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Waschmittel selber machen

Jetzt geht es mit dem fröhlichen Waschzeug weiter! Dieses Rezept ist allerdings nichts für Sachen aus Wolle und Seide, weil das Natron die Fasern aufbauscht. Dazu gibt es hier einen Extrapost, mit Rezept versteht sich.

Nun werden sicher einige Leser fragen: warum der Aufwand? Es gibt doch Waschnüsse! Da ist allerdings das Problem, dass unsere Nachfrage die Preise derartig in die Höhe haben schießen lassen, dass die indische Landbevölkerung sich die umweltschonende Alternative vom heimischen Baum nicht mehr leisten kann. Also wird nun mit billigster Chemie gewaschen und die Gewässer verseucht, damit wir hier den Luxus eines „grünen“ Gewissens haben können… Also lieber die Finger davon lassen (lest mal hier nach). Als Alternative kann man auch Kastanien verwenden, dass will ich im Herbst auch unbedingt mal ausprobieren: http://experimentselbstversorgung.net/auf-zum-waschmittel-sammeln/

Dieses Rezept basiert auf Kernseife. Augen auf beim Seifenkauf: nicht überall, wo Kernseife drauf steht, ist auch wirklich Kernseife drin. Manche enthalten gar EDTA oder andere übelst giftige Chemikalien. Enthält die Seife Glycerin, dürfen damit keine Stoffwindeln oder Babywäsche gewaschen werden. Glycerin kann bei Säuglingen und Kleinkindern Hautirritationen und Allergien auslösen und bildet oft eine wasserundurchlässige Schicht, was für Windeln oder waschbare Damenbinden denkbar ungünstig ist. Palmöl findet man in den meisten Kernseifen (die Palmölplantagen sind garstige Monokulturen, welche das Aussterben der urwaldbewohnenden Menschen und Tiere bedrohen), diese sollten aber gemieden werden. Alepposeife ist teuer aber gut, wenn man sie bekommt (derzeit haben die Syrer allerdings weniger ihre Seifenproduktion im Kopf). Also am besten gleich selber Kernseife machen! Wer ein gutes Rezept hat: ich suche noch.

Aber eins nach dem Anderen. Kommen wir zurück zum Waschmittel. Das Grundrezept habe ich wieder von http://myhealthygreenfamily.com/blog/wordpress/homemade-borax-free-laundry-detergent/, habe es aber leicht verändert. Alle Zutaten sind in Drogerien zu bekommen (die meisten Verkäufer haben zwar nie von Waschsoda gehört, aber die Läden führen es trotzdem).

Ihr braucht:

– 100 Gramm Spezialsalz für Geschirrspüler (bloß kein normales Kochsalz nehmen, s. Hinweis bei Geschirrspülmittel selber machen) als Wasserenthärter und zum Erhalt der Farben
– 150 Gramm Wasch- bzw. Kristallsoda bzw. Reine Soda als Reiniger und Weichspüler
– 100 Gramm Zitronensäure als Enthärter und Farbauffrischer
– 150 Gramm Natron: beseitigt Flecken und Gerüche
– ein Stück (100 Gramm) echte Kernseife oder 72%ige Savon de Marseille mit Olivenöl als Reiniger
– evtl. 20 Tropfen ätherisches Lavendel-, Teebaum- oder Zitrusöl, damit es „sauber“ riecht
– eine alte Socke mit 2 EL Reis zum trocken halten (Reis in die Spitze, Knoten rein, Rest abschneiden)

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Die Seife mit einem Käsehobel fein reiben (wer schmierige Seifenfinger verhindern will, legt die Seife zum anfrieren eine Viertelstunde ins Gefrierfach!). Die Seifenraspel in einem großen Glas oder einer Dose mit den anderen Zutaten vermischen, dann die Socke reinlegen. Die Socke bindet die Feuchtigkeit aus dem Raum eher als das Waschpulver, da der Reis trockener ist, also klumpt das Pulver nicht. Man sollte die Socke immer mal in die Sonne oder auf die Heizung legen, damit sie wieder durchtrocknen kann.

Für normal dreckige Wäsche reicht 1 Esslöffel, bei besonders Verschmutztem nehm ich 2 (Windeln!). Es ist zuverlässig und kann sich mit den herkömmlichen Waschmitteln in puncto Sauberkeit messen – sogar eingetrocknetes Kunstblut, Milchflecken, Kaugummi etc. sind kein Problem!

Man sollte das Glas hin und wieder schütteln, um immer eine gute Mischung auf dem Löffel zu haben. Dank des Sodas braucht man keinen Entkalker oder Weichspüler zusätzlich. Alle halbe Jahre sollte man die Maschine allerdings mit Zitronensäure entkalken.

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Das Waschmittel ist auch für Allergiker und Sparfüchse bestens geeignet! Wer trotzdem Chemiebomben kauft sollte sich demnächst am Strand mal ein Bild von den unnatürlich schäumenden Wellen machen… und sich ein Herz fassen. Das Herstellen des Waschmittels ist kinderleicht und dauert gerade mal 15 Minuten.

Man lese und staune:

http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/waschmittel/

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Kommentare 🙂

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