eine Apfelschnitte mit in die Keksdose tut.

Zuletzt könnt ihr sie noch in selbstgemachte Schokolade stippen oder mit Marmelade zusammenkleben. Ich habe Birne-Ingwer genommen, kann mir Bratapfelmarmelade aber auch gut vorstellen 🙂

*mit Honig sind die Kekse allerdings ganz streng genommen nicht mehr vegan.

Apfelessig selber machen

Und wieder stelle ich fest, dass ich etwas entdeckt habe, was vermutlich einmal jeder Haushalt wusste: Apfelessig herstellen ist kinderleicht.

Über das Wunderwasser Apfelessig habe ich bereits in diesem Post geschrieben. Apfelessig kaufen kann sehr teuer werden; selber machen ist aber unglaublich einfach und unschlagbar günstig. Alles, was ihr dazu braucht, sind ein Paar Apfelreste (Kerngehäuse, Schalen, Presskuchen…), etwas Wasser und Geduld…

Erst einmal kommen die ganzen Apfelreste (bevorzugt Bio-Äpfel verwenden) in eine große Schüssel. Kaltes Leitungswasser einfüllen, bis die Apfelpampe mit gut 2 Zentimetern Wasser bedeckt ist. Eine Woche mit einem Küchenhandtuch bedeckt an einem kühlen Ort stehen lassen und täglich umrühren, damit sich kein Schimmel, dafür aber weißer Schaum bildet (ganz rechts im Bild). Wem das zu lange dauert, gibt beim Ansetzen des Essigs eine gute Handvoll Zucker mit in die Schüssel, dann hat man oft schon nach 2 Tagen die schönen Bläschen.

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Nun den stark nach Essig riechenden Sud durch ein Küchenhandtuch gießen. Die Apfelmasse auf den Kompost bzw. nach Möglichkeit netten Hühnern geben.

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Den noch unreifen Essig in große Weckgläser füllen und mit Tuch abdecken (nicht zuschrauben, der Essig muss atmen) und weitere 6 Wochen stehen lassen.

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Dabei bildet sich auch die sogenannte „Mutter“, die sich zunächst an der Oberfläche bildet, dann aber herabsinkt.

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Nach 6 Wochen ist der Essig dunkler geworden, riecht eindeutig nach Apfelessig und gelartige Massen schwimmen darin herum (dies ist die „Mutter“, völlig unbedenklich). Den Essig nun in Flaschen umfüllen. Vor Gebrauch schütteln.

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Tipp: der Geschmack des Essigs reift mit der Zeit weiter heran. Wer säuerliche Äpfel nimmt, bekommt sauren, wer süße Äpfel nimmt, bekommt süßlichen Essig.

Fertigsoße mit Knoblauch und Chili selber machen

Wer kennt das nicht zumindest ab und zu: es war ein langer Tag, man kommt hungrig nach Hause und der Kühlschrank ist leer. Ein Blick in den Küchenschrank: Nudeln sind noch da. Aber was gibt es dazu? Dieses Rezept ist eins für Trockenpesto, welches sich lange hält und auch als Geschenk gut ankommt (etwa für hungrige Studenten).

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Ihr braucht für 100 Gramm Trockenmischung:

50 Gramm getrockneter Knoblauch
40 Gramm getrocknete Petersilie
10 Gramm Chiliflocken
1/2 Teelöffel Salz

Alle Zutaten gut vermischen, luftdicht verpacken (etwa in einem Schraubglas) und trocken lagern. Bei Bedarf pro 100 Gramm gekochter Pasta 1 Esslöffel der Mischung mit je 3 Esslöffeln Olivenöl und 6 Esslöffeln Wasser kurz aufkochen, bis die Soße andickt.

Tipp: schmeckt auch beim Zelten!

Nussfudge

Morgen bekommen wir Nachmittagsbesuch, und da schickt es sich, irgendeine Schlemmerei anbieten zu können. Ich habe also das Netz nach blutzuckerfreundlichen Rezepten durchforstet (ich habe eine Insulinresistenz) und bin auf eine ganz wunderbare, wenn auch mächtige Nascherei gestoßen: Fudge!

Hier das Originalrezept, was ich etwas abgeändert habe: http://creatingnaturally.com/healthy-chocolate-peanut-butter-fudge/

Ihr braucht:

100 Gramm Erdnussmus (auch Gesalzenes schmeckt hier gut) oder anderes Nussmus
100 Gramm Agavendicksaft oder Honig
50 Gramm Butter oder Kokosöl
50 Gramm Kakao- oder Carobpulver
Nach Belieben Vanille, Zimt, etc.

Das Fett auf kleinster Stufe in einem Topf schmelzen lassen. Verwendet man festen Honig, sollte dieser mit erhitzt werden. Den Topf vom Herd nehmen, alle anderen Zutaten mit einem Schneebesen unterrühren, bis man eine schöne schwarze Pampe hat. Diese in Förmchen füllen (ich hab kleine Muffinförmchen benutzt; man kann die Masse aber auch einfach in eine Auflaufform gießen und später in Stücke schneiden) und mit nassen Fingern glatt streichen. Dann muss man nur noch ausharren, bis das Fudge festgeworden ist…

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Es erinnert sehr an Eiskonfekt, ist aber nussiger und nicht so süß!