Wie kommt ihr dazu?

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Vor einigen Tagen erreichte mich die Frage, wie wir eigentlich zu diesem ganzen Umdenken gekommen sind und ob es große Veränderungen für uns bedeutete, als wir Schritt für Schritt diesen Weg anfingen.

Mein Mann und ich, wir kommen beide aus sehr unterschiedlichen „das machen wir selber“ – Haushalten, in denen etwas Fantasie, Improvisation und handwerkliches Geschick einen großen Stellwert hatten. Wir haben früh gelernt, unseren eigenen Kopf zu haben und uns nicht von irgendwelchen gesellschaftlichen Normen etwas diktieren zu lassen.

So waren wir wohl beide etwas abseits der Norm. Bevor wir uns kennen lernten, hüpfte ich jeden Sommer musizierend von einem Mittelaltermarkt zum anderen und mein Mann verdiente sich neben der Schule sein Geld als Statist an der Oper. Es war sicher von Vorteil, dass wir uns in dieser „Sturm und Drang“ Zeit zwischen Abitur und Studium kennen lernten und nun schon seit zehn Jahren einen gemeinsamen Weg beschreiten, der erfreulicherweise nie langweilig war und es wohl auch nicht mehr werden wird. So konnten wir gemeinsam viel entdecken, hinterfragen, für uns aufbauen.

Seit wir beide keine Studenten mehr sind, sondern Eltern mitten im Berufsleben, hat sich natürlich die ein oder andere Priorität und Möglichkeit geändert. Wir wohnen auch nicht mehr in einer Einraumwohnung, fahren nicht mehr Wartburg oder haben statt Kacheln Sand und Trittsteine im Bad, weil unsere mongolischen Wüstenrennmäuse das damals so lustig fanden (aber schön war’s!).

Das klingt jetzt alles sehr positiv, doch auch negative Erfahrungen haben uns umdenken lassen. Private Hürden wie finanzielle Nöte, zwischenmenschliche Schwierigkeiten, Arbeitssuche, der Verlust zweier uns sehr nah stehenden Menschen innerhalb von wenigen Tagen und nicht zuletzt die sich wandelnden politischen und gesellschaftlichen Strukturen um uns herum haben uns an unsere Grenzen gebracht (und diese sicher in die ein oder andere Richtung verschoben).

Bewusster leben, Geld sparen, vernünftig konsumieren, gesund sein, zukunftsorientiert handeln und viele Kompromisse haben uns auf diesen Weg gebracht. Bereut haben wir in den letzten drei Jahren der Umstrukturierung nichts und es ist sehr bereichernd, die Dinge konstruktiv und konsequent durchzuziehen. Wir bleiben also dabei. Ich bin gespannt, was wir noch so auf die Beine stellen.

5 responses to this post.

  1. Ich wollte schon immer alles selbst machen. Mir tut es gut Dinge selbst zu tun.
    Ich hinter Frage Dinge, nicht alles ist immer gut. Nicht immer, ist alt bewährtes gut.
    Manchmal muss man umdenken.
    Toller Blog, werde noch viel zu entdecken haben.
    Grüne Grüße
    MION

    Antworten

  2. Posted by Maria Kaisen on April 20, 2016 at 1:52 pm

    Guten Tag,
    ich verfolge deinen Blog schon sehr lange und bin immer wieder begeistert,was ihr so selbst alles macht. Ich selber bin schon 60 plus und habe immer gern vieles selber machen wollen. Dein Blog ist eine Bereicherung für mich und Andere und ich freue mich auf viele umsetzbare Anleitungen von dir. Für die Zukunft alles Liebe RIKA

    Antworten

  3. Posted by Gabi on April 21, 2016 at 7:43 pm

    Bei uns fing eigentlich alles mit vollwertig essen an. Dann kamen Kinder und plötzlich geht man eigentlich nie einkaufen.
    Ich finde man darf auch nicht zu streng sein- manchmal geht ja auch was in die Binsen😉

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  4. Posted by Melanie on Mai 2, 2016 at 9:54 am

    Danke für diesen EInblick in Eure Geschichte.

    Das „Sich-Frei-Rödeln“ von gesellschaftlichen Vorgaben ist oft schwer.
    Obwohl ein Teil im Innern weiß, dass der „andere Weg“ der bessere wäre (zumindest für einen selbst), blökt der andere gern dazwischen mit den Vorstellungen darüber was „man so zu machen hat“.

    Dabei hilft mir persönliche Dein Blog sehr, macht Mut, Ideen, schubst so manchen Zweifel fix beiseite.

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