Auf zu neuen Ufern

Liebe Leser,

drei Jahre lang habe ich hier geschrieben. Über selbstgemachte Salben und Reiniger, über Müllreduzierung, Inhaltsstoffe und Alternativen. Ich habe mich mal politisch, mal philosophisch, mal minimalistisch geäußert und im letzten Jahr über eine Million Klicks auf meinem Blog gehabt.

Ulrich Matthes sagte mal in einem Interview, die Menschen hätten Sehnsucht nach etwas „Fachwerk-Artigem“. Das scheint auch hier zuzutreffen. Viele von euch haben kommentiert, man unterhielt sich hier, tauschte sich aus, eine fast nachbarshaftliche Atmosphäre herrschte hier auf dieser Plattform, als würde man über eine Hecke hinweg miteinander plaudern. Das fand ich immer sehr bereichernd.

Ich spreche hier in der Vergangenheitsform. Irritierend, auch für mich. Ich habe die Zeit sehr genossen, habe viel gelernt, was  ich nicht zuletzt euch Lesern zu verdanken habe.

Doch die Zeit ist vorbei. Ich habe mitunter das Gefühl, eine sehr alternative Ausbildung gerade abgeschlossen zu haben. Ich möchte nichts mehr bezwecken mit diesem Blog, meine Ziele sind erreicht. Ich möchte aus diesen ganzen Themen hier weder Profit schlagen noch meine Anonymität aufgeben. Ich freue mich, dass ich so viele von euch begleiten konnte, wie ihr mich. Dass ich Impulse setzen konnte, Anregungen schaffen, helfen und unterstützen konnte.

Um die Frage vorweg zu nehmen: wir bleiben bei diesem Lebensstil und finden ihn ungemein bereichernd, doch die Auseinandersetzung damit ist nicht mehr vordergründig, sonder alltäglich geworden. Prioritäten haben sich verschoben, Horizonte erweitert, Träume sind in Erfüllung gegangen.

Ich könnte auf dieser Seite noch eine Million oder auch zwei Millionen Posts schreiben, doch ich werde sie in diesem Ist-Zustand belassen. Vielleicht lösche ich sie auch irgendwann, das kann ich noch nicht sagen. Speichert also zur Sicherheit eure Lieblingsrezepte ab, sei es für Sonnencreme, Wimperntusche, Schokolade, Badebomben oder Schrundensalbe.

Alles Gute euch!

– Eure Langsamerleben-Schreiberin

Saté: Erdnusssoße selber machen

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Ich mag Erdnusssoße. Und nicht nur, weil in dem Wort drei mal „s“ hintereinander vorkommt und das immer irgendwie bekicherungswürdig aussieht. Sowas wie „Brennnessel“ mit drei „n“ hintereinander. Aber ich schweife ab.

Nun werdet ihr vielleicht sagen: was hat denn solch ein exotisches Rezept hier zu suchen? Erdnüsse, Kokosmilch? Nun ja, mir geht es zwar sehr um Nachhaltigkeit, aber dies ist eines von sehr wenigen Rezepten, die ich noch von meinem Vater habe. Mein Vater war Niederländer, und da die meisten traditionellen Rezepte seiner Heimat aus irgendeinem Grund doch sehr kohllastig oder breihaft sind und man nicht nur von Poffertjes und Patat leben möchte, hat man dort schon lange die indonesische Küche integriert.

In den Niederlanden isst man diese Soße zu Reis, Gemüse aus dem Wok, Fleisch, Rohkost – oder eben auch zu Pommes. Für mich ist diese Soße so was Urlaubshaftes, dass ich sie trotz nicht regionaler Zutaten und dem beachtlichen Nährwert ein oder zweimal im Jahr mache.

Die Soße gibt es in vielen Varianten. Manch einer süßt die Soße mit Palmzucker oder nimmt statt Erdnussmus Erdnussbutter oder weicht über Nacht Erdnüsse in Milch ein stattdessen, würzt mit Kümmel oder würzt überhaupt nicht. Hier meine Variante.

Ihr braucht:

1 Esslöffel Sonnenblumenöl

250 Gramm Erdnussmus

500 Milliliter Kokosmilch oder andere Milch

Salz

1 leicht gehäufter Teelöffel gemahlener Koriander

1 Zwiebel

Sambal Oelek

Sojasoße

2 Zehen Knoblauch

Den Knoblauch und die Zwiebel klein schneiden und in dem Öl glasig dünsten. Den Koriander dazutun und kurz mit anbraten. Das Ganze mit Milch aufgießen (zisch!), das Erdnussmus dazutun und auf mittlerer Flamme vor sich hinblubbern lassen, bis die Soße eine schöne Konsistenz hat. Mit Sojasoße und Sambal Oelek abschmecken.

Kleiner Becher, große Wirkung

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Hättest du gewusst, dass im Durchschnitt 320.000 Einweg-Kaffeebecher pro Stunde in Deutschland entsorgt werden? (Quelle). Ich finde das ganz schön gruselig. Was das für Energie, Ressourcen, Logistik, Umwelt, Wirtschaft und letztenendes den Verbraucher an Belastungen mit sich bringt, kann man sich wohl kaum vorstellen.

Zurück zum Mehrwegbecher! Und das nicht nur für Kaffee. Bedenkt die Papp- oder Plastikbecher an Wasserspendern, am Imbiss, auf Grillfesten, im Flugzeug. Wer da einen eigenen Becher parat hat, spart eine Menge Müll und Konsequenzen. Dieser kleine Edelstahlbecher ist immer in meinem Rucksack zu finden und hat sich schon vielfach bewährt. Kann ja auch ein Thermosbecher sein, oder einfach eine leere Flasche. Wer fragende Blicke erntet, sollte sich nicht einschüchtern lassen. Ist ja nichts Schlimmes dabei, und vielleicht kommt so der ein oder andere unwissende Verbraucher auch mal auf Themen wie Müllvermeidung und Plastikfasten, der sich bisher keinerlei Gedanken dazu gemacht hat.

Natürliche Gummibärchen selber machen

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Gummibärchen sind noch so eine Sache, die man als Eltern eines Kleinkindes schwer umgehen kann. Zum Glück ist es kinderleicht, eine schnelle natürliche Alternative zuhause zu machen.

Ich habe uns, wie ihr sehen könnt, tatsächlich Gummibärchenformen dafür gekauft. Das ist aber nicht unbedingt nötig, jede andere Silikonform tut es auch (und warum ich den Silikonkompromis für manches eingehe, könnt ihr hier nachlesen). Ihr könnt die Masse auch einfach auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gießen und nach dem fest werden mit einem Messer oder Keksausstechern Formen ausschneiden.

Ein Paar Worte vorab:

Nehmt eine hochwertige Bio-Gelatine in Pulverform. Wer das Ganze vegan haben möchte, kann natürlich zu Agavendicksaft und Agar-Agar greifen, da habe ich allerdings noch keine Erfahrungswerte beim Gummibärchenmachen gesammelt. Statt Saft könnt ihr auch püriertes Obst nehmen, oder beides mischen; ich empfehle euch jedoch, Früchte wie Himbeeren nach den Pürieren durch ein Sieb zu passieren, um die Kerne loszuwerden. Um die Farben der Bärchen schön knallen zu lassen, könnt ihr einen Teelöffel Zitronensaft mit hineingeben. Ananas hat durch seine Enzyme irgendeine Wechselwirkung mit der Gelatine, weßhalb ihr sie nicht verwenden solltet. Ansonsten sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt.

Ihr braucht:

100 Gramm Saft

15 Gramm Gelatine

1 Esslöffel Honig

Den Saft mit dem Honig in einem kleinen Topf unter Rühren erhitzen, bis der Honig sich ganz gelöst hat. Dann bisschen für bisschen die Gelatine mit einem Schneebesen unterrühren. Es sollte eine glänzende Flüssigkeit ohne Klümpchen entstehen. Wenn ihr Silikonformen nehmt, solltet ihr diese auf Frühstücksbretter stellen, damit sie nicht so herumwabbeln. Die Fruchtgummimasse in die Mulden füllen. Die Bretter mit den Formen kurz auf der Arbeitsfläche anstoßen, um eventuell entstandene Luftbläschen rauszuklopfen. Das Ganze für 30 Minuten ins Gefrierfach stellen, dann das fertig Naschwerk aus den Formen lösen und innerhalb von zwei Wochen aufbrauchen.

Verpackungsfreie Läden im deutschsprachigen Raum: 2016

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Liebe Leser! Ihr seht hier ein Foto aus dem noch ziemlich neuen Laden „Unverpackt Trier“. Ich bin persönlich noch nicht dort gewesen, er muss aber herrlich sein (und fotogen noch dazu). Unverpacktläden sprießen gerade wie Pilze aus der Erde. Und es ist endlich mal ein Trend, den ich gutheißen kann.

Auf der Suche nach einer aktuellen Auflistung von verpackungsfreien Läden im deutschsprachigem Raum habe ich nicht ganz gefunden, was ich wollte. Bei Wasteland Rebel gibt es zwar eine Sammlung von Einkaufsmöglichkeiten für Müllvermeider – danke dafür! – ich fand sie aber leider etwas unübersichtlich, weil dort auch Wochenmärkte, Lushfilialen und dergleichen aufgelistet sind. Ausserdem fehlten einige Läden. So hab mich mal ans Anfertigen einer eigenen Liste gemacht. Vielleicht hilft sie euch ja weiter. Wer noch nicht weiß, was ein verpackungsfreier Laden ist und zu was der gut sein soll, dem empfehle ich diesen NABU-Artikel (und Jute statt Plastik).

Wer keinen entsprechenden Laden in seiner Nähe hat und trotzdem müllfrei bzw. müllreduziert einkaufen möchte: no worries. In jedem Ort findet ihr unverpackte Lebensmittel – fragt mal im Teeladen, im Süßwarengeschäft, in der Kaffeerösterei, beim Gemüsehändler, beim Bäcker, beim Fleischer, im Feinkostladen, an der Käsetheke, in der Apotheke. Jede vermiedene Verpackung zählt und es gibt längst nicht überall ganze Läden ohne Verpackung.

Es gibt (noch) keine verpackungsfreie Ladenkette. Fürs Sortiment bedeutet das: in jedem Laden werden andere Schwerpunkte gesetzt, die Preise variieren von Geschäft zu Geschäft stark und das Angebot fällt mitunter sehr unterschiedlich aus. Ich habe bei meiner Recherche gestaunt, dass manch ein kleiner Ort schon einen verpackungsfreien Laden hat, dafür Großstädte wie Düsseldorf, Bremen oder Essen gar nicht. Das liegt wohl auch daran, dass das Unverpacktkonzept erst jetzt (wieder) zum Thema wird und sich immer Einzelkämpfer um eine Ladeneröffnung bemühen (in Mönchengladbach hat man für das Lädchen extra einen Verein gegründet, find ich klasse!). Einige Läden auf dieser Liste sind noch im Aufbau, Unterstützen lohnt sich.

Wir lieben jedenfalls „unseren“ nächstliegenden Laden und wollen ihn nicht mehr missen. Einkaufen ist jetzt viel persönlicher, entspannter und auch schneller geworden und preislich gibt es keinen Unterschied zu vorher. Kein Überangebot, nur hochwertige, leckere Lebensmittel (hauptsächlich biologisch, saisonal und regional) und ein offenes Ohr für Vorschläge, was das Sortiment angeht. Ganz abgesehen davon, dass wir mittlerweile unseren gelben Sack von „relativ wenig“ auf „gleich null“ befüllen, weniger Altglas und Altpapier sich stapeln und damit dieses lästige sich-um-Mülltonnen-kümmern wegfällt. Zero Waste? Noch nicht ganz. Aber wir arbeiten daran. Mit Freude, Neugier und selbstgemachter Sonnencreme.

Genug geplaudert! Hier die versprochene Liste:

Augsburg: Rutanatur

Bamberg: Unverpackt Bamberg

Berlin: Original-Unverpackt und Kiezwagen Blank

Bonn: Freikost Deinet

Bozen: NOVO

Dresden: Lose Dresden

Erfurt: Louise genießt

Freiburg: Glaskiste – natürlich unverpackt

Graz: Das Gramm

Hamburg: Twelve Monkeys (fast verpackungsfrei)

Hannover: Edel Unverpackt und LoLa

Heidelberg: Annas Unverpacktes

Heidelberg: Appel Un‘ Ei

Innsbruck: Liebe und Lose

Karlsruhe: Unverpackt

Kiel: Unverpackt Kiel

Köln: Tante Olga Und Zero Waste Laden (Onlineshop) mit Möglichkeit zur Selbstabholung. Geplant war ausserdem ein größerer Laden, Tuetenlos – was ist eigentlich daraus geworden?

Leipzig: Echt Unverpackt und Einfach Unverpackt

Linz: Holis Market

Mainz: Unverpackt Mainz

Mönchengladbach: Tante LeMi

München: Naturlieferant und Ohne

Münster: Natürlich Unverpackt und EINZELHANDEL – ZUM WOHLFÜLLEN

Passau: Unverpackt Passau

Recklinghausen: Tante Trine

Saarbrücken: Unverpackt Saar

Schwäbisch Gmünd: Regional und Unverpackt

Stuttgart: Schüttgut

Trier: Unverpackt Trier

Vorarlberg: Frida Bio

Wien: Lunzers Maß-Greißlerei

Wiesbaden: Bio Unverpackt und Fairpackt

 

In der Schweiz sind laut diesem Artikel in Basel und Zürich Läden geplant, weiß einer von euch Näheres dazu?

Kennt ihr noch weitere Läden, die komplett müllfrei Lebensmittel verkaufen? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen!

Unterwegs: mein Waschbeutel

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Necessaire, Waschtasche, Kulturbeutel oder wie ihr’s nennen wollt: unterwegs ist sowas schon ganz praktisch. Gerade, wenn man beruflich so viel auf Reisen ist wie ich. Früher habe ich immer einen großes Hängeteil aus Nylon mit allem Möglichen befüllt, wenn ich eine Zeit lang außer Haus war. Duschgel, Shampoo, Spülung, elektrische Zahnbürste mit Ladestation, Bodylotion, Tagescreme, Nachtcreme, Lippenpflegestift, Deoroller, Zahnpasta, Damenrasierer, Haarbürste mit Plastikstiften, Waschpaste in der Tube, Haargummis und Spangen, dazu noch Schmuck und Schminke, oft hat gar nicht alles reingepasst, holla die Waldfee!

Inzwischen nutze ich ein kleines, selbstgenähtes Täschchen aus alter Bettwäsche und Spitzenresten von meiner Schwiegermutter (nach diesem einfachen, kostenlosen Schnittmuster).  Sie ist nicht viel größer als eine Postkarte, reicht aber völlig aus. Schließlich befindet sich von oben genanntem Inhalt kaum noch was bei uns zuhause.

In meinem Täschchen für unterwegs steckt jetzt:

  • Eine Holzzahnbürste (wir nehmen diese)
  • Ein Döschen selbstgemachtes Zahnpuder (das hier)
  • Biologisch abbaubare Zahnseide (im Moment diese hier)
  • Ein oder zwei Haargummis oder eine Spange
  • Ein Holzkamm aus Buche
  • Etwas selbstgemachte Bodybutter, die ich auch für Gesicht, Hände, trockene Haarspitzen, Körper und Lippen benutze (diese hier ist ein Allroundtalent).
  • Ein Stück Alepposeife, was schon etwas angewaschen wurde, damit es gut in die Tasche passt. Ich nutze sie für Haare, Körper, Gesicht und für die Handwäsche im Waschbecken, falls was ansteht.
  • Ein Flanellwaschlappen zum Gesicht waschen, ausserdem zum transportieren der Seife. Ich wickle sie schön darin ein, was den Seifenschaum aufsaugt und mich so auch kurz vor der Abreise noch duschen lässt, ohne dass meine Tasche seifenschleimig wird.
  • Ein kleiner Taschenspiegel
  • Nicht immer: selbstgemachtes Brauenpuder und selbstgemachte Wimperntusche
  • Ein Pinsel, mit dem ich sowohl Wimperntusche als auch Brauenpuder auftragen kann (von Zao und mit Bambusgriff; immerhin mit weniger Plastik als bei den herkömmlichen Dingern)
  • Ein selbstgemachtes Sprühdeo
  • Mein Reise-Rasierhobel, den man schön zerlegen kann (mehr dazu hier)
  • Eine Kette oder ein Paar Ohrringe

Passt schon viel rein in solch ein Reißverschlussbeutelchen, dabei ist es sehr platzsparend im Vergleich zu vorher. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich so auf irgendwas „verzichten“ müsste.

Schokoladenaufstrich selber machen

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Als unser Kleiner noch ganztags zuhause war, hat er nicht nach Süßem gefragt. Schließlich kannte er es kaum. Als Eltern eines Kindergartenkindes hat man es da schon schwieriger. Die kleinen Racker linsen sich dann schonmal gegenseitig in die Frühstücksdosen, stellen Fragen, sind neugierig. Weil ich unsere Kinder nicht auf den Geschmack des Schoko-Nuss-Brotaufstrichs mit „N“ bringen möchte, hier unser Kompromis. Abfallfrei, aus wenigen Zutaten in Sekunden hergestellt, gesund und lecker. Der Aufstrich schmeckt auch als Dip oder in Naturjoghurt hineingerührt.

Ihr braucht:

2 Bananen, schön reif

2 gestrichene Esslöffel Backkakao

Nach Belieben 1 Teelöffel Honig oder Apfeldicksaft

Alle Zutaten mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab zermusen. Ihr könnt den Aufstrich gut mit Zimt, Vanille oder Orangenschale verfeinern. Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von wenigen Tagen verbrauchen.

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