Ein Wort zu Aktivkohle

„Schon die alten Ägypter kannten 1550 Jahre vor Christus die medizinische Anwendung von Holzkohle. Zur Zeit des Hippokrates (400 v. Chr.) wurde Kohle gegen Epilepsie, Schwindel und Flatulenz eingesetzt […]. Zu Demonstrationszwecken schluckte 1831 der Apotheker Touery vor der Französischen Akademie der Wissenschaften die zehnfache letale Dosis von Strychnin zusammen mit 15 Gramm Kohle […].“ –Quelle

Touery überlebte tatsächlich diesen riskanten Selbstversuch. Nachahmenswert ist das Ganze zwar nicht, aber es lohnt sich, Aktivkohle einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das schwarze Pulver aus der Apotheke – auch in Tablettenform etwa als „Kohlekompretten“ zu bekommen -ist geschmacks- und geruchsneutral.

Medizinische Kohle oder Aktivkohle (nicht mit Holz- oder Grillkohle zu verwechseln) ist vor allem als Absorbtionsmittel bekannt. Bei starkem Durchfall, aber auch bei Lebensmittel- oder anderen Vergiftungen des Magendarmtraktes ist Aktivkohle Gold wert. Rechtzeitig eingenommen, kann Aktivkohle die Aufnahme toxischer Substanzen um bis zu 60% reduzieren (Quelle). Dies kann etwa dann lebensrettend sein, wenn Kinder hochtoxische Reinigungsmittel oder giftige Pflanzenteile wie Vogelbeeren oder bestimmte Pilze eingenommen haben. Sucht euch für solche Fälle auch gleich die Telefonnummer der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale heraus. Aktivkohle sollte gerade bei kleinen Kindern in keiner Hausapotheke fehlen! Sprecht am besten einmal mit eurem Arzt darüber.

Aktivkohle sollte man innerlich nur selten benutzen, da es natürlich auch Flüssigkeiten, Mineralien, Vitamine und so weiter absorbiert, die der Körper dringend braucht.

Ich nutze das Pülverchen allerdings noch für andere, etwas unorthodoxe Dinge (wer mir hier gleichtun möchte: bitte den Disclaimer lesen!)…

– als Zutat in wasserlöslicher Wimperntusche
– als entfärbender Zahnreiniger für glatte, weiße Zähne (nur alle 3-4 Monate, einfach auf die Zahnbürste geben und losschrubben – sieht etwas gruselig aus, bis man es ausspült)
– als Zutat in Schwarzer Salbe

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7 responses to this post.

  1. […] Aktivkohle – Anisbutter – Apfelessig – Arnikaöl – Ätherisches Pfefferminzöl – Calendulasalbe – […]

    Antwort

  2. Posted by Carolin on Februar 25, 2014 at 8:35 am

    Als angehende Kräuterpädagogin würde ich gerne berichtigen, dass die Vogelbeere (Eberesche) nicht giftig ist. Ganz im Gegenteil. Einfach den ersten Frost abwarten und die Beeren ernten. Dann sind sie nicht mehr so bitter und können super zu Konfitüre verarbeitet werden:-) Liebe Grüße

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  3. Posted by Stefanie on März 13, 2014 at 4:11 pm

    Wie ist das denn mit dem Abrieb ? Mache ich mit beim Zähneputzen mit Aktivkohle den Zahnschmelz kaputt, ähnlich wie bei Natron oder Salz ?
    Glg Steffi

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  4. Posted by Aranya on August 28, 2014 at 2:50 pm

    Kleiner Hinweis: Diejenigen, die hormonell mit der Pille verhüten (worüber ich jetzt nicht diskutieren will), sollten unbedingt beachten, dass Aktivkohle die innerhalb von 8 Stunden nach der Pill eingenommen wirs deren Wirkung beeinträchtigt!

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  5. […] und hier), sondern habe schlichtweg mit Birkenzucker geputzt und auch das gelegentliche putzen mit Aktivkohle blieb ziemlich auf der Strecke. Ein Rückblick verrät mir: meine Zähne sind im Zuge der […]

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  6. Mir hilft Aktivkohle sehr gut. Es ist ein wahres Wundermittel und dabei noch rein natürlich :). Bevor man aber Aktivkohle als Zahncreme verwendet, sollte man den Zahnarzt fragen.

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