Archive for Juli 2013

Tragen statt Wagen

Kinderwagen – viele Babys werden ausschließlich in einem solchen Gefährt transportiert. Viele kosten so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen. Dabei schnitten noch 2009 10 von 14 Kinderwagen im Bezug auf Schadstoffe laut Stiftung Warentest mit „mangelhaft“ ab, nur einer erhielt die Note „befriedigend“ (Quelle). Getestet wurden viele namhafte Hersteller. Teuer ist also nicht gleich gut.

2013 nahm Stiftung Warentest erneut Kinderwagen unter die Lupe. Mit einem ernüchternden Ergebnis: nur 2 Hersteller schafften es zur Gesamtnote „gut“. Selbst der getestete Teutonia-Wagen hat es gerade mal zur „3“ geschafft (Quelle). Es lohnt sich allerdings, einen der Testsieger genauer anzusehen: der Naturkind Terra Koala kommt ohne Plastik, Weichmacher oder sonstigen Mist aus. Kork, Baumwolle, Kokosfasern. Das gefällt mir und wer die 800 Euro aufbringen kann oder ihn gebraucht findet, sollte zugreifen. Naturkind hat auch einige andere Kinderwagen im Angebot, die einen sehr guten Eindruck machen.

Aber eigentlich braucht man nicht immer einen Kinderwagen. Um ehrlich zu sein: wir haben einen gebrauchten Wagen von Freunden bekommen und ich kann locker an zwei Händen abzählen, wie oft wir ihn für unseren nunmehr 10-monatigen Sohn im Gebrauch hatten. Wir verschenken ihn jetzt weiter (den Kinderwagen!).

Ich habe von Anfang an ein Didymos-Tragetuch aus zweiter Hand genutzt. Das ist kuschelig. Der Kleine liebt es, auf Augenhöhe zu sein. Baumrinde zu betasten. Den Knopf am Pfandautomat zu drücken, wenn wir die Milchflaschen zurückbringen. Auch zuhause darin herumgetragen zu werden, wenn er Zahnschmerzen oder Bauchweh hat – so habe ich auch schon den Garten geharkt. Hebammen schwören auf das Tragetuch. Überall auf der Welt tragen Frauen ihre Kinder. Weßhalb geht nur die westliche Welt so auf Abstand zu ihren Kindern? Sind wir schon so „zivilisiert“, dass uns das Naheliegendste nicht mehr gut genug erscheint?

Man hat die Hände frei, passt mit in überfüllte U-Bahnen, kann sich mit Baby auf die Schaukel setzen und ist nicht auf Aufzüge angewiesen. Das Tuch ist in der Maschine waschbar, nimmt nicht viel Platz in der Tasche weg, wächst mit, passt jedem Kind und jedem Träger, kann auf tausendelerlei Art gebunden werden, ist garantiert schadstofffrei und deutlich günstiger als jeder Kinderwagen. Hat sogar einen hohen Wiederverkaufswert. Weitere Infos zum Tragetuch, verschiedene Hersteller und Tipps zum selber machen gibt es auf dieser sehr informativen Seite nachzulesen.

Es gibt aber noch so viele andere Möglichkeiten: Babytrage, Babysack, Slings, Mei Tais. Für jeden gibt es die passende Lösung. Am besten gut beraten lassen und vorher ausprobieren, sonst wird man nur unglücklich. Wir haben etwa auch einen Tragesack geschenkt bekommen; ich bekomme davon leider sehr schnell Rückenschmerzen – egal, wie ich ihn einstelle. Andere haben damit tolle Erfahrungen gemacht. Kennt sich zufällig jemand mit dem Weego aus…?

Um herauszufinden, welche Trage zu wem passt, hilft auch diese Seite weiter.

Viel Spaß beim Känguruh-Dasein!

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Ein Wort zu Aktivkohle

„Schon die alten Ägypter kannten 1550 Jahre vor Christus die medizinische Anwendung von Holzkohle. Zur Zeit des Hippokrates (400 v. Chr.) wurde Kohle gegen Epilepsie, Schwindel und Flatulenz eingesetzt […]. Zu Demonstrationszwecken schluckte 1831 der Apotheker Touery vor der Französischen Akademie der Wissenschaften die zehnfache letale Dosis von Strychnin zusammen mit 15 Gramm Kohle […].“ –Quelle

Touery überlebte tatsächlich diesen riskanten Selbstversuch. Nachahmenswert ist das Ganze zwar nicht, aber es lohnt sich, Aktivkohle einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das schwarze Pulver aus der Apotheke – auch in Tablettenform etwa als „Kohlekompretten“ zu bekommen -ist geschmacks- und geruchsneutral.

Medizinische Kohle oder Aktivkohle (nicht mit Holz- oder Grillkohle zu verwechseln) ist vor allem als Absorbtionsmittel bekannt. Bei starkem Durchfall, aber auch bei Lebensmittel- oder anderen Vergiftungen des Magendarmtraktes ist Aktivkohle Gold wert. Rechtzeitig eingenommen, kann Aktivkohle die Aufnahme toxischer Substanzen um bis zu 60% reduzieren (Quelle). Dies kann etwa dann lebensrettend sein, wenn Kinder hochtoxische Reinigungsmittel oder giftige Pflanzenteile wie Vogelbeeren oder bestimmte Pilze eingenommen haben. Sucht euch für solche Fälle auch gleich die Telefonnummer der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale heraus. Aktivkohle sollte gerade bei kleinen Kindern in keiner Hausapotheke fehlen! Sprecht am besten einmal mit eurem Arzt darüber.

Aktivkohle sollte man innerlich nur selten benutzen, da es natürlich auch Flüssigkeiten, Mineralien, Vitamine und so weiter absorbiert, die der Körper dringend braucht.

Ich nutze das Pülverchen allerdings noch für andere, etwas unorthodoxe Dinge (wer mir hier gleichtun möchte: bitte den Disclaimer lesen!)…

– als Zutat in wasserlöslicher Wimperntusche
– als entfärbender Zahnreiniger für glatte, weiße Zähne (nur alle 3-4 Monate, einfach auf die Zahnbürste geben und losschrubben – sieht etwas gruselig aus, bis man es ausspült)
– als Zutat in Schwarzer Salbe

Was ist Glycerin?

Glycerin ist in so vielen Dingen enthalten – Wundschutzcreme, Duschgel, Flüssigseife – dass ich mal genauer nachgeschaut habe, was es damit eigentlich auf sich hat. Dass es etwas mit Seife zu tun hat, bzw. mit dem Verseifungsprozess, hatte ich schonmal gehört. Ich dachte, ich würde hier also zur Abwechslung mal was Nettes über einen vielfach verwendeten Zusatzstoff in herkömmlicher Kosmetik sagen können, muss euch aber leider enttäuschen.

Glycerin hat nämlich 2 Gesichter; einerseits ist es tatsächlich ein natürlicher Stoff, der beim Seife sieden (=saponieren) entsteht, doch in Kosmetik wird heutzutage fast ausschließlich ein künstliches Glycerin eingesetzt, welches ähnlich der Vaseline aus Petrolaten – also Erdölderivaten – hergestellt wird. Dieses chemische Glycerin kann in Alkohol gelöst werden (= Glycol); deßhalb wird es in der Kosmetikindustrie so gern genutzt (Quelle).

Beim natürlichen Glycerin handelt es sich zwar um ein hautfreundliches und allergenarmes Produkt, doch leider wird dafür möglichst günstiges Öl im Verseifungsprozess eingesetzt: im Zweifelsfall immer Palmöl…

Ich mache lieber gleich einen Bogen um Glycerin, so oder so; Aloe-Vera-Gel ist ein prima Ersatz – dessen Wirkung finde ich sogar noch besser! Versucht es mal in selbstgemachter Rasierseife, Make-Up, Babyshampoo, Handcreme oder Bodylotion…!

Must-Haves

Ob Makeup, Mode, Saisonartikel, Haarpflege, Urlaub, Auto, Küche, Kinder, Badezimmer oder Garten, die bunte Werbe- und Illustriertenwelt betont immer wieder gern die „Must-Haves“. Irritierend nur, dass diese sich ständig ändern und nie was wirklich Lebensnotwendiges dabei ist.

Meine Must-Haves:

– Einen trockenen, warmen Unterschlupf
– Nahrung
– Trinkwasser
– Nette Gesellschaft

Wenn ich dann noch was praktisch-bequemes zum anziehen, eine Tasse Tee und warme Socken habe, bin ich vorerst versorgt. Und Sonne. Und das sehnsuchtsvolle Rufen ziehender Gänse. Mein lieber Mann. Unser Baby. Und ein Lied.

101 nachhaltige Sparstrategien

Sparen ist in aller Munde. Konsum auch. Einen persönlichen Mittelweg zu finden kann schwierig sein… und ökologisch sinnvoll zu leben, so impliziert uns die Medienwelt, ist sehr teuer.

Hier sind meine alltagstauglichen Strategien zum Geld sparen mit gutem Gewissen und mit hoher Lebensqualität. Vieles davon hat sich während des Studiums schon so bei mir manifestiert, dass ich mittlerweile trotz deutlich höherem Einkommen so weitermache. Solche Dinge wie „Elektrogeräte nicht auf Standby lassen“, „Spartaste der Toilette nutzen“, „Licht beim Verlassen eines Raumes ausschalten“ oder „Wasser nicht unnötig fließen lassen“ stehen hier nicht – die finde ich selbstverständlich.

Meine 101 Strategien für weniger Ausgaben, mehr Gesundheit und Qualität sind:

1. Reduzieren und genauer prüfen, was wirklich gebraucht wird; das ändert auch das Kaufverhalten.
2. Kosmetik selber machen. Meine einfachste Creme besteht gerade mal aus 2 Zutaten.
3. Reinigungsmittel selber machen. Das ist ohnehin gesünder und nicht schwer!
4. Dekorative Kosmetik selber machen.
5. Keine Wattestäbchen, Küchenpapier, Tempo-Taschentücher, Papierservietten, feuchte Tücher oder andere Einwegprodukte mehr kaufen.
6. Mach dir einen Wochenplan und geh nur einmal die Woche los zum Lebensmitteleinkauf. Spart auch Zeit und Nerven.
7. Nimm dein Fahrrad: für kurze Strecken kannst du dir Auto oder Bus sparen.
8. Nutze die Mitfahrgelegenheit: Bahn ist teuer, und hier hat man wenigstens jemanden zum quatschen!
9. Lass dir eine Büchereikarte ausstellen.
10. Baue an, was deine Möglichkeiten hergeben: ob Basilikum auf der Fensterbank oder ein ganzer Gemüsegarten hinterm Haus.
11. Geh selber Lebensmittel in der Öffentlichkeit sammeln dank mundraub.org.
12. Stelle dein eigenes Waschmittel her.
13. Nutze Unkraut: mach leckeres Löwenzahnpesto, Green Smoothies und Brennesselgemüse.
14. Kaufe auf dem Wochenmarkt (am besten kurz vor Schluss).
15. Kaufe in Großmengen ein, dass spart auch Müll!
16. Kaufe deine Kleidung Second-Hand.
17. Nutze Stoffwindeln fürs Baby.
18. Investiere in gute Lebensmittel, so sparst du später an Medikamenten.
19. Keine Tampons oder Einwegbinden mehr: nutze Levanthiner Schwämmchen, Menstruationstassen oder waschbare Damenbinden.
20. Keine Einweg-Rasierklingen mehr für die Damenwelt: Depilieren, Epilieren, Sugaring und Wachsen zuhause schonmal ausprobiert?
21. Mach persönlichere und preiswertere Geschenke – selbst.
22. Wasche deine Wäsche möglichst kalt, nie über 60 Grad.
23. Öfter mal Duschen statt baden, und dann nicht täglich – oft reicht auch ein Waschlappen.
24. Nachhaltig oder gebraucht kaufen – Geschirr, Möbel, Einrichtungsgegenstände und co. in guter Qualität sehen auch besser aus!
25. Wer es noch nicht getan hat: gib das Rauchen auf.
26. Fülle eine leere 0,5-Liter mit Sand oder Wasser und stelle sie in deinen Spülkasten.
27. Pack den Fernseher weg. Es kommt ja eh nur Schrott. Bestell das Kabelfernsehen oder den Satellitenempfang ab.
28. Mach deine Genussmittel selbst: von Schokolade bis Amaretto. Dann verbrauchst du auch weniger davon!
29. Vernünftiges Tierfutter muss nicht teuer sein.
30. Koche und backe selbst aus einfachen Zutaten: von Babybrei über Pilzeintopf bis Zwieback.
31. Keine Spontan- oder Frustkäufe mehr: geh lieber spazieren.
32. Setze Calendulaöl an, du wirst es brauchen 🙂
33. Verkaufe unnütze, wertvolle Dinge. Verkleinere vielleicht auch deinen Wohnraum.
34. Viele Tees kann man problemlos mehrmals aufgießen.
35. Leih dir was, etwa über ein Internetportal. Leihe dort auch selbst Dinge aus.
36. Nutze unterwegs Couchsurfing.
37. Lass dir nicht einreden, dass es „Must-Haves“ gibt.
38. Nutze offene Werkstätten um Sachen zu reparieren.
39. Gieß deine Pflanzen mit ungesalzenem Kochwasser.
40. Stelle einen Eimer in die Dusche. Lass dort das Wasser einlaufen, bis die Dusche warm ist, und nutze das Kalte später zum putzen.
41. Nimm keine Vitaminpräparate. Iss lieber einen Apfel.
42. Investiere in deinen Kopf.
43. Koche selber Marmelade.
44. Genieße Schokolade, Kaffee, Alkohol, exotische Früchte und andere weither gereiste Sachen selten. Das schont auch die Umwelt.
45. Führe Haushaltsbuch.
46. Iss seltener Fleisch: etwa nur am Wochenende.
47. Mach deine Tinte selber.
48. Eine einzige Kerze auf dem Tisch reicht eigentlich (es sei denn, es ist Advent).
49. Nimm Arnikaöl und Gänseblümchen statt Ibuprofen, Voltaren und Aspirin.
50. Koche größere Mengen auf einmal und friere oder koche Reste ein.
51. Spare Geld und Nerven bei der Erstausstattung.
52. Für Minimalisten: Vermiete im Urlaub dein Zimmer/deine Wohnung.
53. Verlasse facebook. Zeit ist Geld!
54. Rede mit deinen Nachbarn. Dann leihen sie dir auch ihren Rasenmäher oder helfen mit einer Tasse Mehl aus.
55. Kaufe möglichst ohne Verpackung. Die zahlt man immer extra.
56. Leg dir mit der Zeit einen guten Füllfederhalter und eine mechanische Uhr zu. Das zahlt sich aus!
57. Kein Fastfood mehr.
58. Leg dir einen Thermosbecher für den eigenen „Coffee to go“ zu.
59. Packe im Urlaub und auf Geschäftsreisen den Reisewasserkocher fürs Hotelzimmer ein: Kaffee und Tee rund um die Uhr, günstig und mit dem gewohnten Geschmack.
60. Mach deine Sonnenmilch, Autan-Ersatz und Après-Sun selber.
61. Investier in EINE gute Sonnenbrille.
62. Vergiss das Nagelstudio.
63. Frag beim Zahnarzt nach einem Bonus-Heft.
64. Nimm öfter Mal den Besen statt den Staubsauger oder leg dir einen beutellosen oder mechanischen Staubsauger zu.
65. Vergiss Swiffer, dass ist eh ungesund. Leg dir einen Wischfeger mit waschbarem Putzlappen zu.
66. Besorg dir lieber drei Paar richtig gute Schuhe (etwa bei Waschbär, die versenden sogar plastikfrei) statt 20 Paar im Billigladen. Oder kaufe auch hier gebraucht.
67. Kauf kein stilles Wasser in Plastik– oder Glasflaschen mehr. Besorg dir eine schöne, wiederverwendbare Flasche ohne Schadstoffe für Leitungswasser (z.B. Klean Kanteen, Flaska, Emil die Flasche).
68. Bastel deine eigene Weinachts-, Oster- und Geburtstagsdeko.
69. Geh auf Flohmärkte, in Möbellager, nutze ebay und ebay Kleinanzeigen – zum Kaufen und Verkaufen.
70. Vergiss das Fitnessstudio. Geh Joggen, nimm Wasserflaschen als Hanteln, geh spazieren, triff dich mit Freunden zum Frisbee, Inlinern, Tennis, Klettern, Schwimmen, Radfahren, Trampolin- und Seilspringen oder such dir einen Pflegehund oder eine Reitbeteiligung.
71. Nimm dir unterwegs Essen von zuhause mit. Investier in eine schöne Brotdose aus Edelstahl.
72. Lass die Cola weg. Trinke Wasser, ungesüßten Tee und gelegentlich Säfte oder Schorlen.
73. Nutze kostenlose Angebote wie das Lunchkonzert in der Berliner Philharmonie. Gibt’s auch in Köln und anderen Großstädten!
74. Finger weg von Diätprodukten, davon wird nur der Geldbeutel schlank (wieso?).
75. Nutze einseitig bedrucktes Papier nochmals für Einkaufslisten.
76. Mach wunderschönes Briefpapier aus deinem ollen Altpapier (so gehts).
77. Nimm Stoffbeutel zum einkaufen – auch von Schuhen, Büchern und Kleidung. Deponiere welche im Auto, in der Handtasche, im Kinderwagen, im Rucksack.
78. Geh seltener essen. Lade stattdessen Freunde zum gemeinsamen Kochen ein oder veranstalte öfter mal ein Picknick, Grillabend oder Nachbarschaftsfest, zu dem jeder was mitbringen soll.
79. Leih dir Dvds in der Videothek aus und kaufe nur deine absoluten Favoriten.
80. Vergiss den Wäschetrockner. Lufttrocknen ist besser für die Umwelt und kostenlos.
81. Keine Einweg-Rasierklingen mehr für die Herrenwelt: schonmal über einen Rasiermesser nachgedacht?
82. Sorg dafür, dass der Reifendruck deines Autos immer im grünen Bereich ist, so sparst du Sprit.
83. Frag beim Fleischer nach Wurstenden und an der Käsetheke nach Käserändern. Das sorgt für Vielfalt zum kleinen Preis.
84. Frag beim Bäcker nach Brot vom Vortag. Gutes Brot ist dann genauso saftig, nur bedeutend günstiger, und schont Ressourcen (so zahle ich im Bioladen statt 3,20 gerade mal 1,50 für ein schönes Vollkornbrot).
85. Wechsel nach Möglichkeit auf Allwetterreifen beim Auto, so erübrigt sich auch das lästige und/oder teure Lagern und Wechseln von Sommer- und Winterreifen.
86. Mach aus verschlissenen oder unpassenden Kleidungsstücken bunte Flickenteppiche.
87. Bestell Werbekataloge ab. Weniger Abfall und weniger Verlockungen!
88. Vergiss Wärmepflaster. Näh dir ein Körnerkissen.
89. Lerne, Socken zu stopfen, Knöpfe anzunähen und Reißverschlüsse zu reparieren.
90. Frag Leute mit vielen Zimmerpflanzen nach Ablegern für dein Zuhause.
91. Biete dich unentgeltlich als Erntehelfer in Privatgärten an. So bekommst du sicher auch einen Teil der Ernte.
92. Wasch dir die Haare mit Natron oder Heilerde und spüle mit Apfelessig nach.
93. Vergiss Spültabs. Mach dein Geschirrspülmittel selbst.
94. Wenn du einen Garten hast: lege dir einen Komposthaufen oder Schnellkomposter zu. So zahlt man weniger Müllgebühren.
95. Stelle deinen eigenen Rohrreiniger her.
96. Leg dir ein Sparbuch mit möglichst vernünftigen Konditionen an und richte einen Dauerauftrag an, dass am Anfang des Monats immer ein bestimmter Betrag darauf überwiesen wird.
97. Aus Bienenwachskerzenresten selber Salben, Lippenpflege und Cremes herstellen.
98. Klug kochen: grundsätzlich mit Deckel und auf passender Flamme. Wasser lässt sich am besten energiesparend mit dem Wasserkocher aufheizen, nicht im Topf. Nachdem Reis einmal aufgekocht ist, könnt ihr ihn vom Herd nehmen und den Topf 20 Minuten in euer Bett stellen – gut zudecken. In Nudelwasser könnt ihr zusätzlich zur Pasta noch etwas Gemüse (Broccoliröschen, etc.) mitkochen oder ein paar Eier für den nächsten Tag darin hart kochen.
99. Streiche deine Wände in hellen Farben. Sie reflektieren so das Sonnenlicht am besten, wodurch man weniger künstliches Licht benötigt. Räume wirken so auch größer!
100. Hebe leere Schraubgläser auf, etwa um Gewürze darin zu verstauen oder Essensreste einzufrieren (so geht’s).
101. Bei Haushalten mit zwei Einkommen ist es schön, wenn nur Eines für die monatlichen Ausgaben eingeplant wird; so kann das zweite Einkommen als Rücklage, zum Hauskauf oder für einen besonders schönen Urlaub eingesetzt werden.

Jetzt seid ihr dran – was habt ihr noch für Anregungen, Erfahrungen und Ideen?

Krimskrams ade!

Die Sammlung von Aufziehtierchen, die wir uns zu Studienzeiten schenkten. Die rosageblümten Eierwärmer meiner Grossmutter. Das Klappbuch „die perfekte Schwiegermutter“. Die Shampooproben, die eh keiner benutzt. Der geschwungene Honiglöffel. Der Modeschmuck. Der tausendste Kerzenständer. Das Fensterputzgerät.

KRAM.

Man fühlt sich manchmal verpflichtet. Oder gebunden. Oder ausgeliefert – ich jedenfalls – wenn ich zu viel Kram um mich herum habe. Dann fülle ich voller Eifer leere Kartons mit Dingen, die vielleicht noch jemand haben will (stelle ich als „zu verschenken“ in den Hausflur und hefte einen Zettel mit Wegwerftermin an) und schmeiße offensichtlichen Müll einfach weg. Manches kann ich auch gut verkaufen, was zusätzlich motiviert.

Es tut unglaublich gut, einen Raum nach dem anderen durchzugehen und das ganze überflüssige Zeug loszuwerden. Ein Regalbrett nach dem anderen, dann die Schubladen, Schränke und Oberflächen. Und sei es nur fünf Minuten am Tag, bis ich weiß: es lauern nirgends mehr diese „Nester“ auf mich. Mindestens einmal im Jahr tue ich das.

Klar liebe ich meine Familie. Auch meine Freunde. Aber nur deßhalb Dinge aufheben? Nein. Auch liebe ich viele Geschichten und Erinnerungen, die an manchen Sachen hängen. Aber da reicht mir oft auch ein Foto des Gegenstandes. Bin ich deswegen unsensibel?

Dieses ganze Zeug kann eine erdrückende Belastung bedeuten. Man kann sich darin verstecken. Sich darüber definieren. Sich verantwortlich fühlen. Man kauft Dinge, die das Leben schöner machen sollen. Bücher, die man lesen möchte. Plötzlich sind sie da. Können nicht weg, weil sie ja so teuer waren… und nehmen einem damit die Luft zum Atmen.

Manches gehört einem gar nicht selber – Frist setzten, weg damit! Ich prüfe jetzt genauer, was ich überhaupt ins Haus lasse, und trenne mich schnell von Dingen, die keinen Zweck erfüllen. Besonders Nützliches und Schönes darf bleiben. Bei Dingen von reinem sentimentalen Wert frage ich mich immer: „wird mein Sohn damit was anfangen können…?“.

Man kann vielen Leuten eine Freude machen – Freebox, Ebay, Umsonstladen, Spendeninitiativen. Es muss ja nicht gleich auf dem Müll landen!

Erfrischend ist das. Alles hat seinen Platz. Putzen ist einfacher, wenn weniger rumsteht. Ordnen und wiederfinden auch. Wirklich schätzen und benutzen, was man hat. Minimalismus? Ein Traum. Ich arbeite daran.

Was ist Vaseline?

Vaseline (auch bekannt als Petrolatum, Petroleumgelee oder weiches Paraffin) ist ein Schmierfett und Nebenprodukt der Erdölindustrie. Es kommt unter anderem als Hautcreme, Gleitmittel, Lederpflege, Trennmittel und Babypflege zum Einsatz. Da das Erdölprodukt keimfrei ist, verlängert es die Haltbarkeit von vielen Pflegeprodukten.

Wie wirkt Vaseline?

Vaseline schließt die Poren der Haut und bildet so eine undurchlässige Schicht. Unter dieser Schicht stauen sich Fett, Talg und Schweiß – die Haut kann nicht mehr „atmen“, sie wird also trocken, rot, gereizt, und man schmiert mehr Vaseline drauf… trotz guter Verträglichkeit ist die Pfegewirkung also eher suboptimal. Man sagt dass Frauen, welche täglich herkömmliche Lippenpflege benutzen, in 10 Jahren gut 3 Kilo Vaseline einnehmen (Quelle).

Kann das gut sein?

Das seit über 100 Jahren universal einsetzbare, durchsichtige Fett ist erst seit kurzem in der Kritik. Dass die Haut als größtes Organ des Menschen Giftstoffe nicht nur aufnimmt, sondern nachweislich in die Blutbahn weiterleitet (Quelle), spreche ich oft an. Nun wird von krebserregenden Stoffen in Vaseline gesprochen: gerade Brustkrebs wird in letzter Zeit immer häufiger damit in Verbindung gebracht. Das liegt an den PAHs bzw. PAKs – dies sind Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese Stoffe sind z.B. auch in Tabakrauch und Diesel vorhanden.

„Einige PAK sind beim Menschen eindeutig krebserzeugend (z. B. Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs sowie Magen- und Darmkrebs bzw. Blasenkrebs). Die Möglichkeit der Fruchtschädigung oder Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit besteht.“ – Quelle

Doch auch die Umwelt leidet:

„Die Bioakkumulation ist je nach Tierart sehr verschieden. Der Abbau im Organismus von Wirbeltieren erfolgt oft über zelltoxische oder krebserregende Zwischenprodukte. Bei Fischen, die in mit PAHs belasteten Sedimenten leben, wurden Leberschäden, Bindehautgeschwulste und Krebs beobachtet.“ –Quelle

Fazit: Finger weg von Labello und co.! Etikette genau lesen. Ein guter Ersatz für Vaseline ist ein Wachs-Ölgemisch: folgt einfach meiner Anleitung für selbstgemachte Fussbutter mit einem beliebigen Speiseöl.