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Mein persönlicher Goldbarren

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Heute blogge ich mal kein Selbermachrezept, sondern berichte euch von einem netten kleinen Erfolgserlebnis. Es handelt sich um das wunderbar duftende Objekt im Bild (der Löffel dient zum Größenvergleich), was zwar noch nicht lange bei mir weilt, aber schon sichtlich angesäbelt ist. Zeit also, es mal schnell zu fotografieren und darüber zu schreiben.

Bienenwachs nutze ich viel: ob Massagebars oder Wundschutzcreme, Bodybutter, Hautpflege für Kletterer oder Calendulasalbe, Bienenwachs ist dabei. Allerdings gibt es da einige Haken: Bienenwachs ist im Handel ziemlich teuer, oft nur in Plastik verpackt zu bekommen und ausserdem häufig von weither eingeschifft und unfreundlich produziert. Wie gut also, dass es heimische Imker gibt!

Bisher habe ich auf dem Markt oder beim Bauern Honig gekauft, wo allerdings kein Wachs angeboten wurde. Also griff ich auf Bienenwachskerzen aus dem Reform- oder Bioladen zurück, die natürlich ihren Preis haben. Neulich haben wir allerdings eine schöne Wanderung gemacht, stolperten im Wald auf ein buntes Imkerschild und schnupperten unseren Weg in seinen Laden, wo uns Honig, Honigseife, Honigsalben und was es noch alles so nettes gibt angeboten wurde. Als ich mein Interesse für Bienenwachs kundtat, bot man mir gleich einen 5-Kilo-Block an, doch zum Glück gab es auch kleinere Stücke und so gingen wir mit knapp einem Kilo feinstem Bio-Bienenwachs – ohne Verpackung – für unglaublich preiswerte 5 Euro und diversen anderen Nettigkeiten im Wanderrucksack weiter.

Ich werde jetzt also so lange Kerzen ziehen, Teelichter gießen, Seife sieden und Weihnachtsgeschenke rühren, bis ich dann doch auf das Angebot des 5-Kilo-Stückes zurückgreifen muss…

Tipp: Um einen regionalen Bienenschwarmfänger, Imker oder anderen Anbieter von Honig und Bienenwachs in eurer Nähe zu finden, empfehle ich euch diese Seite.

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Einfaches Aftershave selber machen

Ich mache mir schonmal Gedanken darüber, was man alles zu den heranrückenden Feiertagen verschenken könnte. Mein Mann nutzt gern das Raiserwasser von Weleda, aber kaufen kann ja jeder. Hier ein kleiner „Fälschungsversuch“… und das kinderleicht!

Das Hamameliswasser bekommt ihr in der Apotheke.

Ihr braucht:

200 Milliliter Vodka

150 Milliliter erkaltetes, abgekochtes Wasser

100 Milliliter Hamamelis Virginiana Distillate (Witch Hazel extract)

30 Tropfen ätherisches Öl (z.B. je 10 Tropfen Zitrone, Sandelholz und Lavendel – oder Pfefferminz, Rosenholz und Lavendel, etc.) oder 1 Teelöffel Teebaumöl

Alle Zutaten in eine Flasche geben, schütteln. Dekorativ umfüllen, fertig. Vor jedem Gebrauch schütteln und wie gewohnt anwenden – es ist sehr ergiebig!

Tipp: selbstgemachte Rasierseife dazu und das Vatertagsgeschenk ist komplett 🙂

Was sind Sodium Laureth Sulfate?

Shampoo, Mundspülung, Flüssigseife, Spülmittel, Duschgel, Haarfarbe, Zahnpasta, Badezusatz, Bleichmittel, Make-Up, Neutralreiniger, Flüssigwaschmittel – auf den Listen der Inhaltsstoffe steht zumeist an erster oder zweiter Stelle „Sodium Laureth Sulfate“; dieses Tensid wird als Reinigungsmittel, Schaumbildner und Emulgator vielfach eingesetzt und ist in den meisten Haushalten kaum wegzudenken. Es ist sogar in vielen Bioprodukten vorhanden und zudem in Kristallform in der Apotheke zu kaufen, damit man sich zuhause auch selbst etwas damit anrühren kann.

Doch was ist das für ein Tensid? Wo kommt es her? Und ist es wirklich unbedenklich?

Sodium Lauryl Sulfate (SLS, oder auch Sodium Dodecyl Sulfate, Sulfuric Acid, Sodium Salt, Aquarex Methyl, Akaposal SDS, A13-00356, Aquarex ME) und die sehr ähnlichen, mit gleichen Risiken verbundenen Stoffe Sodium Laureth Sulfate (SLES) und Ammonium Laureth Sulfate (ALS) werden aus Kokos- oder Palmöl hergestellt, was zunächst auf ein unbedenkliches Naturprodukt schließen lässt. Doch diese „Saubermacher“ werden mit Augenirritationen, Hautsensibilität, Organschäden, Unfruchtbarkeit, Entwicklungsstörungen, Mutationen, Krebs und anderen unliebsamen Erscheinungen in Verbindung gebracht (Quelle).

Nie wieder duschen?

Wer umweltbewusst, nachhaltig und kostengünstig leben möchte, zudem etwas für seine Gesundheit tun und den Verkauf von solchen Substanzen nicht weiter unterstützen mag, dem lege ich ans Herz, auf diese Tenside dringend zu verzichten. Alternativen findet ihr zum Beispiel hier im Blog – von Haarseife (Post folgt) bis Waschmittel.

Natürlich scheiden sich die Geister, ob diese Sulfate wirklich krebserregend sind. Eine starke Gesundheitsgefährdung ist jedoch nicht auszuschließen, und auf dem Markt gibt es genügend Alternativen. Ich bin kein Versuchskaninchen der Industrie und weiß: Angebot und Nachfrage gehen Hand in Hand.

Was ist Glycerin?

Glycerin ist in so vielen Dingen enthalten – Wundschutzcreme, Duschgel, Flüssigseife – dass ich mal genauer nachgeschaut habe, was es damit eigentlich auf sich hat. Dass es etwas mit Seife zu tun hat, bzw. mit dem Verseifungsprozess, hatte ich schonmal gehört. Ich dachte, ich würde hier also zur Abwechslung mal was Nettes über einen vielfach verwendeten Zusatzstoff in herkömmlicher Kosmetik sagen können, muss euch aber leider enttäuschen.

Glycerin hat nämlich 2 Gesichter; einerseits ist es tatsächlich ein natürlicher Stoff, der beim Seife sieden (=saponieren) entsteht, doch in Kosmetik wird heutzutage fast ausschließlich ein künstliches Glycerin eingesetzt, welches ähnlich der Vaseline aus Petrolaten – also Erdölderivaten – hergestellt wird. Dieses chemische Glycerin kann in Alkohol gelöst werden (= Glycol); deßhalb wird es in der Kosmetikindustrie so gern genutzt (Quelle).

Beim natürlichen Glycerin handelt es sich zwar um ein hautfreundliches und allergenarmes Produkt, doch leider wird dafür möglichst günstiges Öl im Verseifungsprozess eingesetzt: im Zweifelsfall immer Palmöl…

Ich mache lieber gleich einen Bogen um Glycerin, so oder so; Aloe-Vera-Gel ist ein prima Ersatz – dessen Wirkung finde ich sogar noch besser! Versucht es mal in selbstgemachter Rasierseife, Make-Up, Babyshampoo, Handcreme oder Bodylotion…!